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Hand  

Hạnd, die; -, Hände u. (bei Maßangaben:) - [mhd., ahd. hant, wahrsch. eigtl. = Greiferin, Fasserin]:

1.von Handwurzel, Mittelhand u. fünf Fingern gebildeter unterster Teil des Armes bei Menschen u. Affen, der die Funktionen des Haltens, Greifens usw. hat: die rechte, linke H.; schmale, klobige, feingliedrige, schöne Hände; feuchte, kalte Hände haben; seine Hände zitterten; der zwei H./Hände breite Saum; der Saum ist eine H. breit; sie hat bei der Arbeit eine ruhige, sichere H., sie arbeitet mit ruhiger, sicherer H. (ihre Handbewegungen bei der Arbeit sind ruhig, sicher); keine H. frei haben; jmdm. die H. geben, reichen, drücken, schütteln, küssen; küss die H.!; Hände hoch [oder ich schieße]!; sich die Hände waschen, abwischen; es war so dunkel, dass man die H. nicht vor den Augen sehen konnte; jmdm. die H. darauf geben (versichern, fest versprechen), dass ...; H. drauf! (versprich es mir/ich verspreche es dir!); sie hatte die Hände voll Kirschen; eine H. voll schwarze[r] Kirschen; ein paar H./Hände voll Reis; eine H. voll (einige wenige) Demonstranten; nicht einmal eine H. voll (nicht einmal fünf) Leute sind zu dem Forum gekommen; jmdm. die H. zur Versöhnung bieten, reichen (geh.; seine Bereitschaft zur Versöhnung kundtun); sie nahm das Kind an die Hand; nimm dem Kind das Messer aus der H., aus den Händen!; die letzten Extrablätter wurden ihm förmlich aus der H. gerissen; die Tiere fraßen [uns] aus der H.; sie legte ihre Arbeit aus der H. (legte sie vorübergehend beiseite, hörte vorübergehend damit auf); sie aßen [ihr Picknick] aus der H. (ohne Zuhilfenahme von Bestecken, Tellern); eine Zigeunerin las ihm [seine Zukunft] aus der H. (aus den Handlinien); jmdn. bei der H. nehmen (ihn führen); etw. in der H., in [den] Händen haben, halten, tragen; das Messer in die H. nehmen; er hat schon lange kein Buch mehr in die H. genommen (kein Buch mehr gelesen); sie klatschten in die Hände; die Kinder gingen H. in H. (hielten sich an den Händen); jmdm. etw. in die H. drücken (jmdm. [beiläufig od. verstohlen] etw. geben); mit sanfter H. über etw. streichen; sich mit der H. durchs Haar fahren; sich mit Händen und Füßen (scherzh.; durch viele Gesten, gestikulierend) verständlich machen; das Kleid ist von H. genäht; eine Sonate für vier Hände/zu vier Händen (Musik; vierhändig zu spielen); er nahm einen Bleistift zur H. (in die Hand); der Brief ist mit der H. geschrieben;

R H. aufs Herz! (Aufforderung, seine Meinung, Überzeugung ehrlich zu sagen; urspr. eine Gebärde beim Ablegen eines Eides); nicht in die hohle H.! (ugs.; nicht eimal geschenkt, auf keinen Fall); besser als in die hohle H. geschissen (derb; besser als gar nichts);
eine H. wäscht die andere (ein Dienst zieht einen Gegendienst nach sich);

