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Herz  

Hẹrz, das; -ens (med. auch stark gebeugt: des Herzes, dem Herz), -en [mhd. herz(e), ahd. herza, altes idg. Wort]:

1.a)Organ, das den Blutkreislauf durch regelmäßige Zusammenziehung u. Dehnung antreibt u. in Gang hält: ein gesundes, kräftiges, gutes, schwaches H.; das H. schlägt [regelmäßig], klopft, pocht, hämmert, flattert; sein H. hat versagt, arbeitet nicht mehr; ihr H. ist angegriffen, nicht ganz in Ordnung; das H. wollte ihm vor Freude zerspringen (geh.; er war freudig erregt); ihm stockte das H. vor Schreck (geh.; er erschrak heftig); vor Angst schlug ihr das H. bis zum Hals [hinauf]; sein H. krampfte sich bei dem Anblick zusammen; der Arzt hat das H. untersucht, abgehorcht; ein H. verpflanzen; eine Operation am offenen -en (am Herzen bei geöffnetem Brustkorb); sie hat es schon seit Jahren am Herz[en], mit dem Herz[en] (ugs.; ist herzkrank); jmdn. ans, an sein H. drücken (geh.; an sich, an die Brust drücken, umarmen); er hat schon viele -en gebrochen (oft Erfolg bei Frauen gehabt);

*jmdm. dreht sich das H. im Leib[e] herum (jmd. ist über etw. sehr bekümmert, von etw. schmerzlich berührt); jmdm. blutet das H. (jmd. ist von etw. schmerzlich berührt u. voller Mitleid): beim Anblick der hungernden Kinder blutete ihm das H.; jmdm. lacht das H. im Leib[e] (jmd. ist über etw. sehr erfreut, von etw. freudig angetan); das, jmds. H. schlägt höher (jmd. ist erwartungsvoll, voller freudiger Erregung): der Anblick ließ sein H., ließ die -en höherschlagen; jmdm. das H. brechen (geh.; jmdm. unerträglich großen Kummer bereiten [sodass es ihm die Lebenskraft raubt]): der tragische Tod des einzigen Kindes brach ihr das H.; jmdm. das H. abdrücken (geh.; jmdn. sehr bedrücken); das H. auf dem rechten Fleck haben (eine vernünftige, richtige Einstellung haben; ein tüchtiger, hilfsbereiter, uneigennütziger Mensch sein); jmdn., etw. auf H. und Nieren prüfen (ugs.; jmdn., etw. gründlich, eingehend prüfen; nach Psalm 7, 10); jmdn. (ein Kind) unter dem -en tragen (dichter.; ein Kind erwarten; schwanger sein);

b)als Speise dienendes Herz (1 a) bestimmter Schlachttiere: ein Pfund H. kaufen; es gab [gedünstetes] H. in Burgundersoße.



2.(meist geh.) in der Vorstellung dem Herzen (1 a) zugeordnetes, in ihm lokalisiert gedachtes Zentrum der Empfindungen, des Gefühls, auch des Mutes u. der Entschlossenheit: ein gütiges, gutes, treues, fröhliches, mutiges, tapferes, warmes, goldenes, edles, weiches, kaltes, hartes H.; einsames H. (Person, die sich einsam fühlt) sucht Partnerin zum Verwöhnen; sein Schicksal rührte, bewegte, ergriff die -en der Menschen; er wollte nicht sagen, was ihm das H. bedrückte; diese Frau hat kein H./ein H. aus Stein (ist herz-, mitleid-, gefühllos); er hat das H. eines Löwen (er ist sehr mutig, tapfer); er nahm traurigen -ens (traurig) Abschied; er steht ihrem -en sehr nahe (sie empfindet sehr viel für ihn); kannst du das reinen/(veraltend:) reines -ens (mit gutem Gewissen) behaupten?; im Grunde seines -ens (im Innersten) hatte er das schon immer verabscheut; die junge Sportlerin hatte sich in die -en des Publikums geturnt (hatte mit ihrer Leistung die Sympathien des Publikums gewonnen); seine Worte kamen von -en (waren aufrichtig, ehrlich gemeint); zu -en gehende (herzbewegende) Worte;

