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Lippe  

1Lịp|pe, die; -, -n [aus dem Md., Niederd. < md., mniederd. lippe, urspr.="schlaff" Herabhängendes]:

1.a)fleischiger oberer od. unterer Rand des [menschlichen] Mundes: schmale, volle, wulstige, aufgesprungene, rote, blaue -n; die -n öffnen, [zum Kuss] spitzen; sie kräuselte, schürzte verächtlich die -n; die -n nachziehen, [mit der Zunge] anfeuchten; sich <Dativ> die -n schminken, anmalen; das Glas, die Trompete an die -n setzen; auf ihren -n lag ein Lächeln; den Finger auf die -n legen (den Zeigefinger auf die Lippen legen, um zum Stillsein, zum Schweigen aufzufordern); sich <Dativ> auf die -n beißen (bes. um ein Lachen zu unterdrücken od. weil man eine unmittelbar vorher gemachte Äußerung sofort bereut); einen Laut mit den -n bilden; jmdm. etw. von den -n ablesen;

*an jmds. -n hängen (einer bzw. einem Sprechenden konzentriert, gespannt zuhören [u.sie bzw. ihn dabei anblicken]); etw. auf den -n haben (etw. gerade äußern, von sich geben [wollen]): ein Wort auf den -n haben; etw./mit etw. auf den -n (etw. äußernd, singend o. Ä.): ein fröhliches Lied auf den -n, wanderten sie durch das Tal; mit einem Fluch auf den -n kam er hereingestolpert; [jmdm.] auf den -n ersterben (geh.; unter einem starken Eindruck o. Ä. plötzlich nicht ausgesprochen, geäußert werden): das Wort erstarb ihr auf den -n; [nicht] über jmds. -n/jmdm. [nicht] über die -n kommen ([nicht] von jmdm. ausgesprochen werden können); etw. [nicht] über die -n bringen (es [nicht] fertigbringen, etw. auszusprechen, zu äußern); jmdm. leicht, glatt o. ä. von den -n fließen/gehen (von jmdm. ohne Bedenken geäußert werden);

b)<o. Pl.> (salopp) Mundwerk: das ist die freche Berliner L.;

*eine [dicke/große] L. riskieren (ugs.; großsprecherisch reden).



2.(Bot.) oberer od. unterer hervorstehender Teil der Blumenkrone (z. B. an Lippenblütlern).


2Lịp|pe, die; -: rechter Nebenfluss des Rheins.
Lippe  

Lịp|pe, die; -, -n (Rand der Mundöffnung)

Lịp|pe (Land des ehem. Deutschen Reiches)

Lịp|pe, die; - (r. Nebenfluss des Niederrheins)
Lippe  

1Lịp|pe, die; -, -n [aus dem Md., Niederd. < md., mniederd. lippe, urspr.="schlaff" Herabhängendes]:

1.
a)fleischiger oberer od. unterer Rand des [menschlichen] Mundes: schmale, volle, wulstige, aufgesprungene, rote, blaue -n; die -n öffnen, [zum Kuss] spitzen; sie kräuselte, schürzte verächtlich die -n; die -n nachziehen, [mit der Zunge] anfeuchten; sich <Dativ> die -n schminken, anmalen; das Glas, die Trompete an die -n setzen; auf ihren -n lag ein Lächeln; den Finger auf die -n legen (den Zeigefinger auf die Lippen legen, um zum Stillsein, zum Schweigen aufzufordern); sich <Dativ> auf die -n beißen (bes. um ein Lachen zu unterdrücken od. weil man eine unmittelbar vorher gemachte Äußerung sofort bereut); einen Laut mit den -n bilden; jmdm. etw. von den -n ablesen;

*an jmds. -n hängen (einer bzw. einem Sprechenden konzentriert, gespannt zuhören [u.sie bzw. ihn dabei anblicken]); etw. auf den -n haben (etw. gerade äußern, von sich geben [wollen]): ein Wort auf den -n haben; etw./mit etw. auf den -n (etw. äußernd, singend o. Ä.): ein fröhliches Lied auf den -n, wanderten sie durch das Tal; mit einem Fluch auf den -n kam er hereingestolpert; [jmdm.] auf den -n ersterben (geh.; unter einem starken Eindruck o. Ä. plötzlich nicht ausgesprochen, geäußert werden): das Wort erstarb ihr auf den -n; [nicht] über jmds. -n/jmdm. [nicht] über die -n kommen ([nicht] von jmdm. ausgesprochen werden können); etw. [nicht] über die -n bringen (es [nicht] fertigbringen, etw. auszusprechen, zu äußern); jmdm. leicht, glatt o. ä. von den -n fließen/gehen (von jmdm. ohne Bedenken geäußert werden);

b)<o. Pl.> (salopp) Mundwerk: das ist die freche Berliner L.;

*eine [dicke/große] L. riskieren (ugs.; großsprecherisch reden).



2.(Bot.) oberer od. unterer hervorstehender Teil der Blumenkrone (z. B. an Lippenblütlern).


2Lịp|pe, die; -: rechter Nebenfluss des Rheins.
Lippe  

n.
<f. 19>
1 fleischiger Rand des menschl. Mundes (Ober~, Unter~); Schleimhautfalte (Scham~)
2 ;die ~n (schmollend, verächtlich) kräuseln, schürzen, verziehen; eine (dicke)~ riskieren <fig.; umg.> einen Widerspruch wagen; sich die ~n schminken; die ~n spitzen (zum Kuss, zum Pfeifen); die ~n zusammenpressen (vor Ärger, Schmerz, Ungeduld)
3 ;aufgesprungene, aufgeworfene, feuchte, rissige, trockene ~n; breite, dünne, rote, schmale, volle ~n
4 an jmds. ~n hängen <fig.> jmdm. gespannt, aufmerksam zuhören; sich auf die ~n beißen (um nicht zu lachen od. weil man ein ausgesprochenes Wort bereut); kein Wort kam über seine ~n er sagte nichts; die Worte flossen ihm leicht von den ~n [<nddt. <germ. *lipjo, älter *lepjo; zu idg. *leb- „herabhängen“; Lappen]
['Lip·pe]
[Lippen]