*die öffentliche H., die öffentlichen Hände (der Staat als Verwalter des öffentlichen Vermögens); die Tote H. (Rechtsspr.; öffentlich-rechtliche Körperschaft o. Ä., die ihr Eigentum nicht veräußern od. vererben kann); jmds. rechte H. (jmd., der in einer einem anderen untergeordneten Position diesem wichtige Arbeiten abnimmt, ihn bei seiner Arbeit unterstützt): als seine rechte H. ist sie ihm unentbehrlich; jmdm. rutscht die H. aus (ugs.; jmd. schlägt einen anderen im Affekt); jmdm. sind die Hände/Hände u. Füße gebunden (jmd. kann nicht so handeln od. entscheiden, wie er möchte, weil seine Handlungs-, Entscheidungsfreiheit durch bestimmte äußere Umstände entscheidend eingeengt ist); eine lockere H. haben (ugs.; ↑ Handgelenk ); freie H. haben (tun können, was man will): bei seinen Entscheidungen hat er freie H.; H. und Fuß haben (gut durchdacht sein; urspr. bezogen auf jmdn., der unversehrt, nicht verstümmelt ist, sodass man sich voll auf seine körperliche Leistungsfähigkeit verlassen kann): der Plan muss aber H. und Fuß haben; [bei etw. selbst mit] H. anlegen (bei einer Arbeit [aus freiem Antrieb] mithelfen): der Chef muss selbst mit H. anlegen; die/seine/die hohle H. aufhalten/hinhalten (ugs.; für Trinkgelder, finanzielle Zuwendungen o. Ä. sehr empfänglich sein); keine H. rühren (ugs.; jmdm. nicht helfen, nicht beispringen, obwohl man sieht, dass er sich sehr abmühen muss); H. an sich legen (geh.; sich mit einer Waffe töten, Selbstmord begehen); H. an jmdn. legen (geh.; jmdn. tätlich angreifen [u. töten]); [die] letzte H. an etw. legen (die letzten abschließenden Arbeiten an etw. ausführen); jmdm. die H. [zum Bund] fürs Leben reichen (geh.; jmdn. heiraten); sich/(geh.:) einander die H. reichen können (geh.; im Hinblick auf ein bestimmtes, meist negativ beurteiltes Verhalten gleich sein): ihr beide könnt euch die H. reichen, von euch ist einer so unzuverlässig wie der andere; jmdm. die Hände schmieren/versilbern (ugs.; jmdn. bestechen); alle/beide Hände voll zu tun haben (ugs.; sehr beschäftigt sein; viel zu tun, viel Arbeit haben; mit etw. große Mühe haben): ich habe im Augenblick beide Hände voll zu tun, kannst du nicht ein anderes Mal kommen?; sich <Dativ> die H. für jmdn., etw. abhacken/abschlagen lassen (ugs.; sich vorbehaltlos u. uneingeschränkt für jmdn., etw. verbürgen); jmdm. auf etw. die H. geben (von etw. fest überzeugt sein u. dies jmdm. versichern): das wird so kommen, darauf geb ich dir die H.; die Hände in den Schoß legen, in die Taschen stecken (sich ausruhen, einmal nichts tun. sich untätig verhalten, wo man eigentlich helfend eingreifen müsste); die/seine H. auf etw. halten (ugs.; dafür sorgen, dass etw. nicht verschwenderisch ausgegeben od. verbraucht wird); die H. auf der Tasche halten (ugs.; nicht leicht Geld ausgeben, geizig sein); die/seine H. auf etw. legen (geh.; von etw. Besitz ergreifen); bei etw. die/seine H., seine Hände [mit] im Spiel haben (bei etw. heimlich beteiligt sein): da hatte der BND seine H. im Spiel; überall seine H./seine Hände im Spiel haben (überall mitreden u. seinen Einfluss geltend machen); seine Hände in Unschuld waschen (geh.; beteuern, dass man an einer Sache nicht beteiligt war u. darum nicht zur Verantwortung gezogen werden kann, dass man mit bestimmten Vorgängen nichts zu tun hat; nach Matth. 27, 24 u. Ps. 26, 6; Pilatus wusch sich vor der Verurteilung Jesu die Hände zum Zeichen, dass er an seinem Tode unschuldig sei); für jmdn., etw. die/seine H. ins Feuer legen (sich vorbehaltlos u. uneingeschränkt für jmdn., etw. verbürgen; bezogen auf die ma. Feuerurteile, bei denen der Angeklagte, um seine Unschuld zu beweisen, seine Hand ins Feuer halten musste u. als unschuldig galt, wenn er keine Verbrennungen erlitt); die H. in anderer, fremder Leute Taschen haben (auf Kosten anderer leben); die Hände überm Kopf zusammenschlagen (ugs.; sehr verwundert od. entsetzt sein; eigtl. eine Gebärde, durch die man in der Gefahr den Kopf zu schützen sucht); die/seine H. über jmdn. halten (geh.; jmdm. Schutz, Beistand gewähren; nach einem alten Rechtsbrauch, nach dem jmd., dem das Begnadigungsrecht zustand, die Hand über einen Angeklagten od. Verurteilten halten konnte, wodurch dieser außer Verfolgung gesetzt wurde); jmdm. die Hände unter die Füße breiten (ugs.; jmdm. alles so leicht machen wie nur möglich, ihm alle Schwierigkeiten aus dem Weg räumen); die/seine H. von jmdm. abziehen (geh.; jmdm. seinen Schutz, seine Hilfe od. Zuwendung entziehen; nach 4. Mos. 14, 34); zwei linke Hände haben (ugs.; für manuelle Arbeiten sehr ungeeignet sein); eine lockere/lose H. haben (dazu neigen, jmdm. schnell eine Ohrfeige zu geben); eine milde/offene H. haben (gern geben; freigebig sein); eine glückliche H. [bei etw.] haben, zeigen, beweisen (bei etw. besonderes Geschick haben, zeigen, intuitiv richtig handeln, vorgehen): bei der Auswahl der Bewerber hatte er keine glückliche H.; eine grüne H. haben (ugs.; bei der Pflege von Pflanzen in Bezug auf das Gedeihen guten Erfolg