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Ehre,  

die; -, -n [mhd. ere, ahd. era, urspr.= Ehrfurcht, Verehrung]: 1. a) [Pl. nur in festen präpositionalen Verbindungen] Ansehen aufgrund offenbaren od. vorausgesetzten (bes. sittlichen) Wertes; Wertschätzung durch andere Menschen: die E. einer Familie; seine E. wahren, verlieren; diese Tat macht ihr [alle] E. (fördert ihr Ansehen); er macht seinen Eltern E.; (geh.:) in -n ergraut sein; etw. in -n halten (achtungsvoll behandeln, bewahren); sein Wort in -n (was er gesagt hat, soll keine Abwertung erfahren, soll nicht herabgewürdigt werden), aber ich wäre nicht so sicher; etw. nur um der E. willen (nicht eines Vorteils wegen) tun; jmdm. zu -n ein Fest veranstalten; zu akademischen -n kommen; zu ihrer E. (um ihr gerecht zu werden) muss ich das sagen; Spr E. verloren, alles verloren; Ü jmdm. die E. abschneiden (jmdn. verleumden); *[ich] hab/habe die E.! (südd., österr.; Grußformel); auf E.! (Beteuerungsformel); auf E. und Gewissen (die unbedingte Wahrheit verlangend od. bekräftigend): etw. auf E. und Gewissen beteuern; bei meiner E.! (Beteuerungsformel); etw. in [allen] -n sagen, tun (etw. ohne hässliche Nebengedanken sagen, tun); b) Zeichen od. Bezeigung der Wertschätzung: jmdm., einer Sache [zu viel] E. antun; jmdm. militärische -n erweisen; etw. zur E. Gottes tun; sich etw. zur E. anrechnen; in Höflichkeitsformeln: es war mir eine [große] E.; ich hatte schon die E., Sie kennen zu lernen; mit wem habe ich die E.? (wie ist Ihr Name?); was verschafft mir die E. [Ihres Besuches]?; wir geben uns die E. (erlauben, beehren uns), die Geburt unseres Sohnes anzuzeigen; R E., wem E. gebührt!; *jmdm. die letzte E. erweisen (geh.; an jmds. Bestattung teilnehmen); mit jmdm., etw. E. einlegen (mit jmdm., etw. großen Eindruck machen, sich damit besonders hervortun; oft negiert als Kritik): damit ist keine E. einzulegen; der Wahrheit die E. geben (es vorziehen, die Wahrheit zu bekennen): um der Wahrheit die E. zu geben (um die Wahrheit zu sagen); aller -n wert sein (Lob, Anerkennung verdienen); mit -n (ehrenvoll). 2. [o.Pl.] Gefühl für die eigene Ehre (1 a): meine E. verbietet mir, sie zu hintergehen; das geht mir gegen die E.; sie ist eine Frau von E.; (geh.:) er setzt seine E. darein (setzt sich mit seiner ganzen Person dafür ein), diesen Plan zu unterstützen; *keine E. im Leib[e] haben (kein Ehrgefühl besitzen); jmdn. bei seiner E. packen (erfolgreich an jmds. Ehrgefühl appellieren). 3. (veraltet) Jungfräulichkeit eines jungen Mädchens: sie hat die E. verloren; einem Mädchen die E. rauben (es deflorieren). 4. [o.Pl.] (Golf): Berechtigung, den ersten Schlag auf einem Abschlag (1 c) zu machen.