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Auge,  

das; -s, -n [mhd. ouge, ahd. ouga, viell. eigtl. = Seher]: 1. Sehorgan des Menschen u. vieler Tiere: blaue, mandelförmige, tief liegende -n; die -n strahlen, glänzen, leuchten, tränen; die -n öffnen, aufschlagen, auf jmdn. richten; einem Toten die -n zudrücken; sich die -n reiben, verderben; schlechte, gute -n haben (schlecht, gut sehen können); auf einem A. blind sein; jmdm. nicht in die -n sehen können (jmdm. gegenüber ein schlechtes Gewissen haben); jmdm. stehen die Tränen in den -n (jmd. ist dem Weinen nahe); etw. mit eigenen -n gesehen haben; etw. mit bloßem, unbewaffnetem A. (ohne optisches Hilfsmittel) sehen können; ein blaues A. haben (durch eine Verletzung o.Ä. um das Auge einen Bluterguss haben); das Kind verunglückte vor den -n seiner Mutter; ein klares Ziel vor -n haben; R die -n waren größer als der Magen (jmd. hat sich mehr auf den Teller getan, als er essen kann); Spr aus den -n, aus dem Sinn (wer abwesend ist, wird leicht vergessen); *magisches A. (elektronische Röhre am Rundfunkempfänger zur Regelung der Abstimmschärfe); das A. des Gesetzes (scherzh.; Polizei); so weit das A. reicht (so weit man sehen kann); jmds. -n brechen (geh.; jmd. stirbt); jmdm. gehen die -n auf (jmd. durchschaut plötzlich einen Sachverhalt, erkennt Zusammenhänge, die er vorher nicht gesehen hatte); jmdm. gehen die -n noch auf (ugs.; jmd. wird früher od. später die bittere Erfahrung machen, dass sich etw. anders verhält, als er glaubte); jmdm. gehen die -n über (1. jmd. ist durch einen Anblick überwältigt. 2. geh.; jmd. beginnt zu weinen; nach Joh. 11, 35); sehenden -s (geh.; leichtsinnig; obwohl man die Gefahr kommen sieht); seinen [eigenen] -n nicht trauen (ugs.; vor Überraschung etw. nicht fassen können); das A. beleidigen (von einem ästhetischen Gesichtspunkt aus betrachtet sehr unschön, unharmonisch sein); ein A. voll Schlaf nehmen (ein wenig, für ganz kurze Zeit schlafen); -n wie ein Luchs haben (sehr scharf sehen u. alles bemerken); hinten keine -n haben (ugs.; nicht sehen können, was hinter einem vor sich geht); seine -n überall haben (auf alles aufpassen, sich nichts entgehen lassen); [große] -n machen (ugs.; staunen, sich wundern); jmdm. [schöne] -n machen (ugs.; mit jmdm. einen Flirt anfangen); die -n offen haben/halten (Acht geben, aufpassen); die -n schließen/zumachen (verhüll.; sterben); die -n vor etw. verschließen (etw. nicht zur Kenntnis nehmen, nicht wahrhaben wollen); sich [nach jmdm., etw.] die -n aus dem Kopf sehen/schauen (ugs.; intensiv [vergeblich] suchen od. erwartend Ausschau halten); jmdm. am liebsten die -n auskratzen mögen (ugs.; so wütend sein auf jmdn., dass man ihm am liebsten etw. Böses antäte); ein A./beide -n zudrücken (ugs.; etw. nachsichtig, wohlwollend übersehen); ein A. riskieren (ugs.; einen verstohlenen Blick auf jmdn., etw. werfen); ein A. auf jmdn., etw. werfen (ugs.; sich für jmdn., etw. zu interessieren beginnen); ein A. auf jmdn., etw. haben (1. auf jmdn., etw. Acht geben. 2. an jmdm., etw. Gefallen finden); die -n auf null gestellt haben (salopp; tot sein); -n machen wie ein gestochenes Kalb (ugs.; töricht dreinschauen); ein A. für etw. haben (das richtige Verständnis, ein Urteilsvermögen für etw. haben); kein A. zutun (ugs.; nicht schlafen [können]); -n im Kopf haben (ugs.; etw. durchschauen, beurteilen können); keine -n im Kopf haben (ugs.; nicht aufpassen); jmdm. die -n öffnen (jmdn. darüber aufklären, wie unerfreulich etw. in Wirklichkeit ist); sich die -n ausweinen/aus dem Kopf weinen (sehr weinen; aus dem Klagelied Jeremias 2, 11); jmdm. etw. an den -n ablesen (die unausgesprochenen Wünsche des anderen von allein erkennen); jmdm. etw. aufs A. drücken (salopp; jmdm. etw. [Unangenehmes] aufbürden); jmdn., etw. nicht aus den -n lassen (scharf beobachten); jmdn., etw. aus dem A./aus den -n verlieren (die Verbindung mit jmdm. verlieren, etw. nicht weiterverfolgen); nicht mehr/kaum noch aus den -n sehen können (ugs.; sehr müde, erschöpft, mitgenommen sein); geh mir aus den -n! (geh weg!, lass dich hier nicht mehr blicken!); jmdm. aus den -n sehen (jmds. Augen anzusehen sein