R man kann einem Menschen nicht ins H. sehen (es lässt sich nie genau ergründen, was ein anderer denkt, fühlt);
wes das H. voll ist, des geht der Mund über (wenn jmd. von etw. sehr angetan, berührt, begeistert ist, dann muss er es auch zum Ausdruck bringen; nach der Lutherschen Übers. von Matth. 12, 34);

*ein H. und eine Seele sein (unzertrennlich, sehr einig miteinander sein; nach Apg. 4, 32); jmds. H. hängt an etw. (jmd. möchte etw. sehr gern haben, behalten); jmds. H. gehört einer Sache (geh.; jmds. Interesse ist ganz auf etw. gerichtet; jmd. betreibt etw. mit Leidenschaft, lebt für etw.): sein H. gehört der Musik, dem Fußball; jmdm. ist, wird das H. schwer/jmdm. ist, wird [es] schwer ums H. (jmd. ist, wird sehr traurig, hat großen Kummer); jmdm. rutscht, fällt das H. in die Hose[n] (ugs., oft scherzh.; jmd. bekommt plötzlich Angst; volkst. scherzh. Bezug auf das Sinken des Muts, wobei wohl die Vorstellung mitspielt, dass Angst auf die Eingeweide schlägt u. zur unfreiwilligen Entleerung des Darms führen kann); alles, was das H. begehrt (alles, was man sich wünscht, was man nur haben möchte, wozu man Lust hat); das H. in die Hand/in beide Hände nehmen (seinen ganzen Mut zusammennehmen); nicht das H. haben, etw. zu tun (es nicht über sich bringen, nicht den Mut haben, etw. zu tun): er hatte nicht das H., ihr die Nachricht zu überbringen; (auch ohne Verneinung:) komm nur her, wenn du das H. [dazu] hast!; sich <Dativ> ein H. fassen (all seinen Mut zusammennehmen, sich überwinden [um etw. Unangenehmes zu tun, in Angriff zu nehmen]); sein H. an jmdn., etw. hängen (geh.; jmdm., einer Sache seine ganze Aufmerksamkeit, Liebe zuwenden); sein H. [an jmdn.] verlieren (geh.; sich in jmdn. verlieben); jmdm. sein H. schenken (dichter.; jmdn. sehr lieben, jmdm. seine ganze Liebe zuwenden); sein H. für jmdn., etw. entdecken (geh.; unvermutet Interesse für jmdn., etw. zeigen; sich [plötzlich] für jmdn., etw. begeistern; nach dem Lustspiel »Sie hat ihr Herz entdeckt« von Wolfgang Müller von Königswinter, 1865): erst in späteren Jahren entdeckte er sein H. für die Kunst; ein H. für jmdn., etw. haben (jmdm. gegenüber mitfühlend, hilfsbereit sein): er hat ein H. für Kinder, für die Welt des Theaters; jmdm. sein H. ausschütten (sich jmdm. anvertrauen; jmdm. seine Not od. seine Sorgen schildern; nach 1. Sam. 1, 15); jmdm. das H. schwer machen (jmdn. sehr traurig machen); das H. auf der Zunge haben/tragen (geh.; alles aussprechen, was einen bewegt; offenherzig, zu gesprächig sein); jmds. H./alle -en im Sturm erobern (geh.; jmds. Sympathie/alle Sympathien schnell gewinnen, schnell bei allen beliebt sein); jmdm. das H. zerreißen (geh.; jmdn. tief schmerzen); seinem -en einen Stoß geben (den inneren Widerstand überwinden u. sich rasch zu etw. entschließen); seinem -en Luft machen (ugs.; sich vom Ärger befreien; das, was einen ärgert u. bedrückt, aussprechen); leichten -ens (leicht; ohne dass es einem schwerfällt): da konnte er leichten -ens zustimmen; schweren/blutenden -ens (nur sehr ungern; tief bekümmert): sie ließ das Kind nur schweren -ens allein weggehen; jmdm. am -en liegen (für jmdn. ganz persönlich von großer Wichtigkeit sein): die Kinder und ihre Erziehung liegen ihm besonders am -en; jmdm. jmdn., etw. ans H. legen (jmdn. bitten, sich um jmdn. od. etw. besonders zu kümmern): vor der Abreise legte sie ihm noch einmal die Blumen, die Pflege der Blumen ans H.; jmdm. ans H. gewachsen sein (jmdm. besonders lieb geworden sein); etw. auf dem -en haben (ein persönliches Anliegen haben): na, was hast du denn auf dem -en?; jmdm. aus dem -en gesprochen sein (jmds. Meinung, Ansicht genau entsprechen): was du da sagst, ist mir [ganz] aus dem -en gesprochen; aus seinem -en keine Mördergrube machen (offen aussprechen, was man denkt u. fühlt; frei nach der lutherschen Übers. von Matth. 21, 13); aus tiefstem -en (geh.; sehr, aufrichtig): etw. aus tiefstem -en bedauern, verabscheuen; sich in die -en [der Menschen] stehlen (geh.; die Sympathie, Zuneigung vieler gewinnen); jmdn. ins/in sein H. schließen (jmdn. lieb gewinnen, sehr gern haben); jmdn. ins H. treffen (ugs.; jmdn. zutiefst verletzen, sehr kränken): dieser Vorwurf traf ihn ins H.; mit H. und Hand (veraltet; sowohl mit herzlicher Zuneigung wie mit entsprechenden Handlungen; voll u. ganz; aus dem Gedicht »Mein Vaterland« von Hoffmann von Fallersleben, 1839); mit halbem -en (geh.; ohne rechte innere Beteiligung, mit wenig Interesse); es nicht übers H. bringen, etw. zu tun (zu etw. nicht fähig sein); sich <Dativ> etw. vom -en reden (geh.; über etw., was einen bedrückt, mit einem anderen sprechen): er musste sich einmal seinen Kummer vom -en reden; von -en gern (sehr gern); von [ganzem] -en (sehr herzlich, aufrichtig: jmdm. von [ganzem] -en danken, alles Gute wünschen. aus voller Überzeugung: dazu kann ich von ganzem -en Ja sagen; nach Matth. 22, 37); sich <Dativ> etw. zu -en nehmen (etw. beherzigen: er nahm sich ihre Worte, Ermahnungen zu -en. etw. schwernehmen: nimm dir die Sache doch nicht so zu -en).