haben); klebrige Hände haben (ugs.; zum Stehlen neigen); schmutzige Hände haben (geh.; in eine ungesetzliche Angelegenheit verwickelt, an etw. [mit]schuldig sein); linker H., rechter H. (links/rechts): linker H. liegt der See; an H. (↑ anhand ); jmdm. etw. an die H. geben (jmdm. etw. geben, überlassen, zur Verfügung stellen, was dieser für einen bestimmten Zweck braucht): der Beauftragte des Unternehmens hat ihm alles Material an die H. gegeben, das er für seine Arbeit braucht; jmdm. [bei etw.] an die H. gehen (jmdm. bei einer Arbeit durch Handreichungen o. Ä. helfen, ihn bei der Arbeit unterstützen): sie klagte darüber, dass ihr bei der Hausarbeit nie jemand an die H. ginge; jmdn. an der H. haben (ugs.; jmdn. kennen, zu jmdm. Verbindung haben, den man gegebenenfalls für bestimmte Dienste in Anspruch nehmen kann): er hat einen guten Rechtsanwalt an der H.; sich <Dativ> etw. an beiden Händen abzählen/abfingern können (ugs.; sich etw. leicht denken, etw. leicht vorhersehen können); [klar] auf der H. liegen (ugs.; ganz offenkundig, klar erkennbar, eindeutig sein): die Folgen der Dürre lagen auf der H.; [bar] auf die [flache] H. (ugs.; sofort in bar [und ohne weitere Abzüge]): sie wollte keinen Scheck, sondern alles bar auf die flache H.; auf die H. bekommen (als Bargeld erhalten): er gibt immer alles aus, was er auf die H. bekommt; jmdn. auf Händen tragen (jmdn., dem man zugetan ist, sehr verwöhnen, alles für ihn tun; nach Ps. 91, 11, 12); aus der H. (ohne Unterlagen, ohne genauere Prüfung): so aus der H. kann ich es nicht genau sagen; aus erster H. (vom ersten Besitzer: Gebrauchtwagen aus erster H.; er hat das Auto aus erster H. gekauft. [in Bezug auf Informationen, Nachrichten] aus sicherer Quelle: die Nachricht ist, stammt aus erster H.); aus zweiter H. (gebraucht, nicht neu: etw. aus zweiter H. kaufen. vom zweiten Besitzer: er hat sein Auto aus zweiter H. von einem Mittelsmann: Informationen aus zweiter H.); aus, von privater H. (von einer Privatperson): etw. von privater H. kaufen; jmdm. aus der H. fressen (ugs.; jmdm. so ergeben sein od. von jmdm. innerlich so abhängig sein, dass man alles tut, was er von einem erwartet od. verlangt); etw. aus der H. geben (etw. weggeben, [vorübergehend] einem anderen überlassen, anvertrauen: ein wertvolles Buch nicht aus der H. geben. ein Amt od. dgl. nicht länger innehaben wollen, auf seine Weiterführung verzichten: der Senior hat die Leitung des Unternehmens aus der H. gegeben); [aus der] H. spielen (Skat; ohne den Skat aufzuheben spielen): einen Grand aus der H. spielen; ich spiele Pik H.; jmdm. etw. aus der H. nehmen (jmdm. etw. entziehen, wegnehmen): man hat vergeblich versucht, ihm die Entscheidungsgewalt wieder aus der H. zu nehmen; etw. bei der H. haben (etw. greifbar haben: hast du einen Bleistift bei der H.? um etw. nicht verlegen sein, etw. parat haben: natürlich haben die beiden Ausreden bei der H.); [mit etw.] schnell/rasch bei der H. sein (ugs.; sehr schnell, voreilig, unbedacht urteilen, sich äußern, reagieren usw. ): er ist [allzu] schnell bei der H., einen anderen zu verurteilen; durch jmds. H./Hände gehen (im Laufe der Zeit, einer gewissen Zeit von jmdm. bearbeitet, behandelt, gebraucht werden): wie viele Patienten sind in all den Jahren durch seine Hände gegangen?; [schon/bereits] durch viele Hände gegangen sein (schon häufig den Besitzer gewechselt haben); hinter vorgehaltener H. (im Geheimen, inoffiziell): etw. hinter vorgehaltener H. sagen; [mit jmdm.] H. in H. arbeiten (so [mit jmdm.] zusammenarbeiten, dass man sich gegenseitig ergänzt, sodass im Arbeitsablauf Stockungen vermieden werden); mit etw. H. in H. gehen (mit etw. einhergehen 2 ): mit einer Rezession geht meist ein Ansteigen der Arbeitslosigkeit H. in H.; in die Hände spucken (ugs.; ohne Zögern u. mit Schwung an die Arbeit gehen); jmdm., einer Sache in die H./in die Hände arbeiten (etw. tun, womit man unbeabsichtigt jmdm. hilft, einer Sache Vorschub leistet): durch sein Verhalten hat er den Gangstern in die Hände gearbeitet; jmdn., etw. in die H./in die Hände bekommen/kriegen ([durch Zufall] einer Person od. Sache habhaft werden): die Dokumente darf er niemals in die H. bekommen; wenn sie ihn in die Hände bekommen, ist er verloren; jmdm. in die H./in die Hände fallen, kommen (durch Zufall von jmdm. gefunden werden): diese Lampe ist mir beim Stöbern auf einem Trödelmarkt in die Hände gefallen; jmdm. in die Hände fallen (in jmds. Besitz kommen: die Dokumente sind einem ausländischen Geheimdienst in die Hände gefallen. in jmds. Gewalt geraten: der Spähtrupp ist dem Feind in die Hände gefallen); jmdn., etw. in jmds. H. geben (geh.; jmdn., etw. jmdm. überantworten); etw. in der H. haben (etw. [worauf man sich stützen kann, was einem eine Handhabe bietet] haben: er hat Dokumente in der H., mit denen er sie erpressen kann. Entscheidungsgewalt über etw. besitzen: er hatte es in der H., den Dieb anzuzeigen); jmdn. in der H. haben (jmdn. in seiner Gewalt haben, ihn lenken können; jmds. völlig