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Kopf  

Kọpf, der; -[e]s, Köpfe [mhd. kopf, koph = Becher, Trinkgefäß; scherz. übertr. dann: Hirnschale, Kopf, ahd. chopf = Becher, Trinkschale, wohl < spätlat. cuppa < lat. cupa, 2↑ Kufe ]:

1.oft rundlicher [durch den Hals mit dem Rumpf verbundener] Körperteil des Menschen u. vieler Tiere, zu dem Gehirn, Augen, Nase, Mund u. Ohren gehören: ein dicker, großer, kahler, ausdrucksvoller K.; der K. einer Katze, eines Vogels; ihr K. sank auf die Brust; die Zuschauer standen K. an K. (dicht gedrängt); K. oder Zahl (Avers mit dem aufgeprägten [Fürsten]kopf oder Revers mit dem Zahlenwert; im Zusammenhang mit dem Werfen einer Münze, womit eine Entscheidung zwischen zwei Personen od. Möglichkeiten herbeigeführt werden soll); den K. drehen, abwenden, hochheben, neigen; den K. aus dem Fenster strecken, durch die Tür stecken; sie schüttelte verneinend, verständnislos den K.; sich den K. (die Haare) waschen; sich den K. stoßen (mit dem Kopf an etw. stoßen); sie ist einen ganzen, halben K. größer als ich; die Mädchen steckten die Köpfe zusammen (berieten sich tuschelnd); sie bekamen rote Köpfe von der Sonne; sich die Köpfe heißreden (sehr lebhaft diskutieren); der Schuss traf ihn am K.; einen Hut auf dem K. tragen; die Turnerin steht auf dem K.; das Buch steht auf dem K. (umgekehrt) im Regal; auf den K. des Mörders steht eine Belohnung; ich tu das nicht, und wenn du dich auf den K. stellst; jmdm. das Haus über dem K. anzünden (während er im Haus ist); die Haare über Kopf (bei herabhängendem Kopf) föhnen; dem Kranken ein Kissen unter den K. schieben; der Wind riss ihm den Hut vom K.; das Blut stieg ihr zu K.;

R sie wird dir nicht gleich den K. abreißen (ugs.; sie wird dich nicht so schlimm behandeln, wie du befürchtest); das kann den K. nicht kosten (das kann so gefährlich nicht sein);