3.geliebte Person, Liebling (meist in der Anrede).


4.a)zentraler innerster Teil von höheren Pflanzen: das H. des Salats hat die zartesten Blätter;

b)innerster Bereich von etw.; Zentrum, (1), Mittelpunkt: im -en eines Landes, von Europa liegen, gelegen sein;

c)Zentrum, (2), Herz-, Kernstück: die Cafeteria bildet das H. der Grünanlage.



5.Figur, Gegenstand in Herzform: schokoladene -en; ein H. aus Marzipan; an einer Kette trug sie ein kleines H. aus Gold; ein H. zeichnen, malen; den Teig ausrollen und -en ausstechen;

*Tränendes H. (Pflanze mit hellgrünen, fiederteiligen Blättern u. meist rosa u. weiß gefärbten, herzförmigen Blüten in hängenden Trauben; Herzblume).


6.a) <meist o. Art.; o. Pl.> [dritthöchste] Farbe im Kartenspiel; Cœur: H. sticht, ist Trumpf; nach diesem Stich hätte er H. ziehen, spielen müssen;

b)<Pl. Herz> Spiel mit Karten, bei dem Herz (6 a) Trumpf ist: er hat [ein] H. ohne zwei gespielt; dieses H. wirst du verlieren;

c)<Pl. Herz> Spielkarte mit Herz (6 a) als Farbe: er hat sein einziges H. abgeworfen; er hat noch mindestens drei H. auf der Hand.

herz  

Herz  

Hẹrz, das; -ens (med. auch stark gebeugt: des Herzes, dem Herz), -en [mhd. herz(e), ahd. herza, altes idg. Wort]:

1.
a)Organ, das den Blutkreislauf durch regelmäßige Zusammenziehung u. Dehnung antreibt u. in Gang hält: ein gesundes, kräftiges, gutes, schwaches H.; das H. schlägt [regelmäßig], klopft, pocht, hämmert, flattert; sein H. hat versagt, arbeitet nicht mehr; ihr H. ist angegriffen, nicht ganz in Ordnung; das H. wollte ihm vor Freude zerspringen (geh.; er war freudig erregt); ihm stockte das H. vor Schreck (geh.; er erschrak heftig); vor Angst schlug ihr das H. bis zum Hals [hinauf]; sein H. krampfte sich bei dem Anblick zusammen; der Arzt hat das H. untersucht, abgehorcht; ein H. verpflanzen; eine Operation am offenen -en (am Herzen bei geöffnetem Brustkorb); sie hat es schon seit Jahren am Herz[en], mit dem Herz[en] (ugs.; ist herzkrank); jmdn. ans, an sein H. drücken (geh.; an sich, an die Brust drücken, umarmen); er hat schon viele -en gebrochen (oft Erfolg bei Frauen gehabt);

*jmdm. dreht sich das H. im Leib[e] herum (jmd. ist über etw. sehr bekümmert, von etw. schmerzlich berührt); jmdm. blutet das H. (jmd. ist von etw. schmerzlich berührt u. voller Mitleid): beim Anblick der hungernden Kinder blutete ihm das H.; jmdm. lacht das H. im Leib[e] (jmd. ist über etw. sehr erfreut, von etw. freudig angetan); das, jmds. H. schlägt höher (jmd. ist erwartungsvoll, voller freudiger Erregung): der Anblick ließ sein H., ließ die -en höherschlagen; jmdm. das H. brechen (geh.; jmdm. unerträglich großen Kummer bereiten [sodass es ihm die Lebenskraft raubt]): der tragische Tod des einzigen Kindes brach ihr das H.; jmdm. das H. abdrücken (geh.; jmdn. sehr bedrücken); das H. auf dem rechten Fleck haben (eine vernünftige, richtige Einstellung haben; ein tüchtiger, hilfsbereiter, uneigennütziger Mensch sein); jmdn., etw. auf H. und Nieren prüfen (ugs.; jmdn., etw. gründlich, eingehend prüfen; nach Psalm 7, 10); jmdn. (ein Kind) unter dem -en tragen (dichter.; ein Kind erwarten; schwanger sein);

b)als Speise dienendes
Herz (1 a) bestimmter Schlachttiere: ein Pfund H. kaufen; es gab [gedünstetes] H. in Burgundersoße.



2.(meist geh.) in der Vorstellung dem Herzen (1 a) zugeordnetes, in ihm lokalisiert gedachtes Zentrum der Empfindungen, des Gefühls, auch des Mutes u. der Entschlossenheit: ein gütiges, gutes, treues, fröhliches, mutiges, tapferes, warmes, goldenes, edles, weiches, kaltes, hartes H.; einsames H. (Person, die sich einsam fühlt) sucht Partnerin zum Verwöhnen; sein Schicksal rührte, bewegte, ergriff die -en der Menschen; er wollte nicht sagen, was ihm das H. bedrückte; diese Frau hat kein H./ein H. aus Stein (ist herz-, mitleid-, gefühllos); er hat das H. eines Löwen (er ist sehr mutig, tapfer); er nahm traurigen -ens (traurig) Abschied; er steht ihrem -en sehr nahe (sie empfindet sehr viel für ihn); kannst du das reinen/(veraltend:) reines -ens (mit gutem Gewissen) behaupten?; im Grunde seines -ens (im Innersten) hatte er das schon immer verabscheut; die junge Sportlerin hatte sich in die -en des Publikums geturnt (hatte mit ihrer Leistung die Sympathien des Publikums gewonnen); seine Worte kamen von -en (waren aufrichtig, ehrlich gemeint); zu -en gehende (herzbewegende) Worte;