sicher sein): er wusste, dass sie ihn wegen der Falschaussage in der H. hatte; sich in der H. haben (sich in der Gewalt, unter Kontrolle haben, sich beherrschen können): nach dem Unfall hatte er sich noch nicht wieder in der H.; etw. in Händen halten (über etw. verfügen); etw. in jmds. H. /Hände legen (geh.; jmdn. mit etw. betrauen): er legte die Leitung des Kongresses in die Hände seines Stellvertreters; in jmds. H. liegen/stehen (geh.; in jmds. Macht, Verantwortung gegeben sein); etw. in die H. nehmen (sich einer Sache annehmen, sich um etw. kümmern); Geld in die H. nehmen ([für einen bestimmten Zweck] Geld einsetzen, aufwenden); in jmds. H. sein (in jmds. Gewalt sein); in festen Händen sein (ugs.; einen festen Freund, eine feste Freundin haben, nicht mehr frei sein für eine Bindung); in guten, sicheren usw. Händen sein (in guter, sicherer usw. Obhut, Betreuung sein); jmdm. etw. in die H./in die Hände spielen (jmdm. etw. zuspielen): der Geheimdienst spielte dem Generaldirektor das brisante Dossier in die Hände; jmdm. etw. in die H. versprechen (jmdm. etw. fest versprechen); in jmds. H./Hände übergehen (in jmds. Besitz übergehen): mit der gesamten Erbschaft ging auch die Firma in die Hände der Nichte über; mit Händen zu greifen sein (offenkundig, für jedermann erkennbar, wahrnehmbar sein): die Spannung im Raum war mit Händen zu greifen; sich mit Händen und Füßen [gegen jmdn., etw.] sträuben/wehren (ugs.; sich auf das Heftigste [gegen jmdn., etw.] wehren, sträuben): als man sie festnehmen wollte, wehrte sie sich mit Händen und Füßen; mit leeren Händen (ohne eine Gabe mitzubringen: zu der Party war keiner mit leeren Händen gekommen. ohne in einer bestimmten Sache etw. erreicht zu haben, ohne greifbares positives Ergebnis: auf keinen Fall wollte sie von ihrer Mission mit leeren Händen zurückkommen); mit leichter H. (ohne Anstrengung od. krampfhafte Bemühung); mit der linken H. (ugs.; ohne jede Anstrengung, ganz mühelos): seine Schularbeiten macht er mit der linken H.; mit sanfter H. (auf sanfte 4 b Art); mit starker/fester H. (tatkräftig, streng): der Monarch regierte sein Volk mit fester H.; mit vollen Händen (in verschwenderisch großer Menge): sein, das Geld mit vollen Händen ausgeben, verschenken, zum Fenster hinauswerfen; um jmds. H. anhalten/bitten (geh. veraltend; jmdm. einen Heiratsantrag machen); jmdn. um jmds. H. bitten (geh. veraltend; jmdn. [dessen Tochter man heiraten möchte] um die Einwilligung bitten, jmdn. zu heiraten); unter der H. (im Stillen, heimlich u. unter Missachtung geltender Regeln): etw. unter der H. erfahren; etw. unter der H. regeln, verkaufen; Informationen unter der H. weitergeben; einen Posten unter der H. vergeben; unter der H. (über inoffizielle Kanäle) erfuhren sie von dem geplanten Attentat; etw. unter den Händen haben (etw. in Arbeit haben); jmdm. unter den Händen zerrinnen ([bes. in Bezug auf Geld, Vermögen] sich schnell verringern, aufzehren); von jmds. H. (geh.; durch jmdn., jmds. Tat): sie war von des Liebsten Hand gestorben; jmdm. [gut, flott usw. ] von der H. gehen ([in Bezug auf eine Arbeit, Tätigkeit] von jmdm. rasch, ohne Schwierigkeiten erledigt, geschafft werden); etw. von langer H. vorbereiten, planen usw. (etw. lange u. sorgfältig vorbereiten, planen usw.; vgl. spätlat. longa manu = langsam [eigtl. = mit langer Hand]): der Überfall war von langer H. geplant; etw. von der H. weisen (etw. [als unzutreffend, unzumutbar, abwegig] zurückweisen): ich würde das nicht ohne Weiteres von der H. weisen; sich nicht von der H. weisen lassen/nicht von der H. zu weisen sein (offenkundig sein, nicht zu verkennen sein, sich nicht ausschließen lassen; wohl mit Bezug darauf, dass etwas, was sich auf der Hand befindet, deutlich sichtbar ist): diese Möglichkeit ist nicht [ganz] von der H. zu weisen; von der H. in den Mund leben (seine Einnahmen sofort für seine Lebensbedürfnisse wieder ausgeben [müssen]; ohne finanziellen Rückhalt leben); von H. zu H. gehen (häufig den Besitzer wechseln); zur linken H., zur rechten H. (links, rechts); zu treuen Händen (geh., oft scherzh.; [in Bezug auf etw., was man einem anderen zur vorübergehenden Benutzung, zur Aufbewahrung od. dgl. anvertraut] zur guten, sorgsamen Behandlung, Verwahrung od. dgl.): vor seiner Abreise hatte er das Haus und die Schlüssel seinem Freund zu treuen Händen übergeben; etw. zur H. haben (etw. greifbar, verfügbar, bereithaben); zur H. sein (greifbar, verfügbar, bereit sein): eine Schere war gerade nicht zur H.; mit etw. zur H. sein (etw. bereit-, verfügbar haben, mit etw. zur Stelle sein): mit guten Angeboten ist er stets zur H.; jmdm. zur H. gehen (jmdm. bei einer Arbeit durch Handreichungen helfen): das Mädchen ging der Mutter beim Backen zur H.; zu Händen ([bei Briefanschriften an eine übergeordnete Stelle in Verbindung mit dem Namen der Person, in deren Hände die Postsache gelangen soll] zu übergeben an; Abk.: z. H., z. Hd., z. Hdn.): zu Händen [von] Herrn Müller, (selten:) des Herrn Müller.


