[ - Collapse All ]
Mund  

1Mụnd, der; -[e]s, Münder, selten auch: -e, Münde [mhd. munt, ahd. mund]:

1.a)durch Unter- u. Oberkiefer gebildete, durch die Lippen verschließbare Öffnung im unteren Teil des menschlichen Gesichts, die zur Nahrungsaufnahme u. zur Hervorbringung sprachlicher Laute dient: ein großer, voller, sinnlicher, zahnloser, roter, lächelnder M.; ein bitterer M.; vor Staunen blieb ihr der M. offen stehen; sein M. ist für immer verstummt (geh.; er ist gestorben); den M. öffnen, [zu einer Grimasse, vor Schmerz] verziehen, aufreißen; stopf dir doch den M. nicht so voll! (ugs.; iss nicht so gierig!); er küsste sie auf den M.; er küsste ihren M.; aus dem M. riechen (einen üblen Mundgeruch haben); mit offenem M. (erstaunt) zuhören; einige M. voll Kartoffelbrei essen; sie hat einen herben Zug um den M.; das höre ich aus deinem M. (von dir) zum ersten Mal; der Verunglückte wurde von M. zu M. beatmet; der Kranke hatte Schaum vor dem M.; sie hat vier hungrige Münder zu stopfen (ugs.; vier Kinder zu versorgen);

R du hast wohl deinen M. zu Hause gelassen! (scherzh.; warum bist du hier bei anderen so schweigsam?);


*jmds. M. steht nicht still (ugs.; jmd. hat unaufhörlich etw. zu erzählen); den M. nicht aufbekommen/aufkriegen (ugs.; nicht reden, sich zu etw. nicht äußern können); den M. [zu] voll nehmen (ugs.; großsprecherisch sein); den M. [nicht] aufmachen/auftun (ugs.; sich zu etw. [nicht] äußern; etwas/nichts sagen); M. und Augen/Nase aufreißen/aufsperren (ugs.; fassungslos erstaunt sein); einen großen M. haben (ugs.; ein Prahler u. vorlaut sein); den M. halten (ugs.: schweigen [u. dabei etw. unterdrücken, was man sagen wollte]. ein Geheimnis nicht verraten); seinen M. halten (ugs.; nichts von einer Sache verraten); sich <Dativ> den M. fransig/fusselig reden (ugs.; lange [vergeblich] auf jmdn. einreden); jmdm. [mit etw.] den M. stopfen (ugs.; jmdn. durch etw. zum Schweigen bringen); jmdm. den M. verbieten (jmdm. untersagen, seine Meinung zu äußern); sich <Dativ> den M. verbrennen (ugs.; sich durch unbedachtes Reden schaden); jmdm. den M. wässrig machen (ugs.; jmds. Verlangen erregen); nicht auf den M. gefallen sein (ugs.; schlagfertig sein); aus berufenem -e (aus sicherer Quelle, von kompetenter Seite); etw., jmdn. dauernd im M. führen (etw., jmds. Namen ständig im Gespräch erwähnen, als Wort gebrauchen); in aller -e sein (sehr bekannt, populär sein); jmdm. etw. in den M. legen (jmdn. bestimmte Worte sagen lassen. jmdn. auf eine bestimmte Antwort hinlenken. jmdm. etw. zuschreiben, was er nicht gesagt hat); jmdm. nach dem/zum -e reden (jmdm. immer zustimmen, das sagen, was der andere gern hören will); jmdm. über den M. fahren (ugs.; jmdm. das Wort abschneiden, jmdm. scharf antworten); von M. zu M. gehen (durch Weitererzählen verbreitet werden); sich <Dativ> etw. vom/(selten) am Mund[e] absparen (sich etw. unter Opfern, durch persönliche Einschränkung ersparen);

b)(Zool.) Mundöffnung.



2.(Bergmannsspr.) kurz für ↑ Mundloch .