*jmdm. brummt der K. (ugs.; jmd. hat heftige Kopfschmerzen); jmdm. schwirrt der K. (jmd. ist aufgrund sehr vieler Eindrücke verwirrt); jmdm. raucht der K. (ugs.; jmd. denkt längere Zeit angestrengt nach); nicht wissen, wo einem der K. steht (so viel Arbeit haben, dass man verwirrt ist, nicht weiß, wo man anfangen soll); einen dicken/schweren K. haben (Kopfschmerzen, einen Kater haben); einen roten K. bekommen (erröten); K. hoch! (nur nicht den Mut verlieren!); jmds. K. fordern (jmds. Enthauptung verlangen. die strenge Bestrafung von jmdm., der sich in höherer Stellung befindet, fordern); jmdm./jmdn. den K. kosten (zu jmds. Enthauptung führen: dieser Fehler sollte ihn den K. kosten. jmdn. die Stellung o. Ä. kosten); den K. einziehen (sich ängstlich od. eingeschüchtert zurückhalten u. nichts unternehmen, um sich keiner Gefahr auszusetzen o. Ä.); den K. hängen lassen (mutlos sein); den K. unterm Arm tragen (ugs.; sehr krank sein); jmdm. den K. waschen (ugs.; jmdn. scharf zurechtweisen); seinen K. riskieren; K. und Kragen riskieren/wagen/aufs Spiel setzen, verlieren (das Leben, die Existenz aufs Spiel setzen, verlieren); seinen K. retten (ugs.; sich retten); den K. hinhalten müssen (ugs.; für etw. geradestehen müssen); sich <Dativ> [an etw.] den K. einrennen (bei einem Vorhaben auf Widerstand stoßen, nicht zum Ziel kommen); den K. aus der Schlinge ziehen (durch geschicktes Verhalten einer Bestrafung entgehen); den K. in den Sand stecken (eine Gefahr nicht sehen wollen; der Realität ausweichen; nach der irrigen Annahme, dass der Vogel Strauß bei Gefahr den Kopf in den Sand steckt); den K. hoch tragen (stolz sein); den K. oben behalten (den Mut nicht verlieren); jmdm. den K. zurechtsetzen/zurechtrücken (ugs.; jmdn. durch Kritik zur Vernunft bringen); sich [gegenseitig/einander] die Köpfe einschlagen (sich heftig streiten); jmdn. [um] einen K. kürzer/kleiner machen (ugs.; jmdn. köpfen); sich <Dativ> an den K. fassen/greifen (ugs.; kein Verständnis für etw. haben): wenn ich so einen Unsinn höre, kann ich mir nur an den K. greifen; jmdm. etw. an den K. werfen (jmdm. etw. [Freches] direkt sagen): sie warf ihm Unverschämtheiten, Beleidigungen an den K.; eins auf den K. bekommen/kriegen (↑ Hut 1 ); etw. auf den K. hauen (ugs.; [einen bestimmten Geldbetrag] auf einmal für Vergnügungen o. Ä. ausgeben; H. u., viell. in Bezug auf die Münze, die man auf den Kopf, d. h. auf die Seite mit dem aufgeprägten [Fürsten]kopf, wirft, damit die Seite mit der Zahl sichtbar ist): heute habe ich hundert Euro auf den K. gehauen; jmdm. auf den K. kommen (ugs.; jmdn. ausschimpfen, zurechtweisen, tadeln): ich komm dir gleich auf den K.! (Drohung); etw. auf den K. stellen (ugs.:das Unterste zuoberst kehren, etw. völlig durcheinanderbringen: die Kinder haben beim Spielen das ganze Haus, Zimmer auf den K. gestellt. in etw., an einem Ort sehr gründlich suchen: ich habe das ganze Haus auf den K. gestellt und trotzdem meine Brille nicht gefunden. etw. unrichtig darstellen); jmdm. auf dem K. herumtanzen/herumtrampeln (ugs.; jmds. Gutherzigkeit missbrauchen, indem man ihn respektlos behandelt u. sich von ihm nichts sagen lässt); sich <Dativ> nicht auf den K. spucken lassen (salopp; sich nichts gefallen lassen); jmdm. auf den K. spucken können (salopp scherzh.; erheblich größer sein als ein anderer); nicht auf den K. gefallen sein (ugs.; gewitzt, nicht dumm sein); jmdm. etw. auf den K. zusagen (jmdm. gegenüber, ohne zu zögern, etw. aussprechen, was man über ihn zu wissen glaubt [ohne jedoch Beweise zu haben]); jmdm. in den K. steigen (jmdn. betrunken, benommen machen: der Wein ist mir in den K. gestiegen. seltener; jmdn. eingebildet, überheblich machen: der Ruhm ist ihm in den K. gestiegen); jmdm. zu K. steigen (jmdn. eingebildet, überheblich machen); mit dem K. durch die Wand wollen (ugs.; Unmögliches erzwingen wollen); mit seinem K. für etw. einstehen (mit seinem Leben, seiner Existenz für etw. einstehen); über jmds. K. [hin]weg (ohne jmdn. Bestimmtes zu fragen, zu informieren); über die Köpfe hinwegreden (reden, ohne Rücksicht auf das Verständnis der Zuhörer zu nehmen); jmdm. über den K. wachsen (ugs.:sich so entwickeln, dass jmd. Bestimmtes einem nicht mehr gewachsen ist: er ist seinem Vater längst über den K. gewachsen. von jmdm. nicht mehr bewältigt werden: die Arbeit ist mir über den K. gewachsen); bis über den K. in etw. stecken (ugs.; völlig von etw. beansprucht, belastet sein): bis über den K. in Sorgen, Arbeit stecken; um K. und Kragen gehen <unpers.> (ugs.; um das Leben, die Existenz gehen); etw. vom K. auf die Füße stellen (das Bild, das man von etw. hat, korrigieren); von K. bis Fuß (von oben bis unten; ganz u. gar): sich von K. bis Fuß neu einkleiden, waschen; jmdn. vor den K. stoßen (ugs.; jmdn. in plumper Weise kränken, verletzen); wie vor den K. geschlagen sein (ugs.; vor Überraschung, Schreck wie gelähmt sein).


