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Luft  

Lụft, die; -, Lüfte [mhd., ahd. luft, H. u.]:

1.<o. Pl.> a)(die Erde umgebender) hauptsächlich aus Stickstoff u. Sauerstoff bestehender gasförmiger Stoff, den Mensch u. Tier zum Atmen brauchen: dünne, feuchte L.; flüssige L. (Physik; durch Kühlung u. Kompression verflüssigte Luft); der Motor wird mit L. gekühlt; an die [frische] L. gehen (ins Freie gehen, spazieren gehen);

*die L. ist rein/sauber (ugs.; es ist niemand da, der horcht, beobachtet, eine Gefahr darstellt o. Ä.); irgendwo ist/herrscht dicke L. (ugs.; es herrscht eine gespannte Atmosphäre, eine gereizte Stimmung; zu ↑ dick in der alten Bed. »dicht«); aus etw. ist die L. raus (ugs.; etw. hat seine Aktualität, seine Bedeutung, Wirkung o. Ä. verloren, ist verpufft); L. für jmdn. sein (ugs.; [in Bezug auf Personen] von jmdm. demonstrativ nicht beachtet werden); heiße L. sein (ugs.; nichtssagend, nicht von Belang sein; so geartet, dass nichts dahintersteckt): was er geredet hat, war nur heiße L.; die L. aus dem Glas lassen (ugs. scherzh.; Wein, Bier o. Ä. in das Glas nachfüllen); die L. rauslassen (ugs.; sich in seiner Erregung mäßigen); sich in L. auflösen (ugs.:[meist von Dingen] spurlos verschwinden, unauffindbar werden. [von Plänen, Vorhaben] nicht verwirklicht werden, fallen gelassen werden); jmdn. wie L. behandeln (ugs.; jmdn. demonstrativ nicht beachten);

b)Atemluft: schlechte, verbrauchte, stickige L.; vor Schreck blieb ihr die L. weg (ugs.; vergaß sie zu atmen); die L. einziehen, anhalten; tief L. holen (tief einatmen); keine L. bekommen, kriegen (nur schwer atmen können); nach L. ringen;

*jmdm. bleibt die L. weg (ugs.; jmd. ist sehr erstaunt, erschrocken o. Ä.); jmdm. geht die L. aus (↑ Atem 2 ); jmdm., etw. die L. [zum Atmen] nehmen (jmdn., etw. sehr einengen, zerstören); L. holen/(geh.:) schöpfen (↑ Atem 2 ); wieder L. holen/schnappen können (ugs.; nicht mehr so sehr unter Druck stehen); die L. anhalten (ugs.; bei etw. große Bedenken haben im Hinblick auf seinen guten, glücklichen Verlauf, Ausgang o. Ä. ); halt die L. an! (ugs.; hör auf zu reden!; sei mal still! übertreibe nicht so!); nach L. schnappen (ugs.; geschäftlich, wirtschaftlich in einer schlechten Lage sein); von L. und Liebe leben (ugs. scherzh.; wenig essen, ohne viel Nahrung auskommen): du lebst wohl von L. und Liebe?; nicht von der L./von L. und Liebe leben können (ugs.; nicht ohne materielle Grundlage existieren können).



2.<Pl. geh.> freier Raum über dem Erdboden; Himmel[sraum]: die Aufnahmen sind aus der L. (von einem Luftfahrzeug aus) gemacht; Trümmer flogen durch die L.; das Flugzeug erhebt sich in die L.; ein Gebäude in die L. sprengen, jagen (es sprengen, um es zu zerstören od. zu beseitigen); der Silo flog/ging in die L. (ugs.; explodierte);