2Mụnd, Munt, die; - [mhd., ahd. munt = (Rechts)schutz, Schirm]: im germanischen Recht Gewalt des Hausherrn über die in der Hausgemeinschaft lebenden, von ihm zu schützenden Personen.
[Munt]
Mund  

Mụnd, der; -[e]s, Plur. Münder, selten auch Munde u. Münde; einen, zwei, ein paar Mund voll od. Mundvoll nehmen; einige Mund voll od. Mundvoll Brot; den Mund vollnehmen (großsprecherisch sein)

Mụnd, Mụnt, die; - (Schutzverhältnis im germ. Recht); vgl. Mundium
[Munt]
Mund  

(ugs.): Schnabel; (salopp): Rand, Rüssel, Schlund, Schnauze; (derb): Fresse; (bildungsspr. scherzh.): Gehege der Zähne; (ugs. scherzh.): Futterluke, Plappermäulchen; (salopp, meist abwertend): Klappe; (fam., bes. nordd.): Schnute; (derb abwertend): Maul; (südd.): Triel; (landsch. salopp, meist abwertend): Gosch; (md., nordd.): Flappe; (Anat.): Os.
[Mund]
[Mundes, Munds, Munde, Münder, Mündern, Munden]
Mund  

1Mụnd, der; -[e]s, Münder, selten auch: -e, Münde [mhd. munt, ahd. mund]:

1.
a)durch Unter- u. Oberkiefer gebildete, durch die Lippen verschließbare Öffnung im unteren Teil des menschlichen Gesichts, die zur Nahrungsaufnahme u. zur Hervorbringung sprachlicher Laute dient: ein großer, voller, sinnlicher, zahnloser, roter, lächelnder M.; ein bitterer M.; vor Staunen blieb ihr der M. offen stehen; sein M. ist für immer verstummt (geh.; er ist gestorben); den M. öffnen, [zu einer Grimasse, vor Schmerz] verziehen, aufreißen; stopf dir doch den M. nicht so voll! (ugs.; iss nicht so gierig!); er küsste sie auf den M.; er küsste ihren M.; aus dem M. riechen (einen üblen Mundgeruch haben); mit offenem M. (erstaunt) zuhören; einige M. voll Kartoffelbrei essen; sie hat einen herben Zug um den M.; das höre ich aus deinem M. (von dir) zum ersten Mal; der Verunglückte wurde von M. zu M. beatmet; der Kranke hatte Schaum vor dem M.; sie hat vier hungrige Münder zu stopfen (ugs.; vier Kinder zu versorgen);

Rdu hast wohl deinen M. zu Hause gelassen! (scherzh.; warum bist du hier bei anderen so schweigsam?);


*jmds. M. steht nicht still (ugs.; jmd. hat unaufhörlich etw. zu erzählen); den M. nicht aufbekommen/aufkriegen (ugs.; nicht reden, sich zu etw. nicht äußern können); den M. [zu] voll nehmen (ugs.; großsprecherisch sein); den M. [nicht] aufmachen/auftun (ugs.; sich zu etw. [nicht] äußern; etwas/nichts sagen); M. und Augen/Nase aufreißen/aufsperren (ugs.; fassungslos erstaunt sein); einen großen M. haben (ugs.; ein Prahler u. vorlaut sein); den M. halten (ugs.: schweigen [u. dabei etw. unterdrücken, was man sagen wollte]. ein Geheimnis nicht verraten); seinen M. halten (ugs.; nichts von einer Sache verraten); sich <Dativ> den M. fransig/fusselig reden (ugs.; lange [vergeblich] auf jmdn. einreden); jmdm. [mit etw.] den M. stopfen (ugs.; jmdn. durch etw. zum Schweigen bringen); jmdm. den M. verbieten (jmdm. untersagen, seine Meinung zu äußern); sich <Dativ> den M. verbrennen (ugs.; sich durch unbedachtes Reden schaden); jmdm. den M. wässrig machen (ugs.; jmds. Verlangen erregen); nicht auf den M. gefallen sein (ugs.; schlagfertig sein); aus berufenem -e (aus sicherer Quelle, von kompetenter Seite); etw., jmdn. dauernd im M. führen (etw., jmds. Namen ständig im Gespräch erwähnen, als Wort gebrauchen); in aller -e sein (sehr bekannt, populär sein); jmdm. etw. in den M. legen (jmdn. bestimmte Worte sagen lassen. jmdn. auf eine bestimmte Antwort hinlenken. jmdm. etw. zuschreiben, was er nicht gesagt hat); jmdm. nach dem/zum -e reden (jmdm. immer zustimmen, das sagen, was der andere gern hören will); jmdm. über den M. fahren (ugs.; jmdm. das Wort abschneiden, jmdm. scharf antworten); von M. zu M. gehen (durch Weitererzählen verbreitet werden); sich <Dativ> etw. vom/(selten) am Mund[e] absparen (sich etw. unter Opfern, durch persönliche Einschränkung ersparen);

b)(Zool.) Mundöffnung.



2.(Bergmannsspr.) kurz für ↑ Mundloch.


