[ - Collapse All ]
Himmel  

Hịm|mel, der; -s, - <Pl. dichter.> [mhd. himel, ahd. himil, viell. urspr. = Decke, Hülle (dann verw. mit ↑ Hemd ) od. urspr. = Stein (nach der alten Vorstellung des Himmels als Steingewölbe, dann verw. mit ↑ Hammer ]:

1.scheinbar über dem Horizont liegendes, halbkugelähnliches Gewölbe (an dem die Gestirne erscheinen): ein blauer, wolkenloser, bewölkter H.; der H. ist bedeckt, verhangen; der H. klärt sich auf, bezieht sich; eher stürzt der H. ein, als dass er kommt (ugs.; es ist vollkommen ausgeschlossen, dass er kommt); so weit der H. reicht (so weit man sehen kann, überall); die Sonne steht hoch am H.; ein Flugzeug vom H. holen (salopp; abschießen); den Blick gen H. (geh.; zum Himmel) richten; in den H. ragen; unter [Gottes] freiem H. (im Freien) übernachten; zwischen H. und Erde (frei in der Luft) schweben; der H. grollt (dichter.; es donnert); der H. hat seine Schleusen geöffnet, (auch:) die Schleusen des -s haben sich geöffnet (dichter.; es regnet in Strömen); unter griechischem H., unter dem H. Griechenlands (dichter.; in Griechenland), unter südlichem H. (im Süden) leben;

*H. und Erde (Gericht aus Kartoffel- u. Apfelpüree mit gebratener Blut- u. Leberwurst; nach den Kartoffeln in der »Erde« u. den Äpfeln im »Himmel«); aus heiterem H. (ugs.; [in Bezug auf unerfreuliche, plötzliche, nicht vorauszusehende Veränderungen] ganz wider Erwarten); jmdn., etw. in den H. heben (ugs.; jmdn., etw. übermäßig loben); nicht [einfach] vom H. fallen (seine Vorbedingungen haben; etwas tun müssen für das Zustandekommen von etw.): Fortschritte fallen nicht einfach vom H.


2.a)der Hölle od. der Erde als dem Diesseits gegenübergestellter Aufenthalt Gottes (der Engel u. der Seligen): sie gelobte sich dem H. an (geh.; wurde Nonne); in den H. kommen (bes. christl. Rel.; nach dem Tode nicht verdammt werden, sondern die Seligkeit erlangen); im H. sein (verhüll., bes. im Gespräch mit Kindern; tot sein);

*H. und Hölle (Kinderspiel, bei dem jeder Teilnehmer auf einem Bein durch eine am Boden aufgezeichnete Figur aus Vierecken [u. darüber gezeichnetem Halbkreis] hüpfen muss [von der zwei Felder oft als »Himmel« u. als »Hölle« bezeichnet werden]. Faltspiel für Kinder mit einem Stück Papier, das so gefaltet wird, dass die gefaltete Figur nach zwei Seiten geöffnet werden kann u. dem Ratenden je nach seiner Entscheidung Himmel od. Hölle zeigt); jmdm./für jmdn. hängt der H. voller Geigen (geh.; jmd. ist schwärmerisch glücklich u. blickt froh in die Zukunft; wahrsch. nach Gemälden der späten Gotik od. der Frührenaissance, auf denen der Himmel mit musizierenden Engeln belebt dargestellt ist); H. und Hölle/Erde in Bewegung setzen (alles versuchen [andere zu aktivieren], um etw. zu ermöglichen); den H. auf Erden haben (geh.; es sehr gut haben); jmdm. den H. [auf Erden] versprechen (emotional; jmdm. das angenehmste Leben versprechen); aus allen -n fallen, stürzen, gerissen werden (tief enttäuscht, ernüchtert, desillusioniert werden; nach Jes. 14, 12); im sieb[en]ten H. sein, schweben; sich [wie] im sieb[en]ten H. fühlen (ugs.; voll Überschwang, über die Maßen glücklich sein; nach der aus jüd. Tradition stammenden Vorstellung, dass der siebte u. oberste Himmel der Sitz Gottes sei); zum H. schreien ([durch sein Ausmaß] ein empörendes Unrecht sein; nach 1. Mos. 4, 10); zum H. stinken (salopp; [durch sein Übermaß] abscheuerregend, skandalös sein);

b)(verhüll.) Gott, Schicksal, Vorsehung: der H. bewahre, behüte uns davor!; dem H. sei Dank [dafür]!; etw. als ein Zeichen, eine Fügung des -s betrachten;

*gerechter/gütiger/[ach] du lieber H.! (ugs.; Ausruf der Verwunderung, Bestürzung, des Bedauerns o. Ä.); weiß der H.! (ugs.; Ausruf der Bestätigung, Bekräftigung); [das] weiß der [liebe] H., mag der [liebe] H. wissen (ugs.; da bin ich ratlos; wer soll das wissen; das ist vollkommen unbekannt, unklar); um [des] -s willen! (Ausruf des Erschreckens, der Abwehr. Ausdruck einer inständigen Bitte); (Flüche:) H. noch eins!; H. noch [ein]mal!; H., Herrgott, Sakrament!; H., Arsch und Zwirn/Wolkenbruch! (derb); H., Sack [Zement]! (salopp); H., Kreuz, Donnerwetter! (salopp) [zur Verstärkung der nachfolgenden Begriffe].