2.a)Person mit bestimmten [intellektuellen] Fähigkeiten; Person von bestimmter Intelligenz: sie ist ein kluger, fähiger K.;

b)an der Spitze von etw. stehende Person: der K. des Unternehmens.



3.Denk-, Willenskraft: er hat einen eigensinnigen, dicken K. (ist eigensinnig, dickköpfig); seinen K. anstrengen; du musst nicht immer deinen K. (Willen) durchsetzen; etw. [noch] frisch im K. haben (ugs.; sich [noch] gut an etw. erinnern); etw. im K. (im Gedächtnis) behalten; ich weiß nicht, was in den Köpfen der Leute vorgeht (was sie denken); er hat nur Mädchen und Autos im K. (denkt nur an Mädchen u. Autos); du bist wohl nicht ganz richtig im K. (ugs.; du bist wohl verrückt);

R was man nicht im K. hat, [das] muss man in den Beinen haben (wenn man etwas vergisst, muss man einen Weg zweimal machen);


*jmdm. steht der K. nicht nach etw. (↑ Sinn 3 a ); einen klaren/kühlen K. bewahren/behalten (nicht nervös werden; die Übersicht behalten); seinen K. aufsetzen (widerspenstig sein, [trotzig] seinen Willen durchsetzen wollen); den K. voll haben (an vieles zu denken haben, sich mit vielen Dingen gedanklich beschäftigen müssen); den K. verlieren (die Übersicht, die Ruhe, die Fassung verlieren); jmdm. den K. verdrehen (ugs.; jmdn. verliebt machen): er hat ihr den K. verdreht; sich <Dativ> den K. zerbrechen (ugs.; sehr angestrengt über etw. nachdenken): ich zerbreche mir den K., was ich ihr schenken soll; sich einen K. machen (ugs.; sich Gedanken machen, über etw. nachdenken): darum/darüber mache ich mir doch keinen K.; aus dem K. (auswendig, ohne nachzusehen); jmdm. nicht aus dem K. gehen/wollen (jmdn. ständig beschäftigen); sich <Dativ> etw. aus dem K. schlagen (einen Plan o. Ä. aufgeben); sich <Dativ> etw. durch den K. gehen lassen (über eine Sache nachdenken); jmdm. durch den K. schießen (jmdm. plötzlich einfallen); jmdm. im K. herumgehen (ugs.; jmdn. sehr beschäftigen); sich <Dativ> etw. in den K. setzen (fest entschlossen sein, etw. zu tun): er hat sich in den K. gesetzt, sie zu heiraten; im K. [aus]rechnen ([aus]rechnen, ohne aufzuschreiben): die Kosten im K. ausrechnen; jmdm. nicht in den K. [hinein]gehen/[hinein]wollen (jmdm. unverständlich, unbegreiflich sein): ihr will nicht in den K., dass er nur so wenig verdient.


4.Einzelperson innerhalb einer größeren Menge von Menschen: das Einkommen pro K. der Bevölkerung; der Eintritt kostet fünf Euro pro K. (für jeden).


5.a) rundlicher, oberer Teil von etw.: der K. der Stecknadel, des Streichholzes; Disteln mit blauen Köpfen; Nägel, Schrauben mit flachen Köpfen; die Blumen lassen die Köpfe hängen (werden welk);

b)essbarer, rundlicher Teil bestimmter Gemüse- u. Salatpflanzen, der etwa die Größe eines Menschenkopfes hat: ein K. Salat, Blumenkohl;

c)oberer Teil od. Vorderende von etw., dem eine bestimmte Wichtigkeit zukommt: der K. eines Briefbogens, einer Zeitung, einer Buchseite; den K. des Zuges bildet die Musikgruppe; der Hausherr sitzt am K. der Tafel.