2.<o. Pl.> (veraltend) kurz für [Hand]schrift: eine saubere, leserliche, ausgeschriebene H.


3.<o. Pl., ugs. gelegtl.: Hände; meist ohne Art.> (Fußball) Handspiel: absichtliche H.; angeschossene H. (unabsichtliches Handspiel, bei dem sich Hand od. Arm nicht zum Ball bewegen); der Schiedsrichter pfiff H., entschied auf H.; Hand!


4. (Boxen Jargon) Schlag, Treffer: er brachte im Nahkampf immer einige Hände mehr unter als sein Gegner; nach einer schweren rechten H. (Schlag mit der rechten Faust) musste er auf die Bretter.


5.<o. Pl.> (Reiten) a)kurz für ↑ Vorhand (3) ;

b)kurz für ↑ Mittelhand (2) ;

c)kurz für ↑ Hinterhand (2) .

hand  

Hạnddie; -, Hände1. Getrennt- oder Zusammenschreibung:
- linker Hand, rechter Hand; letzter Hand
- freie Hand haben; [an etwas] Hand anlegen
- etwas an, bei, unter der Hand haben, auch: etwas unter der Hand (heimlich, im Stillen) regeln
- jmdm. an die Hand gehen; aber anhand des Buches, von Unterlagen
- Hand in Hand arbeiten, die Hand in Hand Arbeitenden, aber (vgl. d.) Zur Zusammenschreibung vgl. auch die folgenden Zusammensetzungen:
- abhandenkommen, allerhand, handhaben, kurzerhand, überhandnehmen, vorderhand, vorhanden, zuhanden2. Bei Maß- u. Mengenangaben:
- das Regalbrett ist eine Hand breit
- eine Handbreit (vgl. d.) od. Hand breit Tuch ansetzen, der Rand ist kaum handbreit; zwei Hände od. zwei Handbreit od. zwei Hand breit groß, lang
- er hat die eine Hand voll Kirschen
- eine Handvoll od. Hand voll Kirschen essen3. Beim Skat:
- einen Grand aus der Hand, einen Grand Hand spielen

Hạnd|ball; Handball spielen
↑ K 82hạnd|lang; ein handlanger Schnitt, aber der Schnitt war zwei Hạnd lạng
Hand  


1. (ugs.): Patsche; (salopp): Pfote, Pranke, Pratze; (salopp, oft abwertend): Klaue, Tatze; (ugs. scherzh. od. abwertend): Flosse.

2. (Fußball): Handspiel; (Fußball österr., schweiz.): Hands.

[Hand]
[Hände, Händen]

an die Hand geben
bereitstellen, geben, überlassen, vorsetzen, zur Verfügung stellen.

an die Hand gehen
assistieren, behilflich sein, Hand anlegen, helfen, Hilfe leisten, mithelfen, mitmachen, unter die Arme greifen, unterstützen; (geh.): beispringen, Beistand leisten; (geh. od. iron.): Hilfe angedeihen lassen; (landsch.): mittun.

aus der Hand geben
fortgeben, hergeben, überlassen, weggeben; (geh.): dreingeben, sich entäußern, preisgeben; (dichter.): dahingeben; (ugs.): vermachen, wegschenken; (leicht scherzh.): verehren.
[• Hand]
[Hände, Händen]
Hand  

Hạnd, die; -, Hände u. (bei Maßangaben:) - [mhd., ahd. hant, wahrsch. eigtl. = Greiferin, Fasserin]:

1.von Handwurzel, Mittelhand u. fünf Fingern gebildeter unterster Teil des Armes bei Menschen u. Affen, der die Funktionen des Haltens, Greifens usw. hat: die rechte, linke H.; schmale, klobige, feingliedrige, schöne Hände; feuchte, kalte Hände haben; seine Hände zitterten; der zwei H./Hände breite Saum; der Saum ist eine H. breit; sie hat bei der Arbeit eine ruhige, sichere H., sie arbeitet mit ruhiger, sicherer H. (ihre Handbewegungen bei der Arbeit sind ruhig, sicher); keine H. frei haben; jmdm. die H. geben, reichen, drücken, schütteln, küssen; küss die H.!; Hände hoch [oder ich schieße]!; sich die Hände waschen, abwischen; es war so dunkel, dass man die H. nicht vor den Augen sehen konnte; jmdm. die H. darauf geben (versichern, fest versprechen), dass ...; H. drauf! (versprich es mir/ich verspreche es dir!); sie hatte die Hände voll Kirschen; eine H. voll schwarze[r] Kirschen; ein paar H./Hände voll Reis; eine H. voll (einige wenige) Demonstranten; nicht einmal eine H. voll (nicht einmal fünf) Leute sind zu dem Forum gekommen; jmdm. die H. zur Versöhnung bieten, reichen (geh.; seine Bereitschaft zur Versöhnung kundtun); sie nahm das Kind an die Hand; nimm dem Kind das Messer aus der H., aus den Händen!; die letzten Extrablätter wurden ihm förmlich aus der H. gerissen; die Tiere fraßen [uns] aus der H.; sie legte ihre Arbeit aus der H. (legte sie vorübergehend beiseite, hörte vorübergehend damit auf); sie aßen [ihr Picknick] aus der H. (ohne Zuhilfenahme von Bestecken, Tellern); eine Zigeunerin las ihm [seine Zukunft] aus der H. (aus den Handlinien); jmdn. bei der H. nehmen (ihn führen); etw. in der H., in [den] Händen haben, halten, tragen; das Messer in die H. nehmen; er hat schon lange kein Buch mehr in die H. genommen (kein Buch mehr gelesen); sie klatschten in die Hände; die Kinder gingen H. in H. (hielten sich an den Händen); jmdm. etw. in die H. drücken (jmdm. [beiläufig od. verstohlen] etw. geben); mit sanfter H. über etw. streichen; sich mit der H. durchs Haar fahren; sich mit Händen und Füßen (scherzh.; durch viele Gesten, gestikulierend) verständlich machen; das Kleid ist von H. genäht; eine Sonate für vier Hände/zu vier Händen (Musik; vierhändig zu spielen); er nahm einen Bleistift zur H. (in die Hand); der Brief ist mit der H. geschrieben;

RH. aufs Herz! (Aufforderung, seine Meinung, Überzeugung ehrlich zu sagen; urspr. eine Gebärde beim Ablegen eines Eides); nicht in die hohle H.! (ugs.; nicht eimal geschenkt, auf keinen Fall); besser als in die hohle H. geschissen (derb; besser als gar nichts);
eine H. wäscht die andere (ein Dienst zieht einen Gegendienst nach sich);