3.[fest angebrachte] zum Teil hinten u. an den Seiten heruntergezogene Überdachung aus Stoff, Leder o. Ä.; Baldachin: ein Thron mit einem kostbaren H.


4.(Kfz-T.) innere Bespannung des Verdecks im Auto.
Himmel  

Hịm|mel, der; -s, -; um [des] Himmels willen
Himmel  


1. Himmelsgewölbe; (geh.): Äther, Firmament; (dichter.): Himmelsdom, [Himmels]feste, Himmelszelt.

2. a) Jenseits, Reich Gottes; (griech. Myth.): die himmlischen Gefilde, die Gefilde der Seligen; (Rel.): Paradies; (christl. Rel.): Himmelreich.

b) Gott, Schicksal, Vorsehung.

3. Baldachin, Überdachung.

[Himmel]
[Himmels]
Himmel  

Hịm|mel, der; -s, - <Pl. dichter.> [mhd. himel, ahd. himil, viell. urspr. = Decke, Hülle (dann verw. mit ↑ Hemd) od. urspr. = Stein (nach der alten Vorstellung des Himmels als Steingewölbe, dann verw. mit ↑ Hammer]:

1.scheinbar über dem Horizont liegendes, halbkugelähnliches Gewölbe (an dem die Gestirne erscheinen): ein blauer, wolkenloser, bewölkter H.; der H. ist bedeckt, verhangen; der H. klärt sich auf, bezieht sich; eher stürzt der H. ein, als dass er kommt (ugs.; es ist vollkommen ausgeschlossen, dass er kommt); so weit der H. reicht (so weit man sehen kann, überall); die Sonne steht hoch am H.; ein Flugzeug vom H. holen (salopp; abschießen); den Blick gen H. (geh.; zum Himmel) richten; in den H. ragen; unter [Gottes] freiem H. (im Freien) übernachten; zwischen H. und Erde (frei in der Luft) schweben; der H. grollt (dichter.; es donnert); der H. hat seine Schleusen geöffnet, (auch:) die Schleusen des -s haben sich geöffnet (dichter.; es regnet in Strömen); unter griechischem H., unter dem H. Griechenlands (dichter.; in Griechenland), unter südlichem H. (im Süden) leben;

*H. und Erde (Gericht aus Kartoffel- u. Apfelpüree mit gebratener Blut- u. Leberwurst; nach den Kartoffeln in der »Erde« u. den Äpfeln im »Himmel«); aus heiterem H. (ugs.; [in Bezug auf unerfreuliche, plötzliche, nicht vorauszusehende Veränderungen] ganz wider Erwarten); jmdn., etw. in den H. heben (ugs.; jmdn., etw. übermäßig loben); nicht [einfach] vom H. fallen (seine Vorbedingungen haben; etwas tun müssen für das Zustandekommen von etw.): Fortschritte fallen nicht einfach vom H.


2.
a)der Hölle od. der Erde als dem Diesseits gegenübergestellter Aufenthalt Gottes (der Engel u. der Seligen): sie gelobte sich dem H. an (geh.; wurde Nonne); in den H. kommen (bes. christl. Rel.; nach dem Tode nicht verdammt werden, sondern die Seligkeit erlangen); im H. sein (verhüll., bes. im Gespräch mit Kindern; tot sein);

*H. und Hölle (Kinderspiel, bei dem jeder Teilnehmer auf einem Bein durch eine am Boden aufgezeichnete Figur aus Vierecken [u. darüber gezeichnetem Halbkreis] hüpfen muss [von der zwei Felder oft als »Himmel« u. als »Hölle« bezeichnet werden]. Faltspiel für Kinder mit einem Stück Papier, das so gefaltet wird, dass die gefaltete Figur nach zwei Seiten geöffnet werden kann u. dem Ratenden je nach seiner Entscheidung Himmel od. Hölle zeigt); jmdm./für jmdn. hängt der H. voller Geigen (geh.; jmd. ist schwärmerisch glücklich u. blickt froh in die Zukunft; wahrsch. nach Gemälden der späten Gotik od. der Frührenaissance, auf denen der Himmel mit musizierenden Engeln belebt dargestellt ist); H. und Hölle/Erde in Bewegung setzen (alles versuchen [andere zu aktivieren], um etw. zu ermöglichen); den H. auf Erden haben (geh.; es sehr gut haben); jmdm. den H. [auf Erden] versprechen (emotional; jmdm. das angenehmste Leben versprechen); aus allen -n fallen, stürzen, gerissen werden (tief enttäuscht, ernüchtert, desillusioniert werden; nach Jes. 14, 12); im sieb[en]ten H. sein, schweben; sich [wie] im sieb[en]ten H. fühlen (ugs.; voll Überschwang, über die Maßen glücklich sein; nach der aus jüd. Tradition stammenden Vorstellung, dass der siebte u. oberste Himmel der Sitz Gottes sei); zum H. schreien ([durch sein Ausmaß] ein empörendes Unrecht sein; nach 1. Mos. 4, 10); zum H. stinken (salopp; [durch sein Übermaß] abscheuerregend, skandalös sein);

b)(verhüll.) Gott, Schicksal, Vorsehung: der H. bewahre, behüte uns davor!; dem H. sei Dank [dafür]!; etw. als ein Zeichen, eine Fügung des -s betrachten;

