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Rolle  

Rọl|le, die; -, -n [mhd. rolle, rulle, urspr. = kleines Rad, kleine Scheibe od. Walze (in der Kanzleispr. = zusammengerolltes Schriftstück) < afrz. ro(l)le (="frz." rôle)="Rolle," Liste, Register < (spät)lat. rotulus, rotula="Rädchen;" Rolle, Walze, Vkl. von: rota="Rad," Scheibe; 5 a: nach dem urspr. auf Schriftrollen aufgezeichneten Probentext]:

1.a)etw. Walzenförmiges, zu einer Walze (länglich mit rundem Querschnitt) Zusammengerolltes od. -gewickeltes: eine R. Toilettenpapier, Raufasertapete, Garn, Drops; eine R. verzinkter Draht/(geh.:) verzinkten Drahtes; den Faden von der R. abspulen; das Geld wird in -n verpackt;

b)Kugel, Walze, Rad, [mit einer Rille versehene] Scheibe, worauf etw. rollt od. gleitet: ein Fernsehtisch, Teewagen auf -n; das Seil des Flaschenzugs läuft über -n.



2.(landsch.) 2Mangel : die Wäsche in die, zur R. geben;

*jmdn. durch die R. drehen (2↑ Mangel ).


3.a)(Turnen) Übung (am Boden, Barren, Schwebebalken o. Ä.), bei der der Körper vor- od. rückwärts um die eigene Querachse gedreht wird: eine R. [vorwärts, rückwärts] machen, ausführen;

b)(Kunstfliegen) Figur, bei der sich das Flugzeug um seine Längsachse dreht: eine R. fliegen.



4.(Radsport) leicht drehbare, hinten am Motorrad des Schrittmachers an einem Gestell befestigte Walze, die dem Radfahrer dichtes Mitfahren im Windschatten ermöglicht: an der R. fahren;

*von der R. sein, kommen (ugs.; nicht mehr mithalten können, den Anschluss verlieren); jmdn. von der R. bringen (ugs.; dafür sorgen, dass jmd. nicht mehr mithalten kann).


5.a)von einem Schauspieler zu verkörpernde Gestalt: eine wichtige, tragende, unbedeutende, kleine R.; die R. der Julia ist ihr auf den Leib geschrieben; diese R. ist falsch besetzt worden; er hat in dem Film eine R. als Detektiv; seine R. gut, schlecht spielen; sie hat ihre R. (den Rollentext) schlecht gelernt; ein Stück mit verteilten -n lesen; wir begnügen uns mit der R. des Zuschauers;

b)Stellung, [erwartetes] Verhalten innerhalb der Gesellschaft: anerzogene -n; die R. der Frau in Vergangenheit und Gegenwart; die soziale R.; die führende R. der Partei; die -n in der Gesellschaft vertauschen; er fühlte sich seiner R. als Vermittler nicht mehr gewachsen;

*[gern] eine R. spielen mögen/wollen (großes Geltungsbedürfnis haben); bei etw. eine R. spielen (an einer Sache in bestimmter Weise teilhaben, mitwirken); [k]eine R. [für jmdn., etw./bei jmdm., einer Sache] spielen ([nicht] wichtig, [un]wesentlich [für jmdn., etw.] sein): die größte R. spielt für ihn, was die anderen dazu sagen; das spielt doch keine R.!; Geld spielt [bei ihr, dabei] keine R.; seine R. ausgespielt haben (seine Stellung, sein Ansehen verlieren); aus der R. fallen (sich unpassend, ungehörig benehmen; vor anderen etw. sagen od. tun, was Missfallen erregt, weil es nicht dem erwarteten Verhalten entspricht; urspr. von einem Schauspieler, der die entsprechende Stelle in seiner Textrolle nicht findet); sich in seine R. finden (geh.; sich mit seiner Lage u. Stellung abfinden, mit den gegebenen Verhältnissen fertig werden); sich in seiner R. gefallen (geh.; sich auf seine Stellung u. seinen Einfluss etw. einbilden); sich in jmds. R. versetzen [können] (sich in jmds. Lage hineindenken [können]).