*jmdn. an die [frische] L. setzen/befördern (ugs.: jmdn. aus der Wohnung, aus dem Haus o. Ä. hinauswerfen. jmdn. aus einer Stellung entlassen); aus der L. gegriffen/geholt sein (nicht den Tatsachen entsprechen, frei erfunden sein); in der L. liegen (bevorstehen, sich zu entladen drohen: ein Gewitter lag in der L. dem Zeitgeist entsprechen: solche Erfindungen lagen in der L.); in der L. hängen/schweben (ugs.: noch ganz ungewiss, unsicher, noch nicht entschieden sein: die ganze Angelegenheit hängt [noch] in der L. ohne finanziellen Rückhalt sein); [schnell/leicht] in die L. gehen (ugs.; [sehr leicht] häufig aus nichtigem Anlass in einem heftigen Ausbruch seinem Ärger, seiner Wut freien Lauf lassen); in die L. reden (↑ Wind 1 ); in die L. gucken (ugs.; ↑ Röhre 3 ); jmdn. in der L. zerreißen (salopp: [im Hinblick auf eine künstlerische o. ä. Leistung] jmdm. eine vernichtende Kritik zuteilwerden lassen. <als Drohung; in Verbindung mit »können«> auf jmdn. sehr wütend sein: ich könnte sie in der L. zerreißen).


3.<Pl. nur dichter.> schwacher Wind; Brise; Luftbewegung: es weht eine scharfe, kalte L.; linde, säuselnde Lüfte;

*frische L. in etw. [hinein]bringen (etw. in Schwung bringen; einer Sache neue Impulse geben).


4. <o. Pl.> (ugs.) freier Raum, Platz, Spielraum [der an einer Stelle (unerwarteterweise) vorhanden ist]: in dem Bücherschrank etwas L. schaffen, machen; an der nächsten Haltestelle wird es L. geben (steigen so viele Leute aus, dass wieder mehr Platz vorhanden sein wird); sich etwas L. (Bewegungsfreiheit für seine Handlungen) [ver]schaffen;

*in etw. ist noch L. [drin] (ugs.; bei etw. gibt es noch einen Spielraum zum Manövrieren, noch eine bestimmte Handlungsfreiheit o. Ä.); sich <Dativ> L. machen (ugs.; sich entlastenden Ausdruck verschaffen. aufgestauten Ärger o. Ä. aussprechen u. sich dadurch Erleichterung verschaffen: ich musste mir erst einmal L. machen); einer Sache L. machen (ugs.; ↑ Herz (2) ): seinem Ärger L. machen.
Luft  

Lụft, die; -, Lüfte
Luft  


1. Atemluft; (geh.): Hauch; (bildungsspr.): Spiritus; (dichter.): Odem; (salopp): Puste.

2. [Erd]atmosphäre, Himmel, Himmelsraum, Lufthülle, Luftschicht; (geh.): Äther, Firmament; (dichter.): Himmelsdom, [Himmels]feste, Himmelszelt.

3. Brise, [leichter] Wind, Lüftchen, Luftstrom, Luftströmung, Luftzug; (geh.): Hauch.

4. a) Auslauf, Bewegungsfreiheit, Bewegungsraum, Ellbogenfreiheit, Flucht, Spiel, Spielraum.

b) Ellbogenfreiheit, Entscheidungsspielraum, Ermessensspielraum, Freiheit, Handlungsspielraum, Spielraum.

[Luft]
[Lüfte, Lüften]
Luft  

Lụft, die; -, Lüfte [mhd., ahd. luft, H. u.]:

1.<o. Pl.>
a)(die Erde umgebender) hauptsächlich aus Stickstoff u. Sauerstoff bestehender gasförmiger Stoff, den Mensch u. Tier zum Atmen brauchen: dünne, feuchte L.; flüssige L. (Physik; durch Kühlung u. Kompression verflüssigte Luft); der Motor wird mit L. gekühlt; an die [frische] L. gehen (ins Freie gehen, spazieren gehen);

*die L. ist rein/sauber (ugs.; es ist niemand da, der horcht, beobachtet, eine Gefahr darstellt o. Ä.); irgendwo ist/herrscht dicke L. (ugs.; es herrscht eine gespannte Atmosphäre, eine gereizte Stimmung; zu ↑ dick in der alten Bed. »dicht«); aus etw. ist die L. raus (ugs.; etw. hat seine Aktualität, seine Bedeutung, Wirkung o. Ä. verloren, ist verpufft); L. für jmdn. sein (ugs.; [in Bezug auf Personen] von jmdm. demonstrativ nicht beachtet werden); heiße L. sein (ugs.; nichtssagend, nicht von Belang sein; so geartet, dass nichts dahintersteckt): was er geredet hat, war nur heiße L.; die L. aus dem Glas lassen (ugs. scherzh.; Wein, Bier o. Ä. in das Glas nachfüllen); die L. rauslassen (ugs.; sich in seiner Erregung mäßigen); sich in L. auflösen (ugs.:[meist von Dingen] spurlos verschwinden, unauffindbar werden. [von Plänen, Vorhaben] nicht verwirklicht werden, fallen gelassen werden); jmdn. wie L. behandeln (ugs.; jmdn. demonstrativ nicht beachten);

