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Haar  

Haar, das; -[e]s, -e [mhd., ahd. hār, eigtl. = Raues, Struppiges, Starres]:

1.beim Menschen u. bei den meisten Säugetieren auf der Haut [dicht] wachsendes, feines, fadenförmiges Gebilde aus Hornsubstanz: graue, (geh.:) silberne, weiße -e an der Schläfe; die -e wachsen, fallen ins Gesicht, hängen in die Stirn, fallen [ihm] aus; [sich] ein graues H. auszupfen, ausreißen; [sich] die -e schneiden lassen; [sich] die -e waschen, trocknen, föhnen, färben, tönen; die -e kämmen, bürsten, toupieren; krause -e, krauser Sinn (wer krause Haare hat, ist eigenwillig);

*jmdm. stehen die -e zu Berge/sträuben sich die -e (ugs.; jmd. ist in höchstem Maße erschrocken, entsetzt); ein H. in der Suppe/in etw. finden (ugs.; an einer sonst guten Sache etw. entdecken, was einem nicht passt); kein gutes H. an jmdm., etw. lassen (ugs.; nur Schlechtes über jmdn., etw. sagen; alles, was jmd. tut, schlecht finden, kritisieren); jmdm. die -e vom Kopf fressen (ugs. scherzh.; auf jmds. Kosten sehr viel essen); -e auf den Zähnen haben (von schroffer, herrschsüchtiger, streitbar-aggressiver, rechthaberischer Wesensart sein [u. sich auf diese Weise behaupten]; vermutl. hergeleitet von starker Behaarung als Zeichen von Männlichkeit, die sich sogar auf den Zähnen [älter: auf der Zunge] zeige); -e lassen [müssen] (ugs.; nur mit gewissen Einbußen etw. durchführen, ein gestecktes Ziel erreichen können; bezogen auf die Haare, die einem bei einer Schlägerei ausgerissen werden); sich <Dativ> über, wegen, (seltener:) um etw. keine grauen -e wachsen lassen (ugs.; sich wegen etw. keine unnötigen Sorgen machen, sich über etw. nicht im Voraus aufregen, grämen); sich <Dativ> die -e raufen (vor Ratlosigkeit, Verzweiflung nicht wissen, was man tun soll); jmdm. kein H./niemandem ein H. krümmen [können] (ugs.; jmdm. nichts/niemandem etwas zuleide tun [können]); an einem H. hängen (ugs.; sehr unsicher sein; in Bezug auf das Gelingen von einer bloßen Kleinigkeit abhängen); etw. an/bei den -en herbeiziehen (ugs.; etw. anführen, was nicht od. nur sehr entfernt zur Sache gehört; Begründungen von sehr weit herholen); sich an den eigenen -en aus dem Sumpf ziehen (↑ Sumpf ); auf ein H./aufs H. (ugs.; ganz genau, exakt); sich in die -e fahren/geraten/kriegen (ugs.; Streit miteinander anfangen, bekommen); sich in den -en liegen (ugs.; sich heftig streiten); um ein H. (ugs.:es hätte nicht viel gefehlt, und ...; beinahe, fast: um ein H. wäre es schiefgegangen. ganz wenig, eine winzige Kleinigkeit: er ist nur um ein H. größer als seine Schwester); nicht [um] ein H., [um] kein H. (ugs.; nicht, um nichts): er hat sich [um] kein H. geändert; ums H. (beinahe, fast).


2. <o. Pl.> die Gesamtheit der Haare auf dem Kopf des Menschen; das Kopfhaar: sie hat schönes, blondes, rotes, braunes, schwarzes, helles, dunkles, lockiges, krauses, glattes, volles H.; das H. lang, kurz, offen, [in der Mitte] gescheitelt tragen.


3.<meist Pl.> (Bot.) haarähnliches Gebilde, das in großer Zahl bes. Blätter u. Stängel bestimmter Pflanzen bedeckt: die Unterseite der Blätter ist mit -en bedeckt.
Haar  

Haar, die; -, Haar|strang, der; -[e]s (Höhenzug in Westfalen)

Haar, das; -[e]s, -e; aber Härchen
Haar  

a) Haare, Haarschopf, Kopfhaar; (scherzh.): Mähne.

b) Behaarung, Fell, Haardecke, Pelz; (geh.): Haarkleid; (Jägerspr.): Wolle.