Rolle  

Rọl|le, die; -, -n
Rolle  


1. a) Walze, Spule, Wickel.

b) Kugel, Rad, Röllchen, Scheibe; (Technik): Laufrolle.

2. Bügelmaschine, [Wäsche]mangel; (südd., schweiz.): Mange; (landsch., österr.): Wäscherolle.

3. Überschlag; (ugs.): Purzelbaum; (landsch.): Kobolz, Koppheisterschießen, Purzelbock; (Sport): Salto.

4. a) [Bühnen]gestalt, Figur, Partie, Person, Rollentext; (Theater): Charge.

b) Amt, Aufgabe, Auftrag, Bestimmung, Funktion, Pflicht, Platz, Position, Rang, Stelle, Stellung, Verhaltensmuster, Verhaltensweise, Verpflichtung; (bildungsspr.): Destination, Mission.

[Rolle]
[Rollen]
Rolle  

Rọl|le, die; -, -n [mhd. rolle, rulle, urspr. = kleines Rad, kleine Scheibe od. Walze (in der Kanzleispr. = zusammengerolltes Schriftstück) < afrz. ro(l)le (="frz." rôle)="Rolle," Liste, Register < (spät)lat. rotulus, rotula="Rädchen;" Rolle, Walze, Vkl. von: rota="Rad," Scheibe; 5 a: nach dem urspr. auf Schriftrollen aufgezeichneten Probentext]:

1.
a)etw. Walzenförmiges, zu einer Walze (länglich mit rundem Querschnitt) Zusammengerolltes od. -gewickeltes: eine R. Toilettenpapier, Raufasertapete, Garn, Drops; eine R. verzinkter Draht/(geh.:) verzinkten Drahtes; den Faden von der R. abspulen; das Geld wird in -n verpackt;

b)Kugel, Walze, Rad, [mit einer Rille versehene] Scheibe, worauf etw. rollt od. gleitet: ein Fernsehtisch, Teewagen auf -n; das Seil des Flaschenzugs läuft über -n.



2.(landsch.) 2Mangel: die Wäsche in die, zur R. geben;

*jmdn. durch die R. drehen (2↑ Mangel).


3.
a)(Turnen) Übung (am Boden, Barren, Schwebebalken o. Ä.), bei der der Körper vor- od. rückwärts um die eigene Querachse gedreht wird: eine R. [vorwärts, rückwärts] machen, ausführen;

b)(Kunstfliegen) Figur, bei der sich das Flugzeug um seine Längsachse dreht: eine R. fliegen.



4.(Radsport) leicht drehbare, hinten am Motorrad des Schrittmachers an einem Gestell befestigte Walze, die dem Radfahrer dichtes Mitfahren im Windschatten ermöglicht: an der R. fahren;

*von der R. sein, kommen (ugs.; nicht mehr mithalten können, den Anschluss verlieren); jmdn. von der R. bringen (ugs.; dafür sorgen, dass jmd. nicht mehr mithalten kann).


5.
a)von einem Schauspieler zu verkörpernde Gestalt: eine wichtige, tragende, unbedeutende, kleine R.; die R. der Julia ist ihr auf den Leib geschrieben; diese R. ist falsch besetzt worden; er hat in dem Film eine R. als Detektiv; seine R. gut, schlecht spielen; sie hat ihre R. (den Rollentext) schlecht gelernt; ein Stück mit verteilten -n lesen; wir begnügen uns mit der R. des Zuschauers;

b)Stellung, [erwartetes] Verhalten innerhalb der Gesellschaft: anerzogene -n; die R. der Frau in Vergangenheit und Gegenwart; die soziale R.; die führende R. der Partei; die -n in der Gesellschaft vertauschen; er fühlte sich seiner R. als Vermittler nicht mehr gewachsen;