*gerechter/gütiger/[ach] du lieber H.! (ugs.; Ausruf der Verwunderung, Bestürzung, des Bedauerns o. Ä.); weiß der H.! (ugs.; Ausruf der Bestätigung, Bekräftigung); [das] weiß der [liebe] H., mag der [liebe] H. wissen (ugs.; da bin ich ratlos; wer soll das wissen; das ist vollkommen unbekannt, unklar); um [des] -s willen! (Ausruf des Erschreckens, der Abwehr. Ausdruck einer inständigen Bitte); (Flüche:) H. noch eins!; H. noch [ein]mal!; H., Herrgott, Sakrament!; H., Arsch und Zwirn/Wolkenbruch! (derb); H., Sack [Zement]! (salopp); H., Kreuz, Donnerwetter! (salopp) [zur Verstärkung der nachfolgenden Begriffe].



3.[fest angebrachte] zum Teil hinten u. an den Seiten heruntergezogene Überdachung aus Stoff, Leder o. Ä.; Baldachin: ein Thron mit einem kostbaren H.


4.(Kfz-T.) innere Bespannung des Verdecks im Auto.
Himmel  

n.
<m. 5>
1 scheinbare Halbkugel über der Erde mit den Gestirnen; Sy Himmelsgewölbe, Firmament; Tragedach, Baldachin (Bett~, Thron~); Sitz der Gottheit, Aufenthaltsort der Verstorbenen, Paradies, Jenseits, Ort der ewigen Seligkeit, <fig.> des Glückes; <fig.> Schicksal, Vorsehung; ~, ich habe mein Geld vergessen!
2 am Anfang schuf Gott ~ und Erde (die ersten Worte der Bibel); es war eine Fügung des ~s <fig.> ~ und Hölle! (Fluch); ~ und Hölle Kinderspiel, bei dem auf einem Bein durch eine aufgezeichnete Figur aus Vierecken u. einem Halbkreis gehüpft werden muss; ~ und Hölle in Bewegung setzen <fig.> alles nur Erdenkliche versuchen;
3 ;der ~ bewahre mich davor; der ~ bewölkt, bezieht sich; gebe es der ~! möge es so werden, so kommen!; der ~ hängt ihm voller Geigen er ist sehr glücklich u. dadurch etwas übermütig, er schaut freudig-zuversichtlich, optimistisch in die Zukunft; der ~ öffnete seine Schleusen es begann heftig zu regnen; dem ~ sei Dank! (Ausruf der Erleichterung); der ~ sei mein Zeuge, dass ich die Wahrheit sage; das möge der ~ verhüten; (das) weiß der (liebe) ~! <umg.> ich habe keine Ahnung;
4 ;bewölkter, heiterer, klarer, strahlend blauer, wolkenloser ~; gerechter ~! (Ausruf des Erstaunens, der Empörung); der gestirnte ~; du lieber ~! <umg.> (Ausruf des Erstaunens, des Schreckens);
5 den ~ auf Erden haben vollkommen glücklich sein, sehr gut u. ohne Sorgen leben; die Nachricht kam wie ein Blitz aus heiterem ~ überraschend; ich hau dich, dass du den ~ für eine Bassgeige ansiehst!; Gott im ~! <umg.> (Ausruf des Erstaunens, des Schreckens); Großvater ist nun im ~ ist gestorben; sich wie im ~ fühlen; jmdn. od. etwas in den ~ heben <fig.; umg.> jmds. Vorzüge sehr preisen, etwas überschwänglich loben; in den ~ kommen die ewige Seligkeit erlangen; im siebenten ~ sein, schweben <fig.> überglücklich sein, glücklich verliebt sein; um (des) ~s willen! <umg.> (Ausruf des Erschreckens); unter freiem ~ nächtigen im Freien, ohne Dach über dem Kopf; unter nördlichem, südlichem ~; wie vom ~ gefallen ganz plötzlich, auf einmal; er lügt das Blaue vom ~ herunter er lügt unverschämt; sie schwatzt das Blaue vom ~ herunter sie erzählt ununterbrochen unwichtige Dinge; es schreit, <umg.> stinkt zum ~ es ist unerhört, empörend; der Vogel, das Flugzeug stieg zum ~ empor; zwischen ~ und Erde schweben, hängen in der Luft, an einem unsicheren Halt; [<ahd. himil, engl. heaven <germ. *hemina- <idg. *kemeno-; zu *kem- „bedecken, verhüllen“; oder, da der Himmel als Steingewölbe gedacht wurde, zu idg. *kamen- „Stein“]
['Him·mel]
[Himmels]