[Haar]
[Haares, Haars, Haare, Haaren]

um ein Haar
annähernd, beinahe, es hätte nicht viel gefehlt, fast, nahezu, schier, um Haaresbreite; (geh.): um ein Kleines; (ugs.): bald, praktisch, so gut wie, ums Haar; (südwestd., bes. schweiz.): bereits.
[• Haar]
[Haares, Haars, Haare, Haaren]
Haar  

Haar, das; -[e]s, -e [mhd., ahd. hār, eigtl. = Raues, Struppiges, Starres]:

1.beim Menschen u. bei den meisten Säugetieren auf der Haut [dicht] wachsendes, feines, fadenförmiges Gebilde aus Hornsubstanz: graue, (geh.:) silberne, weiße -e an der Schläfe; die -e wachsen, fallen ins Gesicht, hängen in die Stirn, fallen [ihm] aus; [sich] ein graues H. auszupfen, ausreißen; [sich] die -e schneiden lassen; [sich] die -e waschen, trocknen, föhnen, färben, tönen; die -e kämmen, bürsten, toupieren; krause -e, krauser Sinn (wer krause Haare hat, ist eigenwillig);

*jmdm. stehen die -e zu Berge/sträuben sich die -e (ugs.; jmd. ist in höchstem Maße erschrocken, entsetzt); ein H. in der Suppe/in etw. finden (ugs.; an einer sonst guten Sache etw. entdecken, was einem nicht passt); kein gutes H. an jmdm., etw. lassen (ugs.; nur Schlechtes über jmdn., etw. sagen; alles, was jmd. tut, schlecht finden, kritisieren); jmdm. die -e vom Kopf fressen (ugs. scherzh.; auf jmds. Kosten sehr viel essen); -e auf den Zähnen haben (von schroffer, herrschsüchtiger, streitbar-aggressiver, rechthaberischer Wesensart sein [u. sich auf diese Weise behaupten]; vermutl. hergeleitet von starker Behaarung als Zeichen von Männlichkeit, die sich sogar auf den Zähnen [älter: auf der Zunge] zeige); -e lassen [müssen] (ugs.; nur mit gewissen Einbußen etw. durchführen, ein gestecktes Ziel erreichen können; bezogen auf die Haare, die einem bei einer Schlägerei ausgerissen werden); sich <Dativ> über, wegen, (seltener:) um etw. keine grauen -e wachsen lassen (ugs.; sich wegen etw. keine unnötigen Sorgen machen, sich über etw. nicht im Voraus aufregen, grämen); sich <Dativ> die -e raufen (vor Ratlosigkeit, Verzweiflung nicht wissen, was man tun soll); jmdm. kein H./niemandem ein H. krümmen [können] (ugs.; jmdm. nichts/niemandem etwas zuleide tun [können]); an einem H. hängen (ugs.; sehr unsicher sein; in Bezug auf das Gelingen von einer bloßen Kleinigkeit abhängen); etw. an/bei den -en herbeiziehen (ugs.; etw. anführen, was nicht od. nur sehr entfernt zur Sache gehört; Begründungen von sehr weit herholen); sich an den eigenen -en aus dem Sumpf ziehen (↑ Sumpf); auf ein H./aufs H. (ugs.; ganz genau, exakt); sich in die -e fahren/geraten/kriegen (ugs.; Streit miteinander anfangen, bekommen); sich in den -en liegen (ugs.; sich heftig streiten); um ein H. (ugs.:es hätte nicht viel gefehlt, und ...; beinahe, fast: um ein H. wäre es schiefgegangen. ganz wenig, eine winzige Kleinigkeit: er ist nur um ein H. größer als seine Schwester); nicht [um] ein H., [um] kein H. (ugs.; nicht, um nichts): er hat sich [um] kein H. geändert; ums H. (beinahe, fast).


2. <o. Pl.> die Gesamtheit der Haare auf dem Kopf des Menschen; das Kopfhaar: sie hat schönes, blondes, rotes, braunes, schwarzes, helles, dunkles, lockiges, krauses, glattes, volles H.; das H. lang, kurz, offen, [in der Mitte] gescheitelt tragen.