*die öffentliche H., die öffentlichen Hände (der Staat als Verwalter des öffentlichen Vermögens); die Tote H. (Rechtsspr.; öffentlich-rechtliche Körperschaft o. Ä., die ihr Eigentum nicht veräußern od. vererben kann); jmds. rechte H. (jmd., der in einer einem anderen untergeordneten Position diesem wichtige Arbeiten abnimmt, ihn bei seiner Arbeit unterstützt): als seine rechte H. ist sie ihm unentbehrlich; jmdm. rutscht die H. aus (ugs.; jmd. schlägt einen anderen im Affekt); jmdm. sind die Hände/Hände u. Füße gebunden (jmd. kann nicht so handeln od. entscheiden, wie er möchte, weil seine Handlungs-, Entscheidungsfreiheit durch bestimmte äußere Umstände entscheidend eingeengt ist); eine lockere H. haben (ugs.; ↑ Handgelenk); freie H. haben (tun können, was man will): bei seinen Entscheidungen hat er freie H.; H. und Fuß haben (gut durchdacht sein; urspr. bezogen auf jmdn., der unversehrt, nicht verstümmelt ist, sodass man sich voll auf seine körperliche Leistungsfähigkeit verlassen kann): der Plan muss aber H. und Fuß haben; [bei etw. selbst mit] H. anlegen (bei einer Arbeit [aus freiem Antrieb] mithelfen): der Chef muss selbst mit H. anlegen; die/seine/die hohle H. aufhalten/hinhalten (ugs.; für Trinkgelder, finanzielle Zuwendungen o. Ä. sehr empfänglich sein); keine H. rühren (ugs.; jmdm. nicht helfen, nicht beispringen, obwohl man sieht, dass er sich sehr abmühen muss); H. an sich legen (geh.; sich mit einer Waffe töten, Selbstmord begehen); H. an jmdn. legen (geh.; jmdn. tätlich angreifen [u. töten]); [die] letzte H. an etw. legen (die letzten abschließenden Arbeiten an etw. ausführen); jmdm. die H. [zum Bund] fürs Leben reichen (geh.; jmdn. heiraten); sich/(geh.:) einander die H. reichen können (geh.; im Hinblick auf ein bestimmtes, meist negativ beurteiltes Verhalten gleich sein): ihr beide könnt euch die H. reichen, von euch ist einer so unzuverlässig wie der andere; jmdm. die Hände schmieren/versilbern (ugs.; jmdn. bestechen); alle/beide Hände voll zu tun haben (ugs.; sehr beschäftigt sein; viel zu tun, viel Arbeit haben; mit etw. große Mühe haben): ich habe im Augenblick beide Hände voll zu tun, kannst du nicht ein anderes Mal kommen?; sich <Dativ> die H. für jmdn., etw. abhacken/abschlagen lassen (ugs.; sich vorbehaltlos u. uneingeschränkt für jmdn., etw. verbürgen); jmdm. auf etw. die H. geben (von etw. fest überzeugt sein u. dies jmdm. versichern): das wird so kommen, darauf geb ich dir die H.; die Hände in den Schoß legen, in die Taschen stecken (sich ausruhen, einmal nichts tun. sich untätig verhalten, wo man eigentlich helfend eingreifen müsste); die/seine H. auf etw. halten (ugs.; dafür sorgen, dass etw. nicht verschwenderisch ausgegeben od. verbraucht wird); die H. auf der Tasche halten (ugs.; nicht leicht Geld ausgeben, geizig sein); die/seine H. auf etw. legen (geh.; von etw. Besitz ergreifen); bei etw. die/seine H., seine Hände [mit] im Spiel haben (bei etw. heimlich beteiligt sein): da hatte der BND seine H. im Spiel; überall seine H./seine Hände im Spiel haben (überall mitreden u. seinen Einfluss geltend machen); seine Hände in Unschuld waschen (geh.; beteuern, dass man an einer Sache nicht beteiligt war u. darum nicht zur Verantwortung gezogen werden kann, dass man mit bestimmten Vorgängen nichts zu tun hat; nach Matth. 27, 24 u. Ps. 26, 6; Pilatus wusch sich vor der Verurteilung Jesu die Hände zum Zeichen, dass er an seinem Tode unschuldig sei); für jmdn., etw. die/seine H. ins Feuer legen (sich vorbehaltlos u. uneingeschränkt für jmdn., etw. verbürgen; bezogen auf die ma. Feuerurteile, bei denen der Angeklagte, um seine Unschuld zu beweisen, seine Hand ins Feuer halten musste u. als unschuldig galt, wenn er keine Verbrennungen erlitt); die H. in anderer, fremder Leute Taschen haben (auf Kosten anderer leben); die Hände überm Kopf zusammenschlagen (ugs.; sehr verwundert od. entsetzt sein; eigtl. eine Gebärde, durch die man in der Gefahr den Kopf zu schützen sucht); die/seine H. über jmdn. halten (geh.; jmdm. Schutz, Beistand gewähren; nach einem alten Rechtsbrauch, nach dem jmd., dem das Begnadigungsrecht zustand, die Hand über einen Angeklagten od. Verurteilten
Hand  

