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Gefühl,  

das; -s, -e [für spätmhd. gevulichkeit, gevulunge, zu fühlen]: 1. das Fühlen (1); (durch Nerven vermittelte) Empfindungen: ein prickelndes G.; das G. für warm und kalt, für glatt und rau; ein G. des Schmerzes in der Magengegend spüren; kein G. mehr in den Fingern haben; dem G. nach (danach zu urteilen, wie es sich anfühlt) ist es Holz. 2. das Fühlen (2); seelische Regung, Empfindung des Menschen, die seine Einstellung u. sein Verhältnis zur Umwelt mitbestimmt: ein beglückendes, erhebendes, beängstigendes G.; patriotische -e; widerstrebende -e bewegen jmdn.; ein [heißes] G. der Dankbarkeit, Angst überkommt, ergreift mich; ein G. wie Weihnachten (ugs. scherzh.; ein Glücksgefühl); seine -e unterdrücken, beherrschen, zeigen, verbergen; zärtliche -e für jmdn. empfinden, hegen; ein G. der Liebe, der Erleichterung, der Furcht, der Scham, des Hasses empfinden; ein G. der Überlegenheit haben; jmds. -e (Zuneigung) erwidern; kein G. haben (keine Fähigkeit zur inneren Anteilnahme haben); seinen -en Ausdruck geben; im Aufruhr, im Widerstreit der -e; ein Film mit viel G. (iron.; ein sentimentaler Film); sich von seinen -en hinreißen lassen; *mit gemischten -en (nicht unbedingt mit Freude, sondern sowohl Freude als auch ein gewisses Unbehagen verspürend, da unklar ist, was geschehen wird); das höchste der -e (ugs.; das Äußerste, was in Bezug auf etw. Bestimmtes möglich ist, sich machen, einrichten lässt; aus Mozarts ?Zauberflöte? [Text von K.L. Giesecke u. J.E. Schickaneder]): eine Stunde bleibe ich noch, das ist aber das höchste der -e. 3. [o.Pl.] a) gefühlsmäßiger, nicht näher zu erklärender Eindruck; Ahnung: ein beklemmendes, undeutliches G.; ein G. haben, als ob es gleich losgeht; bei etw. ein ungutes G. haben; er hatte das dunkle G., dass die Sache nicht gut gehen würde; ich habe das G./werde das G. nicht los, dass sie uns etwas verschweigt; *etw. im G. haben (etw. instinktiv wissen); b) Fähigkeit, etw. gefühlsmäßig zu erfassen; Gespür: ein musikalisches G.; ein G. für Rhythmus, für Recht und Unrecht, ein feines, sicheres G. für etw. haben; sich auf sein G. verlassen; das muss man mit G. machen; etw. nach G., (salopp scherzh.:) nach G. und Wellenschlag (nach grober Einschätzung, ohne genaue Berechnung od. Prüfung) tun.