Kopf  

Kọpf, der; -[e]s, Köpfe; Kopf hoch!; von Kopf bis Fuß; jmdm. zu Kopf steigen; die Haare über Kopf föhnen; auf dem Kopf stehen; das Bild, der Turner steht auf dem Kopf; vgl. aber kopfstehen
Kopf  


1. (geh.): Haupt; (ugs.): Ballon, Keks, Kürbis, Rübe, Schädel; (salopp): Birne, Erbse; (landsch.): Dez; (landsch. salopp): Nischel; (schweiz. derb): Grind; (österr. mundartl. abwertend): Plutzer.

2. a) Erscheinung, Figur, Geschöpf, Gestalt, Mensch, Person, Persönlichkeit; (bildungsspr.) Kreatur; (ugs.): Typ.

b) Chef, Chefin, Führer, Führerin, Leiter, Leiterin, Meister, Meisterin, Vorgesetzter, Vorgesetzte, Vorsteher, Vorsteherin; (geh.): Haupt, Oberhaupt; (bildungsspr.): Spiritus Rector; (ugs.): Boss, Hauptmacher, Hauptmacherin, King; (salopp): Alter, Alte, Macker; (abwertend): Leithammel, Rädelsführer, Rädelsführerin; (oft abwertend): Anführer, Anführerin; (iron. abwertend): Häuptling.

[Kopf]
[Kopfes, Kopfs, Kopfe, Köpfe, Köpfen]

sich etw. durch den Kopf gehen lassen
bedenken, durchdenken, erwägen, mit sich zurate gehen, nachdenken, überdenken, überlegen, von allen Seiten betrachten; (schweiz.): werweißen; (geh.): nachsinnen; (bildungsspr.): reflektieren; (ugs.): bebrüten, sich den Kopf zerbrechen, sich einen Kopf machen.

Hals über Kopf
abrupt, auf einmal, mit einem Mal, plötzlich, schlagartig, überraschend, unerwartet, unvermittelt; (geh.): jäh[lings]; (bildungsspr.): ex abrupto; (ugs.): aus heiterem Himmel, Knall auf Fall; mir nichts, dir nichts; mit einem Schlag; (verstärkend): urplötzlich.

von Kopf bis Fuß
ganz [und gar], völlig, vollkommen, vollständig, vom Scheitel bis zur Sohle, von oben bis unten, zur Gänze; (ugs.): durch und durch, hundertprozentig, rein, total, von A bis Z, von vorn bis hinten; (emotional): restlos; (meist salopp verstärkend): voll; (nachdrücklich): gänzlich.

jmdn. vor den Kopf stoßen
auf die Zehen treten, beleidigen, einen Stich versetzen, im Innersten treffen, kränken, persönlich werden, treffen, verletzen; (österr.): insultieren; (geh.): schmähen, verunglimpfen; (ugs.): auf den Schlips/die Zehen treten, ins Herz treffen.

wie vor den Kopf geschlagen
aus der Fassung, außer sich, bestürzt, betroffen, entgeistert, entsetzt, erschreckt/erschrocken, erschüttert, fassungslos, schockiert, verstört, wie vom Blitz getroffen, wie vom Donner gerührt; (bildungsspr.): konsterniert; (ugs.): erschlagen, perplex, verdattert.
[• Kopf]
[Kopfes, Kopfs, Kopfe, Köpfe, Köpfen]
Kopf  

Kọpf, der; -[e]s, Köpfe [mhd. kopf, koph = Becher, Trinkgefäß; scherz. übertr. dann: Hirnschale, Kopf, ahd. chopf = Becher, Trinkschale, wohl < spätlat. cuppa < lat. cupa, 2↑ Kufe]:

1.oft rundlicher [durch den Hals mit dem Rumpf verbundener] Körperteil des Menschen u. vieler Tiere, zu dem Gehirn, Augen, Nase, Mund u. Ohren gehören: ein dicker, großer, kahler, ausdrucksvoller K.; der K. einer Katze, eines Vogels; ihr K. sank auf die Brust; die Zuschauer standen K. an K. (dicht gedrängt); K. oder Zahl (Avers mit dem aufgeprägten [Fürsten]kopf oder Revers mit dem Zahlenwert; im Zusammenhang mit dem Werfen einer Münze, womit eine Entscheidung zwischen zwei Personen od. Möglichkeiten herbeigeführt werden soll); den K. drehen, abwenden, hochheben, neigen; den K. aus dem Fenster strecken, durch die Tür stecken; sie schüttelte verneinend, verständnislos den K.; sich den K. (die Haare) waschen; sich den K. stoßen (mit dem Kopf an etw. stoßen); sie ist einen ganzen, halben K. größer als ich; die Mädchen steckten die Köpfe zusammen (berieten sich tuschelnd); sie bekamen rote Köpfe von der Sonne; sich die Köpfe heißreden (sehr lebhaft diskutieren); der Schuss traf ihn am K.; einen Hut auf dem K. tragen; die Turnerin steht auf dem K.; das Buch steht auf dem K. (umgekehrt) im Regal; auf den K. des Mörders steht eine Belohnung; ich tu das nicht, und wenn du dich auf den K. stellst; jmdm. das Haus über dem K. anzünden (während er im Haus ist); die Haare über Kopf (bei herabhängendem Kopf) föhnen; dem Kranken ein Kissen unter den K. schieben; der Wind riss ihm den Hut vom K.; das Blut stieg ihr zu K.;

Rsie wird dir nicht gleich den K. abreißen (ugs.; sie wird dich nicht so schlimm behandeln, wie du befürchtest); das kann den K. nicht kosten (das kann so gefährlich nicht sein);