n.
<f. 7u>
1 das mit dem Vorderarm verbundene Greif- u. Tastglied von Menschen u. Affen; Handschrift; <bei manchen Tieren, z.B. Pferden> Fuß (Hinter~); <fig.> Besitzer
2 die Sache hat ~ und Fuß ist gut durchdacht; die Sache hat weder ~ noch Fuß ist nicht durchdacht;
3 (mit) ~ anlegen (bei) (mit)helfen (bei); jmdm. die ~ od. die Hände auflegen (um ihn zu segnen od. um ihn durch [vermeintl.] innere Kräfte zu heilen suchen); mir ist die ~ ausgerutscht <umg.> ich habe ihm, ihr eine Ohrfeige gegeben; jmdm. die ~ (zur Versöhnung) bieten; jmdn. eine hilfreiche ~ bieten, leihen Hilfe anbieten; mir sind die Hände gebunden ich kann in dieser Sache nichts tun; jmdm. die ~ drücken, schütteln (zur Begrüßung, zum Abschied, zum Beglückwünschen); die Hände falten; einem Kind die ~ führen (beim Schreiben); jmdm. die ~ geben, reichen; bittend die Hände heben; einer Dame die ~ küssen; (ich) küss' die ~! (österr. Grußformel Frauen gegenüber); sich die Hände reiben (vor Kälte, vor Vergnügen od. Schadenfreude); auf der linken/rechten ~ reiten (in der Reitbahn) linksherum/rechtsherum reiten; die Hände ringen (vor Verzweiflung) <fig.> sehr verzweifelt sein; sich die Hände waschen, bürsten; eine ~ wäscht die andere <fig.> man hilft sich gegenseitig, ist einander gefällig; meine ~ zittert
4 ;behaarte, gepflegte Hände haben; blutige Hände haben <poet.> jmdn. ermordet haben; breite, schmale, große, kleine, kräftige, zarte, schöne, harte, weiche Hände; er muss eine feste ~ fühlen, spüren feste, strenge Führung haben; die flache ~ die mit der Innenfläche nach oben ausgestreckte H.; keine ~ frei haben viel Gepäck tragen; jmdm. freie ~ lassen jmdn. nach seinem Gutdünken handeln lassen; eine glückliche ~ beweisen, haben erfolgreich in einer Unternehmung sein; eine gute, schöne ~(schrift) schreiben; heiße, warme, kalte, feuchte Hände; jmdm. eine hilfreiche ~ bieten jmdm. helfen od. Hilfe anbieten; Hände hoch! (Aufforderung an den Gegner, damit man vor Angriff sicher ist); eine leichte, schwere ~ haben (beim Schreiben, Reiten usw.); Ausgabe letzter ~ die letzte Ausgabe, die vom Verfasser selbst durchgesehen worden ist; er hat zwei linke Hände er ist ungeschickt; eine lockere ~ haben <umg.> leicht Ohrfeigen austeilen; eine offene ~ haben gern schenken (bes. Geld), freigebig sein; die öffentliche ~ Behörde, Regierung, Verwaltung; rechter, linker ~ (liegt eine Wiese) rechts, links; jmds. rechte ~ sein <fig.> jmds. Stütze, Helfer, wichtigster Mitarbeiter sein; reine, saubere Hände haben <fig.> ehrenhaft, unschuldig sein; eine ruhige ~ haben nicht zittern; schmutzige Hände haben <fig.> unehrenhaft gehandelt haben; sich die Hände nicht schmutzig machen wollen sich vor prakt. Arbeit scheuen; Politik der starken ~ Politik, die sich auf überlegene Macht stützt; tote ~ <veraltet> Kirche, Körperschaft, u.a. als Besitzer eines unveräußerl. u. unteilbaren Gutes od. Vermögens; ich habe gerade die Hände voll viel zu tragen; die ~ voll Beeren haben; → a. Handvoll; alle Hände voll zu tun haben sehr viel zu tun haben;
5 ;jmdn. an der ~ führen; jmdm. die Mittel an die ~ geben, etwas zu erreichen, zu tun; jmdm. an die ~ gehen <fig.> helfen; etwas an der ~ haben zum Verkauf, zum Gebrauch, zur Verfügung haben; ein Kind an die ~ nehmen; ~ an sich legen Selbstmord begehen; die letzte ~ an etwas legen, die letzte ~ anlegen etwas völlig fertig machen, die letzten Kleinigkeiten an etwas anbringen; die ~ an jmdn. legen jmdn. tätlich angreifen; etwas an ~, <auch> anhand von Beispielen erläutern durch, mithilfe von B.; jmdm. hundert Mark auf die (flache) ~ zahlen bar, sofort u. ohne Abzug; das liegt auf der ~! <fig.> das ist klar erkennbar; auf den Händen stehen oder laufen können; jmdn. auf Händen tragen <fig.> für jmdn. mit großer Zuvorkommenheit u. Liebe sorgen; die ~ auf etwas legen Besitz von etwas ergreifen, etwas beschlagnahmen; ~ aufs Herz! gib es ehrlich zu, sei ehrlich!; gib mir die ~ darauf versprich es mir fest; aus der ~ fressen <fig.> sehr fügsam sein(von Menschen); etwas aus der ~ geben weggeben; einen Gegenstand aus der ~ legen weglegen; jmdm. die Waffe aus der ~ schlagen; aus freier ~, aus der freien ~ zeichnen ohne Vorlage; aus der freien ~ fotografieren ohne Stütze, ohne Stativ; Wasser aus der hohlen ~ trinken; etwas aus zweiter ~ kaufen gebraucht, antiquarisch; jmdn. bei der ~ fassen; ich habe das Buch nicht bei der ~ nicht greifbar, nicht da; bitte gib mir das Buch, wenn du es gerade bei der ~ hast wenn du es nicht erst suchen musst; rasch bei der ~ sein gleich Hilfe leisten können; er ist mit einer Ausrede rasch bei der ~ er hat immer eine A. bereit; die Briefe gehen alle durch seine Hände er prüft sie alle u. leitet sie weiter; das Grundstück ist durch viele Hände gegangen hat oft den Eigentümer gewechselt; jmdm. die ~ fürs Leben reichen jmdn. heiraten; die ~ gegen jmdn. erheben tätlich werden, ihn schlagen (wollen); ~ in ~ (mit) zusammen (mit); mit jmdm. ~ in ~ arbeiten einander beim Arbeiten gut ergänzen; mit etwas ~ in ~ gehen zur gleichen Zeit geschehen; mit jmdm. ~ in ~ gehen <fig.