Rman kann einem Menschen nicht ins H. sehen (es lässt sich nie genau ergründen, was ein anderer denkt, fühlt);
wes das H. voll ist, des geht der Mund über (wenn jmd. von etw. sehr angetan, berührt, begeistert ist, dann muss er es auch zum Ausdruck bringen; nach der Lutherschen Übers. von Matth. 12, 34);

*ein H. und eine Seele sein (unzertrennlich, sehr einig miteinander sein; nach Apg. 4, 32); jmds. H. hängt an etw. (jmd. möchte etw. sehr gern haben, behalten); jmds. H. gehört einer Sache (geh.; jmds. Interesse ist ganz auf etw. gerichtet; jmd. betreibt etw. mit Leidenschaft, lebt für etw.): sein H. gehört der Musik, dem Fußball; jmdm. ist, wird das H. schwer/jmdm. ist, wird [es] schwer ums H. (jmd. ist, wird sehr traurig, hat großen Kummer); jmdm. rutscht, fällt das H. in die Hose[n] (ugs., oft scherzh.; jmd. bekommt plötzlich Angst; volkst. scherzh. Bezug auf das Sinken des Muts, wobei wohl die Vorstellung mitspielt, dass Angst auf die Eingeweide schlägt u. zur unfreiwilligen Entleerung des Darms führen kann); alles, was das H. begehrt (alles, was man sich wünscht, was man nur haben möchte, wozu man Lust hat); das H. in die Hand/in beide Hände nehmen (seinen ganzen Mut zusammennehmen); nicht das H. haben, etw. zu tun (es nicht über sich bringen, nicht den Mut haben, etw. zu tun): er hatte nicht das H., ihr die Nachricht zu überbringen; (auch ohne Verneinung:) komm nur her, wenn du das H. [dazu] hast!; sich <Dativ> ein H. fassen (all seinen Mut zusammennehmen, sich überwinden [um etw. Unangenehmes zu tun, in Angriff zu nehmen]); sein H. an jmdn., etw. hängen (geh.; jmdm., einer Sache seine ganze Aufmerksamkeit, Liebe zuwenden); sein H. [an jmdn.] verlieren (geh.; sich in jmdn. verlieben); jmdm. sein H. schenken (dichter.; jmdn. sehr lieben, jmdm. seine ganze Liebe zuwenden); sein H. für jmdn., etw. entdecken (geh.; unvermutet Interesse für jmdn., etw. zeigen; sich [plötzlich] für jmdn., etw. begeistern; nach dem Lustspiel »Sie hat ihr Herz entdeckt« von Wolfgang Müller von Königswinter, 1865): erst in späteren Jahren entdeckte er sein H. für die Kunst; ein H. für jmdn., etw. haben (jmdm. gegenüber mitfühlend, hilfsbereit sein): er hat ein H. für Kinder, für die Welt des Theaters; jmdm. sein H. ausschütten (sich jmdm. anvertrauen; jmdm. seine Not od. seine Sorgen schildern; nach 1. Sam. 1, 15); jmdm. das H. schwer machen (jmdn. sehr traurig machen); das H. auf der Zunge haben/tragen (geh.; alles aussprechen, was einen bewegt; offenherzig, zu gesprächig sein); jmds. H./alle -en im Sturm erobern (geh.; jmds. Sympathie/alle Sympathien schnell gewinnen, schnell bei allen beliebt sein); jmdm. das H. zerreißen (geh.; jmdn. tief schmerzen); seinem -en einen Stoß geben (den inneren Widerstand überwinden u. sich rasch zu etw. entschließen); seinem -en Luft machen (ugs.; sich vom Ärger befreien; das, was einen ärgert u. bedrückt, aussprechen); leichten -ens (leicht; ohne dass es einem schwerfällt): da konnte er leichten -ens zustimmen; schweren/blutenden -ens (nur sehr ungern; tief bekümmert): sie ließ das Kind nur schweren -ens allein weggehen; jmdm. am -en liegen (für jmdn. ganz persönlich von großer Wichtigkeit sein): die Kinder und ihre Erziehung liegen ihm besonders am -en; jmdm. jmdn., etw. ans H. legen (jmdn. bitten, sich um jmdn. od. etw. besonders zu kümmern): vor der Abreise legte sie ihm noch einmal die Blumen, die Pflege der Blumen ans H.; jmdm. ans H. gewachsen sein (jmdm. besonders lieb geworden sein); etw. auf dem -en haben (ein persönliches Anliegen haben): na, was hast du denn auf dem -en?; jmdm. aus dem -en gesp
Herz  