*[gern] eine R. spielen mögen/wollen (großes Geltungsbedürfnis haben); bei etw. eine R. spielen (an einer Sache in bestimmter Weise teilhaben, mitwirken); [k]eine R. [für jmdn., etw./bei jmdm., einer Sache] spielen ([nicht] wichtig, [un]wesentlich [für jmdn., etw.] sein): die größte R. spielt für ihn, was die anderen dazu sagen; das spielt doch keine R.!; Geld spielt [bei ihr, dabei] keine R.; seine R. ausgespielt haben (seine Stellung, sein Ansehen verlieren); aus der R. fallen (sich unpassend, ungehörig benehmen; vor anderen etw. sagen od. tun, was Missfallen erregt, weil es nicht dem erwarteten Verhalten entspricht; urspr. von einem Schauspieler, der die entsprechende Stelle in seiner Textrolle nicht findet); sich in seine R. finden (geh.; sich mit seiner Lage u. Stellung abfinden, mit den gegebenen Verhältnissen fertig werden); sich in seiner R. gefallen (geh.; sich auf seine Stellung u. seinen Einfluss etw. einbilden); sich in jmds. R. versetzen [können] (sich in jmds. Lage hineindenken [können]).

Rolle  

n.
<f. 19>
1 lang gestreckter, massiver Körper mit rundem Querschnitt; drehbare Walze; drehbare Scheibe mit Rille am (senkrechten) Rand für das aufzuwickelnde od. entlanglaufende Seil, z.B. bei Flaschenzügen; Stab mit scheibenförmigen Verdickungen an jedem Ende zum Aufwickeln von Garn o.Ä. (Zwirns~); etwas Gewickeltes, Zusammengerolltes (Papier~, Geld~); = Mangel1 (Wäsche~); <veraltet> (zusammengerollt aufbewahrte) Urkunde, Liste (Stamm~); Sprechtext eines Schauspielers; das den Text enthaltende Heft, Rollenheft, -buch, darzustellende Gestalt in einem Bühnenwerk; <Soziol.> Gesamtheit der Verhaltensweisen, die von einer Person innerhalb der Gesellschaft erwartet werden; Turnübung: Überschlag, Purzelbaum auf dem Boden od. über den Kasten; Einteilung der Schiffsbesatzung zu verschiedenen Dienstarten, Kunstflugfigur mit Drehung um die Längsachse des Flugzeugs; senkrechter od. steil geneigter Grubenbau, in dem Fördergut zur nächstunteren Förderstrecke abgestürzt wird; Sy Rolloch
2 ;eine ~ Draht, Garn, Nähseide, Papier, Zwirn; eine ~ Geldstücke, Markstücke
3 er hat seine ~ ausgespielt <fig.> er hat nichts mehr zu sagen; ich muss noch meine ~ lernen; er spielt die ~ des Heldenvaters; du hast deine ~ gut gespielt <a. fig.> deine Sache gut gemacht; sie will immer eine große ~ spielen <fig.> sie will immer die wichtigste Person sein; er hat bei der Sache keine rühmliche ~ gespielt <fig.> sich nicht rühmlich benommen; es spielt keine ~, ob … <fig.> es ist nicht wichtig; bei einer Sache eine ~ spielen <fig.> an einer Sache beteiligt sein; Geld spielt bei ihm keine ~ <fig.> ist nicht wichtig, da er reich ist; die ~n tauschen, vertauschen (im Theater od. im Leben); sie hat die ~ der jugendlichen Liebhaberin übernommen
4 er hat bei dieser Sache eine armselige, erbärmliche, klägliche ~ gespielt <fig.> er hat dabei versagt; eine führende, entscheidende, verhängnisvolle ~ spielen, eine kleine, umfangreiche, unbedeutende, wichtige ~; die tragende ~ in diesem Stück spielt …; das spielt nur eine untergeordnete ~; ein Stück mit verteilten ~n lesen
5 ;Kinderbetten, Schiebewände auf ~n; aus der ~ fallen stecken bleiben(vom Schauspieler); <fig.> sich schlecht benehmen; nach anfänglichen Schwierigkeiten hat sie sich in ihre ~ gefunden <fig.> ist sie ihrer Aufgabe gerecht, mit ihrer Situation fertig geworden; eine ~ über den Kasten [<mhd. rolle, rulle „kleines Rad, kleine Scheibe oder Walze“, dann „rollenförmiger Gegenstand“ <afrz. rol(l)e(nfrz. rôle) „Rolle, Liste, Register“ <mlat. rotulus, rotula „Rädchen“; Verkleinerungsform zu lat. rotta „Rad“]
['Rol·le]
[Rollen]