> derselben Meinung sein; jmdm. in die Hände arbeiten jmdm. einen (unberechtigten) Vorteil zukommen lassen; jmdm. ein Geldstück o.Ä. in die ~ drücken geben; er ist Verbrechern in die Hände gefallen, er ist in die Hände von Verbrechern gefallen in ihre Gewalt geraten; ein Tier, einen wertvollen Gegenstand in jmds. Hände geben jmdm. zum Versorgen, Verwahren geben; jmdm. in die Hände geraten in jmds. Gewalt geraten; etwas in Händen haben besitzen od. verwahren, <fig.> beherrschen; sich in der ~ haben sich beherrschen können; er hat es in der ~, ob … er kann darüber entscheiden; in die Hände klatschen; einen Gegenstand in die ~ nehmen; die Augen in die ~ nehmen <umg.> genau hinschauen, etwas zu erkennen suchen, bes. bei Dunkelheit; eine Sache (selbst) in die ~ nehmen (selbst) für die (rasche) Erledigung sorgen; jmdm. einen Gegenstand in die Hände spielen ihm geschickt u. unbemerkt zukommen lassen; in die Hände spucken (um zupacken zu können); den Kopf in die ~ stützen; jmdm. etwas in die ~ versprechen fest, mit Handschlag versprechen; die Führung liegt in seinen Händen er hat die F.; alle Fäden laufen in seiner ~ zusammen er hat die Leitung, er überblickt das Ganze; in andere Hände übergehen den Besitzer wechseln; er nahm sein Herz in beide Hände <fig.> er nahm all seinen Mut zusammen; das Geheimdokument ist in die falschen Hände gelangt, geraten; in festen Händen sein im festen Besitz sein, unverkäuflich sein; <fig.> verlobt, gebunden sein; einen Hund in gute Hände geben jmdm. geben, der ihn gut versorgt; das Geld ist bei ihm in guten Händen er verwahrt es treulich; in schlechte Hände geraten <fig.> (von Sachen) in jmds. Verwahrung geraten, der die Sache schlecht behandelt; <fig.>(von Personen) unter schlechten Einfluss geraten; für ihn lege ich die ~ ins Feuer für ihn stehe ich ein, von seiner Anständigkeit bin ich überzeugt; die Hände in den Schoß legen müßig sein, untätig sein; die ~ im Spiele haben (bei etwas) beteiligt sein (bes. bei unehrenhaften Angelegenheiten); sich die Hände in Unschuld waschen mit etwas nichts zu tun haben wollen; das ist doch mit Händen zu greifen deutlich erkennbar, offensichtlich; mit den Händen reden seine Worte mit lebhaften Handbewegungen unterstreichen, gestikulieren; einen Brief mit der ~ schreiben; einen heißen Topf mit bloßen Händen angreifen; mit eigener ~ selbst; mit eiserner ~ durchgreifen energisch, rücksichtslos; das nehme ich mit geschmatzten Händen <umg.; scherzh.> sehr gern, mit Freuden <nach der Geste, sich die Fingerspitzen zu küssen, um Genuss auszudrücken> einem Kind mit harter ~ etwas beibringen durch Schläge; mit leeren Händen kommen ohne Geschenk; das mache ich mit der linken ~ mühelos; mit vollen Händen schenken, Geld ausgeben reichlich, übermäßig; die Augen mit der ~ gegen die Sonne schützen; sich mit Händen u. Füßen (gegen etwas) sträuben, wehren; die Hände über jmdn. od. etwas halten ihn beschützen, es gut hüten; die Hände überm Kopf zusammenschlagen <fig.> sehr erstaunt, überrascht, entsetzt sein; um die ~ eines Mädchens anhalten die Eltern des Mädchens bitten, es heiraten zu dürfen; etwas unter der ~ verkaufen heimlich, ohne Aufhebens; er ist dem Arzt unter den Händen gestorben während der Arzt ihn noch behandelte, operierte; von ~ (gearbeitet) mit der H.; die Arbeit geht ihr gut, leicht von der ~ sie macht sie schnell u. gut; das ist nicht von der ~ zu weisen das ist wohl möglich, denkbar, nicht ausgeschlossen; von langer ~ vorbereitet lange Zeit vorbereitet; von zarter ~ etwas angeboten bekommen von einem Mädchen, einer Dame; von der ~ in den Mund leben sofort verbrauchen, was man verdient, sich nichts sparen; seine (schützende) ~ von jmdm. od. etwas abziehen nicht mehr für jmdn. od. etwas sorgen; davon möchte ich lieber die Hände lassen damit möchte ich nichts zu tun haben; von seiner Hände Arbeit leben sich selbst erhalten, ohne fremde Hilfe; das Bild ging von ~ zu ~ wurde von einem zum andern weitergereicht; man sieht die ~ nicht vor den Augen es ist so dichter Nebel od. so dunkel, dass man nichts sehen kann; jmdm. zur ~ gehen helfen; etwas zur ~ haben griffbereit haben; ein Buch zur ~ nehmen in die Hand nehmen (um zu lesen); jmdm. einen Brief zu eigenen Händen übergeben dem Betreffenden persönlich; jmdm. etwas zu treuen Händen übergeben in Verwahrung geben, im Vertrauen darauf, dass der Betreffende die Sache ordentlich behandelt, besorgt; Firma X, zu Händen des, <od.> von Herrn Y (in Adressen) für Herrn Y in der Firma X bestimmt; jmdm. die ~ zum Kuss reichen [<ahd. hant, engl. hand, got. handus <germ. *handu- „die Fassende, Greifende“]
[Hand]
[Hände, Händen]