n.
<n.; -ens, -en>
1 beim Menschen u. bei verschiedenen Tiergruppen das zentrale Antriebsorgan des Blutkreislaufes: Cor; <fig.> Sitz der Seele, der Gefühle; Innerstes, Mittelpunkt; <Kart.> Farbe des dt. und frz. Kartenspiels; Sy Coeur, Rot
2 ~ Jesu Sinnbild der Liebe des Gottessohnes; ich muss meinem ~en Luft machen <fig.> ich muss darüber sprechen, mich aussprechen; ~ des Salats innerstes, zartestes Stück des S.; sie sind ein ~ und eine Seele sie sind unzertrennlich, verstehen sich sehr gut, vollkommen; seinem ~en einen Stoß geben <fig.> sich überwinden, etwas zu tun, nicht länger zögern;
3 ;abdrücken: der Kummer drückt mir das ~ ab; <fig.> sein ~ ausschütten <fig.> sich aussprechen (über seine Gefühle, über Kummer usw.); alles, was das ~ begehrt was man sich nur wünscht; das ~ blutet einem, wenn man das sieht <fig.> es tut einem weh, man ist sehr traurig; sein Undank, sein Tod hat ihr das ~ gebrochen <fig.> hat sie seelisch zugrunde gerichtet; er hat schon viele ~en gebrochen er hat schon viele Frauen unglücklich gemacht; jmds. ~ erobern jmds. Zuneigung, Liebe gewinnen; sich ein ~ fassen seinen ganzen Mut zusammennehmen; seinem Kind gehört sein ganzes ~; sie hat ~ sie kann mit anderen fühlen; kein ~ haben kalt u. gefühllos sein; ich habe nicht das ~, es ihm zu sagen nicht den Mut; das ~ hämmert, klopft, pocht, schlägt; das ~ hüpfte ihm vor Freude <fig.> da lacht einem das ~ im Leibe <fig.> da freut man sich, da frohlockt man; nahe stehen: sie stand seinem ~en nahe sie liebten sich heimlich; jmds. ~ rühren jmds. Mitleid erregen; jmdm. sein ~ schenken jmdn. lieb gewinnen; ihr ~ schlug höher vor Erwartung; sein ~ sprechen lassen <fig.> nach seinem Gefühl handeln; sie hat ihm sein ~ gestohlen <fig.> er hat sich in sie verliebt; stillstehen: mir stand beinahe das ~ still (vor Schreck); es zerreißt mir das ~, wenn ich sehe, wie … <fig.> es tut mir unendlich weh; zusammenkrampfen: das ~ krampft, schnürt sich einem zusammen, wenn … es tut einem weh;
4 ;mein ~! <Kosewort> dein ist mein (ganzes) ~ <poet.> ein gesundes, kräftiges, schwaches ~ haben; ein gutes, warmes, weiches ~ haben <fig.> gut, hilfsbereit, mitleidig sein; nervöses ~ <Med.> = Herzneurose; ein reines ~ haben ohne Schuld sein; ich habe es schweren ~ens getan, zugelassen sehr kummervoll, obwohl ich es nicht wollte; das ~ war ihm schwer <fig.> er war traurig, bekümmert; Tränendes ~ <Bot.> = Herzblume; wes das ~ voll ist, des geht der Mund über (nach Matth. 12,34) wer viel Freude (od. auch Kummer) empfindet, muss es anderen mitteilen;