*jmdm. brummt der K. (ugs.; jmd. hat heftige Kopfschmerzen); jmdm. schwirrt der K. (jmd. ist aufgrund sehr vieler Eindrücke verwirrt); jmdm. raucht der K. (ugs.; jmd. denkt längere Zeit angestrengt nach); nicht wissen, wo einem der K. steht (so viel Arbeit haben, dass man verwirrt ist, nicht weiß, wo man anfangen soll); einen dicken/schweren K. haben (Kopfschmerzen, einen Kater haben); einen roten K. bekommen (erröten); K. hoch! (nur nicht den Mut verlieren!); jmds. K. fordern (jmds. Enthauptung verlangen. die strenge Bestrafung von jmdm., der sich in höherer Stellung befindet, fordern); jmdm./jmdn. den K. kosten (zu jmds. Enthauptung führen: dieser Fehler sollte ihn den K. kosten. jmdn. die Stellung o. Ä. kosten); den K. einziehen (sich ängstlich od. eingeschüchtert zurückhalten u. nichts unternehmen, um sich keiner Gefahr auszusetzen o. Ä.); den K. hängen lassen (mutlos sein); den K. unterm Arm tragen (ugs.; sehr krank sein); jmdm. den K. waschen (ugs.; jmdn. scharf zurechtweisen); seinen K. riskieren; K. und Kragen riskieren/wagen/aufs Spiel setzen, verlieren (das Leben, die Existenz aufs Spiel setzen, verlieren); seinen K. retten (ugs.; sich retten); den K. hinhalten müssen (ugs.; für etw. geradestehen müssen); sich <Dativ> [an etw.] den K. einrennen (bei einem Vorhaben auf Widerstand stoßen, nicht zum Ziel kommen); den K. aus der Schlinge ziehen (durch geschicktes Verhalten einer Bestrafung entgehen); den K. in den Sand stecken (eine Gefahr nicht sehen wollen; der Realität ausweichen; nach der irrigen Annahme, dass der Vogel Strauß bei Gefahr den Kopf in den Sand steckt); den K. hoch tragen (stolz sein); den K. oben behalten (den Mut nicht verlieren); jmdm. den K. zurechtsetzen/zurechtrücken (ugs.; jmdn. durch Kritik zur Vernunft bringen); sich [gegenseitig/einander] die Köpfe einschlagen (sich heftig streiten); jmdn. [um] einen K. kürzer/kleiner machen (ugs.; jmdn. köpfen); sich <Dativ> an den K. fassen/greifen (ugs.; kein Verständnis für etw. haben): wenn ich so einen Unsinn höre, kann ich mir nur an den K. greifen; jmdm. etw. an den K. werfen (jmdm. etw. [Freches] direkt sagen): sie warf ihm Unverschämtheiten, Beleidigungen an den K.; eins auf den K. bekommen/kriegen (↑ Hut 1); etw. auf den K. hauen (ugs.; [einen bestimmten Geldbetrag] auf einmal für Vergnügungen o. Ä. ausgeben; H. u., viell. in Bezug auf die Münze, die man auf den Kopf, d. h. auf die Seite mit dem aufgeprägten [Fürsten]kopf, wirft, damit die Seite mit der Zahl sichtbar ist): heute habe ich hundert Euro auf den K. gehauen; jmdm. auf den K. kommen (ugs.; jmdn. ausschimpfen, zurechtweisen, tadeln): ich komm dir gleich auf den K.! (Drohung); etw. auf den K. stellen (ugs.:das Unterste zuoberst kehren, etw. völlig durcheinanderbringen: die Kinder haben beim Spielen das ganze Haus, Zimmer auf den K. gestellt. in etw., an einem Ort sehr gründlich suchen: ich habe das ganze Haus auf den K. gestellt und trotzdem meine Brille nicht gefunden. etw. unrichtig darstellen); jmdm. auf dem K. herumtanzen/herumtrampeln (ugs.; jmds. Gutherzigkeit missbrauchen, indem man ihn respektlos behandelt u. sich von ihm nichts sagen lässt); sich <Dativ> nicht auf den K. spucken lassen (salopp; sich nichts gefallen lassen); jmdm. auf den K. spucken können (salopp scherzh.; erheblich größer sein als ein anderer); nicht auf den K. gefallen sein (ugs.; gewitzt, nicht dumm sein); jmdm. etw. auf den K. zusagen (jmdm. gegenüber, ohne zu zögern, etw. aussprechen, was man über ihn zu wissen glaubt [ohne jedoch Beweise zu haben]); jmdm. in den K. steigen (jmdn. betrunken, benommen machen: der Wein ist mir in den K. gestiegen. seltener; jmdn. eingebildet, überheblich machen: der Ruhm ist ihm in den K. gestiegen); jmdm. zu K. steigen (jmdn. eingebildet, überheblich machen); mit dem K. durch die Wand wollen (ugs.; Unmögliches erzwingen wollen); mit seinem K. für etw. einstehen (mit seinem Leben, seiner Existenz für etw. einstehen); über jmds. K. [hin]weg (ohne jmdn. Bestimmtes zu fragen, zu informieren); über die Köpfe hinwegreden (reden, ohne Rücksicht auf das Verständnis der Zuhörer zu nehmen); jmdm. über den K. wachsen (ugs.:sich so entwickeln, dass jmd. Bestimmtes einem nicht mehr gewachsen ist: er ist seinem Vater längst über den K. gewachsen. von jmdm. nicht mehr bewältigt werden: die Arbeit ist mir über den K. gewachsen); bis über den K. in etw. stecken (ugs.; völlig von etw. beansprucht, belastet sein): bis über den K. in Sorgen, Arbeit stecken; um K. und Kragen gehen <unpers.> (ugs.; um das Leben, die Existenz gehen); etw. vom K. auf die Füße stellen (das Bild, das man von etw. hat, korrigieren); von K. bis Fuß (von oben bis unten; ganz u. gar): sich von K. bis Fuß neu einkleiden, waschen; jmdn. vor den K. stoßen (ugs.; jmdn. in plumper Weise kränken, verletzen); wie vor den K. geschlagen sein
Kopf  

Birne (umgangssprachlich), Caput (fachsprachlich), Denkzentrum, Haupt, Kopf, Rübe (umgangssprachlich), Schädel (umgangssprachlich)
[Birne, Caput, Denkzentrum, Haupt, Rübe, Schädel]
Kopf  