b)Atemluft: schlechte, verbrauchte, stickige L.; vor Schreck blieb ihr die L. weg (ugs.; vergaß sie zu atmen); die L. einziehen, anhalten; tief L. holen (tief einatmen); keine L. bekommen, kriegen (nur schwer atmen können); nach L. ringen;

*jmdm. bleibt die L. weg (ugs.; jmd. ist sehr erstaunt, erschrocken o. Ä.); jmdm. geht die L. aus (↑ Atem 2); jmdm., etw. die L. [zum Atmen] nehmen (jmdn., etw. sehr einengen, zerstören); L. holen/(geh.:) schöpfen (↑ Atem 2); wieder L. holen/schnappen können (ugs.; nicht mehr so sehr unter Druck stehen); die L. anhalten (ugs.; bei etw. große Bedenken haben im Hinblick auf seinen guten, glücklichen Verlauf, Ausgang o. Ä. ); halt die L. an! (ugs.; hör auf zu reden!; sei mal still! übertreibe nicht so!); nach L. schnappen (ugs.; geschäftlich, wirtschaftlich in einer schlechten Lage sein); von L. und Liebe leben (ugs. scherzh.; wenig essen, ohne viel Nahrung auskommen): du lebst wohl von L. und Liebe?; nicht von der L./von L. und Liebe leben können (ugs.; nicht ohne materielle Grundlage existieren können).



2.<Pl. geh.> freier Raum über dem Erdboden; Himmel[sraum]: die Aufnahmen sind aus der L. (von einem Luftfahrzeug aus) gemacht; Trümmer flogen durch die L.; das Flugzeug erhebt sich in die L.; ein Gebäude in die L. sprengen, jagen (es sprengen, um es zu zerstören od. zu beseitigen); der Silo flog/ging in die L. (ugs.; explodierte);

*jmdn. an die [frische] L. setzen/befördern (ugs.: jmdn. aus der Wohnung, aus dem Haus o. Ä. hinauswerfen. jmdn. aus einer Stellung entlassen); aus der L. gegriffen/geholt sein (nicht den Tatsachen entsprechen, frei erfunden sein); in der L. liegen (bevorstehen, sich zu entladen drohen: ein Gewitter lag in der L. dem Zeitgeist entsprechen: solche Erfindungen lagen in der L.); in der L. hängen/schweben (ugs.: noch ganz ungewiss, unsicher, noch nicht entschieden sein: die ganze Angelegenheit hängt [noch] in der L. ohne finanziellen Rückhalt sein); [schnell/leicht] in die L. gehen (ugs.; [sehr leicht] häufig aus nichtigem Anlass in einem heftigen Ausbruch seinem Ärger, seiner Wut freien Lauf lassen); in die L. reden (↑ Wind 1); in die L. gucken (ugs.; ↑ Röhre 3); jmdn. in der L. zerreißen (salopp: [im Hinblick auf eine künstlerische o. ä. Leistung] jmdm. eine vernichtende Kritik zuteilwerden lassen. <als Drohung; in Verbindung mit »können«> auf jmdn. sehr wütend sein: ich könnte sie in der L. zerreißen).


3.<Pl. nur dichter.> schwacher Wind; Brise; Luftbewegung: es weht eine scharfe, kalte L.; linde, säuselnde Lüfte;

*frische L. in etw. [hinein]bringen (etw. in Schwung bringen; einer Sache neue Impulse geben).