5 jmdn. ans ~ drücken umarmen; sein ~ an jmdn. hängen <fig.> sich in jmdn. verlieben; sein Herz hängt nun einmal daran er hat es nun einmal so gern, liebt es so; ich lege es Ihnen ans ~ ich bitte Sie dringend, darauf zu achten, daran zu denken o.Ä.; es liegt mir sehr am ~en mir ist viel daran gelegen, es ist mir sehr wichtig; an gebrochenem ~en sterben <fig.> vor Kummer, Gram sterben; Hand aufs ~! sei, seien wir ehrlich!; er hat etwas auf dem ~en <fig.> ihn bedrückt etwas, er will etwas gestehen; jmdn. auf ~ und Nieren prüfen <fig.> sehr gründlich prüfen; das ~ auf dem rechten Fleck haben <fig.> sich zwischen Gefühl u. Vernunft stets richtig entscheiden; das ~ auf der Zunge haben, tragen <fig.> seine Gefühle gleich aussprechen; jmdn. aus tiefstem ~en bedauern, verabscheuen stark, heftig, sehr; jmdm. aus tiefstem ~en danken tief bewegt, sehr herzlich; das ~ schlug ihm bis zum Halse <fig.> er hatte große Angst, war sehr aufgeregt; sein ~ für etwas od. jmdn. entdecken Gefallen an etwas finden od. sich seiner Liebe für jmdn. bewusst werden; ein ~ für andere haben mit anderen mitfühlen; im ~en Deutschlands etwa im Mittelpunkt; das gibt mir einen Stich ins ~ <fig.> das tut mir weh; jmdn. in sein ~ geschlossen haben jmdn. lieb gewonnen haben; im tiefsten ~en ganz im Geheimen; sein ~ in beide Hände nehmen <fig.> seinen Mut zusammennehmen; ihm fiel das ~ in die Hosen <fig.> er bekam große Angst; mir zerspringt das ~ im Leib <poet.> mit dem ~en zu tun haben ein krankes Herz haben, herzkrank sein; mit allen Fasern seines ~ens an etwas od. jmdm. hängen; ich kann es nicht übers ~ bringen, das zu tun ich kann mich nicht überwinden, bringe es nicht fertig (aus Mitleid); mir ist bang ums ~; jetzt war ihm wieder leicht ums ~ er war erleichtert; es wird einem warm ums ~, wenn …; sprechen Sie, wie es Ihnen ums ~ ist sagen Sie offen, was Sie fühlen; ein Kind unter dem ~en tragen schwanger sein; ich bedaure es von ~en es tut mir sehr Leid; seine Freude, sein Glückwunsch kommt von ~en ist ehrlich, entspringt einem echten Gefühl; ich muss mir das alles einmal vom ~en reden ich muss mich darüber einmal aussprechen; ich wünsche es dir von (ganzem) ~en sehr, herzlich; jmdm. von ~en gut sein jmdn. lieb haben; von ~en gern sehr gern, herzlich gern; das geht mir (sehr) zu ~en das geht mir nahe, es bewegt mich stark; er sprach einige zu ~en gehende Worte einige Worte, die die anderen stark bewegten, rührten; sich jmds. Worte, Vorwürfe usw. zu ~en nehmen über sie nachdenken u. sich nach ihnen richten; mein ~ schlug zum Zerspringen [<ahd. herza, engl. heart <germ. *hert-on; zu idg. *kerd- „Herz“]
[Herz]
[Herzens, Herzen]