n.
<m. 1u>
1 das vom übrigen Körper abgesetzte u. unterschiedene Vorderende vieler Tiere u. des Menschen, Haupt, Schädel: Caput; (meist oberes) verdicktes Ende, Knopf (Nagel~, Noten~, Stecknadel~); kugelförmige, geschlossene Kohl- od. Salatpflanze (Kohl~, Salat~); oberer Teil, Anfang, Überschrift (Brief~); Titel (einer Zeitung); <fig.> Anführer, Leiter; Person, Mensch
2 ;der ~ einer Bande, Verschwörung; drei Köpfe Salat
3 ;er wird dir nicht gleich den ~ abreißen <fig.; umg.; scherzh.> mir brummt der ~ <fig.> ich habe Kopfschmerzen; ich bin (von dem Lärm o.Ä.) ganz verwirrt; seinen ~ durchsetzen wollen seinen Willen durchsetzen wollen; den ~ einziehen; den ~ hängen lassen <fig.> niedergeschlagen, mutlos sein; den ~ (zur Tür) hereinstecken; den ~ für jmdn. hinhalten für jmdn. einstehen, dessen Strafe auf sich nehmen; es wird nicht gleich den ~ kosten <fig.; umg.> es wird nicht so schlimm, nicht so gefährlich sein; den, einen ~ machen <schweiz.; umg.> mürrisch sein, widerspenstig sein; den ~ neigen, senken, wenden; mir raucht der ~ <fig.; umg.> ich habe sehr viel (geistig) gearbeitet; den ~ schütteln (als Verneinung); ich weiß kaum mehr, wo mir der ~ steht <fig.; umg.> ich weiß vor lauter Arbeit nicht mehr, wo ich anfangen soll; jmdm. den ~ verdrehen <fig.; umg.> jmdn. in sich verliebt machen; den ~ verlieren <fig.> die Geistesgegenwart verlieren, sich verwirren lassen u. unüberlegt handeln; jmdm. den ~ waschen <fig.; umg.> jmdn. energisch zurechtweisen; sich den ~ (über etwas) zerbrechen <fig.> angestrengt (über etwas) nachdenken, sich mit Mühe (an etwas) zu erinnern suchen; jmdm. den ~ zurechtrücken, zurechtsetzen <fig.; umg.> jmdm. energisch die Meinung sagen; die Köpfe zusammenstecken miteinander tuscheln;
4 ;die besten Köpfe des Landes, der Universität; großer, kahler, kleiner, runder, schmaler ~; er ist einen ~ größer als ich so viel, wie ein Kopf hoch ist; einen harten ~ haben <fig.> eigensinnig sein; einen heißen ~ haben Fieber haben; den ~ hoch tragen <fig.> stolz sein; ein kluger, heller ~ <fig.> kühlen ~ bewahren die Besonnenheit bewahren; jmdn. (um) einen ~ kürzer machen jmdn. köpfen, durch das Beil hinrichten; einen roten ~ bekommen erröten; einen schweren ~ haben Kopfschmerzen haben (bes. als Nachwirkung eines Rausches); die Besatzung des Schiffes war 100 Köpfe stark bestand aus 100 Personen; den ~ voll haben <fig.; umg.> viel zu bedenken haben; Sorgen haben;
5 die Leute standen ~ an ~ dicht gedrängt; man greift sich an den ~, wenn man das hört, sieht es ist einem unbegreiflich; den ~ an jmds. Schulter lehnen; jmdm. eine Beleidigung, Unfreundlichkeit an den ~ werfen <fig.; umg.> ihm etwas Beleidigendes, Unfreundliches sagen; auf den ~ der Bevölkerung entfallen, kommen … jede Person der B. erhält …; er ist nicht auf den ~ gefallen <fig.; umg.> er ist nicht dumm; jmdm. auf den ~ spucken <fig.; umg.> jmdm. überlegen sein; gegen jmdn. dreist, frech sein; wenn der Junge größer ist, trampelt er ihr auf dem ~ herum <fig.; umg.> wird sie nicht mehr mit ihm fertig, gehorcht er ihr nicht mehr; einen Preis auf jmds. ~ aussetzen einen Preis versprechen, wenn man jmdn. (Verbrecher o.Ä.) fängt u. ausliefert; auf dem ~ stehen können; und wenn du dich auf den ~ stellst, ich gehe doch nicht hin <fig.; umg.> ganz gleich, was du tust; alles auf den ~ stellen <fig.; umg.