4. <o. Pl.> (ugs.) freier Raum, Platz, Spielraum [der an einer Stelle (unerwarteterweise) vorhanden ist]: in dem Bücherschrank etwas L. schaffen, machen; an der nächsten Haltestelle wird es L. geben (steigen so viele Leute aus, dass wieder mehr Platz vorhanden sein wird); sich etwas L. (Bewegungsfreiheit für seine Handlungen) [ver]schaffen;

*in etw. ist noch L. [drin] (ugs.; bei etw. gibt es noch einen Spielraum zum Manövrieren, noch eine bestimmte Handlungsfreiheit o. Ä.); sich <Dativ> L. machen (ugs.; sich entlastenden Ausdruck verschaffen. aufgestauten Ärger o. Ä. aussprechen u. sich dadurch Erleichterung verschaffen: ich musste mir erst einmal L. machen); einer Sache L. machen (ugs.; ↑ Herz (2)): seinem Ärger L. machen.
Luft  

n.
<f. 7u; Pl. oft nur poet.>
1 Gasgemenge, das die Atmosphäre bildet; leichter Wind, Luftzug; <fig.> freier Raum, Abstand, Zwischenraum
2 ;Licht und ~ hereinlassen
3 ;abschnüren: der Kragen schnürt mir die ~ ab; ~ aufpumpen (für den Reifen); keine ~ bekommen nicht atmen können; wieder ~ bekommen wieder atmen können; die ~ flimmert vor Hitze; jetzt hab' ich wieder etwas ~ <fig.> nicht mehr so viel zu arbeiten; der Schlauch hält keine ~ der Sch. hat ein Loch, durch das die Luft entweicht; die ~ aus dem Reifen herauslassen; (frische) ~ hereinlassen Fenster od. Tür öffnen; tief ~ holen tief einatmen; zwischen Wand und Schrank etwas ~ lassen; seinem Ärger ~ machen über seinen Ä. sprechen; seinem Herzen ~ machen sich aussprechen; die ~ nachsehen lassen <umg.> den Luftdruck in den Autoreifen prüfen lassen; (frische); ~ schöpfen, schnappen spazieren gehen, ins Freie treten; sein: für mich ist er ~ ich beachte ihn überhaupt nicht; wegbleiben: mir blieb vor Schreck, vor Überraschung die ~ weg <fig.; umg.> ich war sprachlos; na, jetzt wird ja schon etwas ~! <fig.; umg.> jetzt lichtet sich das Durcheinander, jetzt wird schon etwas Ordnung;
4 hier ist dicke ~ verbrauchte Luft, <od. fig.> eine ungemütliche Atmosphäre, hier droht Gefahr; draußen in der freien ~ im Freien; die ~ ist hier gut, klar, rein, würzig; na, dann gute ~! <fig.; umg.> da haben wir ja etwas Unangenehmes zu erwarten!, das kann ja schlimm werden!; kalte, kühle, laue, milde, raue, warme ~; milde Lüfte; die ~ ist rein <fig.> niemand horcht, es ist niemand in der Nähe, der das Vorhaben vereiteln könnte; hier ist schlechte, verbrauchte ~
5 an die (frische) ~ gehen ins Freie gehen, spazieren gehen; Betten, Kleider an die ~ hängen, du kommst zu wenig an die ~; jmdn. an die ~ setzen <fig.; umg.> jmdm. kündigen, jmdn. hinauswerfen; der Vorwurf ist (völlig) aus der ~ gegriffen <fig.> (völlig) unbegründet; das Flugzeug, der Vogel erhob sich in die ~; in die ~ gehen explodieren; <fig.; umg.> zornig, wütend werden, sich sehr aufregen; seine Hände griffen in die ~ fanden keinen Halt; die Sache hängt noch in der ~ <fig.> ist noch nicht entschieden, hat noch keine Grundlage; ich hänge augenblicklich in der ~ ich habe augenblicklich keine feste Existenzgrundlage; mit den Händen, Armen in der ~ herumfuchteln; es liegt etwas in der ~ <fig.> es droht etwas; der Vogel schwang sich in die Lüfte; vor Freude in die ~ springen; ich könnte ihn in der ~ zerreißen! <fig.; umg.; scherzh.> ich bin wütend auf ihn; einen Motor mit ~ kühlen; nach ~ schnappen rasch u. mühsam Atem holen; er lebt von der ~ <fig.> er braucht sehr wenig, ist sehr sparsam u. bescheiden; du kannst schließlich nicht von der ~ leben <fig.> du brauchst Geld, einen Beruf, musst dir den Lebensunterhalt verdienen; [<ahd. luft, got. luftus; Herkunft ungeklärt; verwandt mit Lift, Lucht]
[Luft]
[Lüfte, Lüften]