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Gang,  

der; -[e]s, Gänge [mhd., ahd. ganc, eigtl. = das Schreiten; das Spreizen der Beine, nicht verw. mit gehen]: 1. a) Art u. Weise, Bewegung des Gehens (1); Art der Körperhaltung beim Gehen (1): ein schlaksiger, federnder, aufrechter G.; sein G. war schwerfällig; die Frau hatte einen schleppenden G.; er beschleunigte seinen G.; sie erkannten ihn am G.; b) (Tierzucht) Gangart von Pferden u. anderen Reit- od. Zugtieren. 2. das Gehen (1) einer Strecke [mit einem bestimmten Ziel]: sie machten einen G. (Spaziergang) durch den Park; ich habe noch einige Gänge (Besorgungen) zu machen; einen schweren, bitteren G. tun, gehen [müssen] (irgendwohin gehen [müssen], wo einen etw. Unangenehmes erwartet); er begegnete ihm auf seinem G. zum Bahnhof; Ü jmdn. auf seinem letzten G. begleiten (geh. verhüll.; an jmds. Beerdigung teilnehmen); *ein G. nach Canossa (als erniedrigend empfundener Bittgang; Canossa). 3. die ununterbrochene Bewegung, das Laufen einer Apparatur, Maschine o.Ä.: der G. der Uhr ist unregelmäßig; die Anlage ist die ganze Nacht über in G. (in Betrieb); *etw. in G. bringen, setzen (bewirken, dass etw. in Bewegung gerät, zu funktionieren beginnt): einen Motor wieder in G. bringen; er hat die Verhandlungen [wieder] in G. gebracht; etw. in G. halten (etw. nicht zum Stillstand kommen lassen): bei Stromausfall hält ein Notstromaggregat die Motoren in G.; in G. kommen (in Bewegung geraten, zu funktionieren beginnen). 4. Ablauf; Verlauf, den etw. nimmt: der G. der Ereignisse, der Geschäfte; den G. der Geschichte, Gedanken nachvollziehen; *seinen [geordneten] G. gehen (sich so entwickeln, so verlaufen, wie es zu erwarten ist): es geht alles wieder seinen alten G.; wenn der Antrag ordnungsgemäß eingereicht ist, wird die Sache ihren G. gehen; im Gang[e]/in G. sein (1. in Bewegung, Aktion sein; im Ablauf begriffen sein: es war erst vier Uhr morgens, aber sie war schon im Gang[e]; die Feier war bereits in vollem Gang. 2. als gegen jmdn., etw. gerichtete Aktion [heimlich] vorbereitet werden: gegen den Minister scheint etwas im Gang[e] zu sein). 5. (Sport) Abschnitt im Verlauf eines sportlichen Kampfes: er war nach dem zweiten G. (Durchgang) kampfunfähig. 6. (Technik) a) Stufe der Übersetzung des Getriebes an Fahrzeugen: den ersten G. einlegen, einkuppeln, (ugs.:) reindonnern, reinhauen, reinwürgen; den G. [he]rausnehmen (in den Leerlauf schalten); im dritten G. fahren; in den zweiten G. schalten; Ü den vierten, fünften G. einschalten (ugs.; sein Tempo bei etw. steigern); auf langsamen G. kaufen (ugs.; auf Raten kaufen); er hat heute bei der Arbeit auf kleinen G. geschaltet (ugs.; im gemächlicheren Tempo gearbeitet); *einen G. zulegen (ugs.; sein Tempo bei etw. steigern); einen G. zurückschalten (ugs.; sein Tempo bei etw. mäßigen); b) kurz für Gewindegang. 7. a) von Bäumen, Sträuchern, Zäunen o.Ä. umschlossener od. überdachter Weg; Laubengang: der G. einer Allee; die Gänge, die durch den Wald führen; b) unterirdischer Weg, Stollen o.Ä.; c) Hausflur; Korridor (1): am Ende des -es befindet sich das Büro; auf dem G. warten; das Fahrrad steht unten im G. 8. (Geol.) von einem Erz od. Mineral ausgefüllte Ader od. Spalte im Gestein: einen Erz führenden G. abbauen. 9. (Kochk.) einzelnes Gericht in der Speisenfolge einer Mahlzeit: das Festessen hatte fünf Gänge.