3.<meist Pl.> (Bot.) haarähnliches Gebilde, das in großer Zahl bes. Blätter u. Stängel bestimmter Pflanzen bedeckt: die Unterseite der Blätter ist mit -en bedeckt.
Haar  

Haar, Matte (umgangssprachlich), Wolle (umgangssprachlich)
[Matte, Wolle]
Haar  

n.
<n. 11>
I <zählb.>
1 fadenförmiges Gebilde der Außenhaut von Tieren u. Menschen, bes. charakterist. für Säugetiere, bei denen sie aus Hornsubstanz bestehen, auch als Bildungen der Kutikula bei Insekten (Körper~)
2 ;ausfallen: die ~e fallen ihm aus; niemandem ein ~ krümmen <fig.> niemandem etwas Böses, etwas zuleide tun; er hat ~e lassen müssen hat (gegen seinen Willen) ein Opfer bringen müssen; ich könnte mir die ~e raufen ich bin verzweifelt, ärgere mich sehr; wir wollen hier keine ~e spalten <fig.> wir wollen uns nicht über unwesentl. Kleinigkeiten streiten; die ~e stehen einem zu Berge man ist entsetzt; die ~e sträubten sich ihm vor Schreck <fig.>
3 ;blonde, graue ~e <besser> blondes, graues ~; darüber lasse ich mir keine grauen ~e wachsen darüber mache ich mir keine Sorgen; kein gutes ~ an jmdm. lassen <fig.> über jmdn. sehr schlecht sprechen;
4 die Sache hing nur an einem ~ <fig.> hing von einer Kleinigkeit ab, war bedroht; dieser Vergleich ist sehr, etwas an den ~en herbeigezogen <fig.> gezwungen, gewaltsam, nicht ganz einleuchtend; jmdn. an den ~en reißen, ziehen; sie gleichen einander aufs ~ ganz genau; viele ~e auf den Beinen, auf der Brust haben; er hat mehr Schulden als ~e auf dem Kopf; sie hat ~e auf den Zähnen <fig.> sie weiß sich mit Worten zu wehren, kann scharf antworten; einander in die ~e geraten <fig.> heftigen Streit miteinander anfangen; sich in den ~en liegen <fig.> sich streiten; ein ~ in der Suppe finden <fig.> etwas an einer Sache entdecken, was einem nicht passt; das Kind wäre um ein ~ überfahren worden <fig.> es hat sehr wenig gefehlt, dass …, beinahe; der eine ist um kein ~ besser als der andere in keiner Weise, durchaus nicht; sich die ~e unter den Armen ausrasieren
II <unz.>
5 Gesamtheit der Kopfhaare (Haupt~, Kopf~) od. Barthaare (Bart~); <Jägerspr.> Fell der jagdbaren Säugetiere
6 ;sich das ~ bleichen, färben, schneiden, tönen lassen; sich das ~ bürsten, (mit Lockenwicklern) eindrehen, fönen, kämmen, waschen, trocknen; das ~ fiel ihr bis auf die Schultern; das ~ hing ihr unordentlich in die Stirn; sich das ~ machen sich kämmen, sich frisieren; sie trägt das ~, ihr ~ jetzt anders als früher
7 ;blondes, dunkles, graues, helles, rotes, schwarzes, weißes ~ haben; dichtes, dünnes, fettiges, glänzendes, glattes, krauses, lockeres, lockiges, schönes, schütteres, seidiges, starkes, strähniges, welliges, widerspenstiges ~; falsches, künstliches ~ Perücke; das ~ links, rechts, in der Mitte gescheitelt tragen; kurzes, langes ~; das ~ lang, kurz (geschnitten) tragen; verstrubbeltes, wirres, zerzaustes ~
8 die Bilder gleichen sich (einander) aufs ~ genau; sich das ~ aus der, in die Stirn kämmen, streichen; ein Band, einen Kranz im ~ tragen; sich das ~ in Wellen legen, in Zöpfe flechten; mit aufgelöstem, flatterndem ~ ankommen, dastehen; jmdm. (leicht, zärtlich) übers ~ streichen; Achtung vor jmds. grauem, weißem ~ haben Achtung vor seinem Alter u. seiner Reife; [<ahd. har, engl. hair <germ. *hera- „Haar“; zu idg. *ker(s) „starren, rau, struppig sein“]
[Haar]
[Haares, Haars, Haare, Haaren]