2Mụnd, Munt, die; - [mhd., ahd. munt = (Rechts)schutz, Schirm]: im germanischen Recht Gewalt des Hausherrn über die in der Hausgemeinschaft lebenden, von ihm zu schützenden Personen.
[Munt]
Mund  

n.
<m. 2u; selten m. 1u>
1 Eingangsöffnung des Verdauungskanals (mit Einrichtungen zur Aufnahme u. Zerkleinerung der Nahrung); <allg.> Öffnung
2 ;der ~ einer Glocke, eines Schachtes
3 aufmachen: er macht, tut den ~ nicht auf <umg.> er spricht kein Wort; ~ und Nase aufreißen, aufsperren <fig.; umg.> sehr staunen; den ~ halten <fig.> schweigen, still sein; halt (endlich) den ~!; den ~ (zum Küssen, zum Kuss, zum Pfeifen) spitzen; stillstehen: der ~ steht ihm nie still er redet sehr viel; jmdm. den ~ stopfen <fig.> jmdn. zum Schweigen bringen; viele Münder zu stopfen haben <umg.> eine große Familie zu ernähren haben; ich lasse mir von dir nicht den ~ verbieten <fig.> nicht das Sprechen verbieten; sich den ~ verbrennen <fig.; umg.> unbedacht etwas äußern u. sich dadurch schaden; hast du deinen ~ verloren, <od.> zu Hause gelassen? <umg.> warum antwortest, sprichst du nicht?; den ~ (zum Lächeln, zum Weinen, spöttisch) verziehen
4 sich den ~ fusselig reden <fig.; umg.> vergeblich reden; großer, kleiner, roter, sinnlicher, voller ~; einen großen ~ haben <fig.> vorlaut sein, prahlen; einen losen ~ haben etwas vorlaut sein, gern andere necken; seinen ~ halten ein Geheimnis bewahren, nichts verraten; den ~ (reichlich) voll nehmen <fig.> prahlen, übertreiben; jmdm. den ~ wässerig machen <fig.; umg.> jmdm. eine Sache schmackhaft machen, sie ihm so schildern, dass er sie gern haben möchte;
5 an jmds. ~e hängen <fig.> ihm gespannt, sehr aufmerksam zuhören; das Glas, die Tasse an den ~ setzen zum Trinken ansetzen; er ist nicht auf den ~ gefallen <fig.; umg.> er ist schlagfertig; den Finger auf den ~ legen (um andere zum Stillsein aufzufordern); jmdm. das Wort aus dem ~e nehmen <fig.> vorwegnehmen, (dasselbe sagen) was jmd. gerade sagen wollte; aus dem ~e riechen einen unangenehmen Mundgeruch haben; „…!“ riefen sie wie aus einem ~e zur gleichen Zeit; das Kind stand mit dem Finger im ~ da schüchtern, verlegen; ständig eine Redensart, schöne Sprüche im ~e führen ständig benutzen, wiederholen; jmdm. das Wort im ~ herumdrehen seine Aussage absichtlich falsch deuten; einer Roman-, Dramengestalt bestimmte Worte in den ~ legen sie bestimmte W. sprechen lassen; er hat mir die Antwort (förmlich) in den ~ gelegt <fig.> er hat mir durch die Art seiner Frage zu verstehen gegeben, was ich antworten soll; diesen Ausdruck nimmt man nicht in den ~ diesen A. benutzt, sagt man nicht (weil er hässlich, ordinär ist); das Wasser läuft mir im ~e zusammen, wenn ich daran denke <fig.; umg.> ich habe großen Appetit darauf; das Ereignis ist bereits in aller ~e wird bereits allgemein besprochen, ist bereits bekannt; immer mit dem ~ vornweg sein <fig.> vorlaut sein; mit offenem ~e dastehen <fig.> töricht staunend; mit vollem ~e spricht man nicht; jmdm. nach dem ~e reden so reden, wie es jmd. gern hören möchte; jmdm. über den ~ fahren <fig.> jmdn. unhöflich, vorlaut od. zurechtweisend unterbrechen; einen bösen, scharfen Zug um den ~ haben; jmdm. Honig um den ~ schmieren <fig.> ihn schmeichlerisch loben; er hat es sich vom ~e abgespart unter Opfern; die Nachricht ging, lief von ~ zu ~ wurde weitergesagt, mündlich verbreitet; (sich); kein Blatt vor den ~ nehmen <fig.> freiheraus reden, sagen, was man denkt; [<ahd. mund, munt, engl. mouth, got. munþs <germ. *munþa-; zu idg. *menth- „kauen, beißen“]
[Mund]
[Mundes, Munds, Munde, Münder, Mündern, Munden]