> alles durcheinander bringen; jmdm. etwas auf den ~ zusagen etwas mit Sicherheit feststellen, so dass er nicht leugnen kann; ein Gedicht aus dem ~ aufsagen auswendig, aus dem Gedächtnis; sich die Augen nach etwas od. jmdm. aus dem ~ gucken angestrengt (mit den Augen) suchen; sich etwas aus dem ~ schlagen <fig.> etwas (Plan, Hoffnung, Vorhaben) aufgeben, auf etwas verzichten; es will mir nicht aus dem ~ <fig.; umg.> ich muss immer daran denken; jmdn. beim ~ nehmen <umg.> jmds. Kopf ergreifen u. ihn küssen; sich etwas durch den ~ gehen lassen <fig.> sich etwas überlegen, über etwas nachdenken; sich eine Kugel durch den ~ schießen, jagen Selbstmord begehen; er hat seinen ~ für sich er ist eigenwillig; etwas im ~ behalten sich etwas merken; was man nicht im ~ hat, das hat man in den Beinen <fig.; umg.; scherzh.> wenn man etwas vergessen hat, muss man noch einmal gehen; sie hat nichts anderes als Vergnügen im ~ <fig.; umg.> sie denkt an nichts anderes als an V.; die Sache geht mir im ~ herum <fig.; umg.> ich muss immer wieder daran denken; mir ist neulich in den ~ gekommen, dass … <fig.; umg.> mir ist eingefallen, der Gedanke kam mir, dass…; eine Aufgabe im ~ rechnen ohne Papier u. Bleistift; er ist nicht ganz richtig im ~ <fig.; umg.> er ist leicht schwachsinnig; sich etwas in den ~ setzen <fig.; umg.> sich etwas vornehmen u. eigensinnig darauf beharren; sich ein Loch in den ~ stoßen; das will mir nicht in den ~ <fig.; umg.> das sehe ich nicht ein, das kann ich nicht begreifen; den ~ in den Sand stecken <fig.> sich gegenüber Gefahren blind stellen, Gefahren nicht sehen wollen; eine Tat mit seinem ~ bezahlen <fig.> dafür sterben; mit dem ~ nicken (als Zeichen der Zustimmung); mit bloßem ~ ohne Hut, Mütze od. Tuch; er will immer mit dem ~ durch die Wand <fig.; umg.> er will das, was er sich vorgenommen hat, unbedingt u. sofort durchsetzen; mit dem ~ voran, zuerst kopfüber; es muss immer nach seinem ~ gehen <fig.; umg.> es muss immer alles so gemacht werden, wie er es will; den ~ oben behalten zuversichtlich bleiben; pro ~ zwei Stück für jeden; jmdm. das Haus über dem ~ anzünden <umg.> Feuer legen, während er darin ist; den ~ über etwas od. jmdn. schütteln etwas od. jmdn. nicht begreifen, über etwas od. jmdn. erstaunt sein; die Sache ist ihm über den ~ gewachsen er ist der Sache nicht mehr gewachsen; er ist seinen Eltern über den ~ gewachsen er lässt sich von den Eltern nichts mehr sagen; es geht um seinen ~ um sein Leben; von ~ bis Fuß von oben bis unten, die ganze Person; jmdn. von ~ bis Fuß mustern von oben bis unten abschätzend, prüfend betrachten; jmdn. von ~ bis Fuß neu einkleiden völlig; ich bin wie vor den ~ geschlagen! ich kann es nicht fassen; jmdn. vor den ~ stoßen <fig.; umg.> jmdn. verletzen, kränken; jmdm. den ~ vor die Füße legen jmdm. den Kopf abschlagen; ~ weg! <umg.> Vorsicht!; der Alkohol ist ihm zu ~ gestiegen er ist berauscht; sein Erfolg ist ihm zu ~ gestiegen <fig.> er ist durch seinen E. eingebildet, anmaßend geworden; jmdm. den ~ zwischen die Ohren setzen <fig.; umg.; scherzh.> jmdm. die Meinung sagen, ihn zurechtweisen; [<ahd. kopf, urspr. „Becher, Trinkschale“, engl. cup „Tasse, Schale“ <spätlat. cuppa „Becher“ = lat. cupa „Kufe, Tonne“; verwandt mit Kübel, Kufe „Gefäߓ, Kuppel, Kuppe, Gipfel]
[Kopf]
[Kopfes, Kopfs, Kopfe, Köpfe, Köpfen]