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Ruhe  

Ru|he, die; - [mhd. ruo(we), ahd. ruowa, verw. mit ↑ Rast ]:

1.a)durch kein [lärmendes] Geräusch u. lebhaftes Treiben gestörter Zustand; [fast völlige] Stille: eine wohltuende, friedliche R.; die sonntägliche, nächtliche R.; die R. des Waldes; die unheimliche R. vor einem Sturm; R., bitte! (Aufforderung, durch Reden nicht [länger] zu stören); endlich war R. eingetreten; im Saal herrschte [vollkommene, völlige] R.; um R. (Schweigen) bitten;

R R. auf den billigen Plätzen [dahinten], im Saal, im Unterhaus, im Karton! (ugs. scherzh.; Rufe, mit denen man Anwesende, die sich unterhalten o. Ä., zum Stillsein auffordert);


*die R. vor dem Sturm (gespannte Stille vor einem drohenden [unangenehmen] Ereignis); R. geben (still sein, sich ruhig verhalten): wollt ihr mal, wohl R. geben!; R. halten (still sein, sich ruhig verhalten): haltet endlich R.!;

b)Bewegungslosigkeit: das Pendel ist, befindet sich in R. (Stillstand).



2. Zustand erholsamer, beschaulicher Untätigkeit; Entspannung, Erholung: notwendige, kurze R.; nach der anstrengenden Arbeit R. brauchen; R. suchen; der R. bedürfen; der R. pflegen; nach der Hektik des Arbeitstages sehnte sie sich nach R.; sich keine R., ein wenig R. gönnen; die Truppen liegen in R. (Milit.; sind in Ruhestellung); angenehme R.! (Wunschformel; schlafen Sie gut!); sich zur R. legen, begeben (geh.; sich schlafen legen);

*die ewige R. finden (geh. verhüll.; sterben; nach der Übersetzung der ersten Worte des Eingangsverses des ↑ Requiems 1 : Gott gebe ihnen/Herr, gib ihnen die ewige R.!); in die ewige R., zur ewigen R. eingehen (geh. verhüll.; sterben); jmdn. zur letzten R. betten (geh. verhüll.; jmdn. beerdigen); zur R. kommen ([innere] Ruhe finden, sich entspannen u. erholen): er kam nicht zur R.; sich zur R. setzen (aus Altersgründen seine berufliche Tätigkeit aufgeben; in den Ruhestand treten); in R. (im Ruhestand; bezogen auf in der Öffentlichkeit tätig gewesene Selbstständige od. Nichtselbstständige; Abk.: i. R.): Rektorin, Chefarzt in R./i. R.


3.durch keinerlei Unfrieden, keinen Kampf, Streit o. Ä. beeinträchtigter [normaler] Zustand: es herrschen R. und Ordnung im Land; die öffentliche R. wiederherstellen; R. stiften; ich möchte jetzt [endlich mal] meine R. haben (ungestört sein)!; sie braucht mal etwas R. vor den Kindern; etw. in [aller] R. tun (etw. tun, ohne sich zur Eile, Überstürzung drängen zu lassen); in R. und Frieden leben;

*R. geben (ugs.; nicht länger auf etw. drängen): wir werden erst R. geben, wenn der Fall geklärt ist); jmdm. seine R./jmdn. in R. lassen (ugs.; jmdn. nicht stören, belästigen, ihn unbehelligt lassen).


4.durch keine Erregung gestörter Zustand des seelischen Gleichgewichts; Gelassenheit: eine bewundernswerte, heitere, stoische, gekünstelte R.; von ihr geht eine wohltuende R. aus; R. ausstrahlen; die R. bewahren; die, seine R. verlieren; keine R. haben, finden; in [aller] R. (nicht im Affekt; ohne sich zu erregen) etw. sagen, mit jmdm. noch einmal über etw. sprechen; etw. lässt jmdm. keine R. (jmd. beschäftigt sich in Gedanken fortwährend mit etw.); sich zur R. zwingen; nicht zur R. kommen (durch [immer neue] quälende Sorgen voll innerer Unruhe sein);

R R. ist die erste Bürgerpflicht! (oft scherzh.; Ausruf der Beschwichtigung in Situationen allgemeiner Aufregung; nach der Aufforderung, die Minister F. W. Graf von der Schulenburg-Kehnert nach der Schlacht von Jena 1806 an die Einwohner Berlins richtete); immer mit der R.! (immer schön ruhig!; nichts überstürzen!); in der R. liegt die Kraft (mit Ruhe und Gelassenheit lässt sich viel erreichen);


*die R. selbst sein ([auch in einer schwierigen Lage] völlig ruhig u. beherrscht sein); die R. weghaben (ugs.; nicht zu erschüttern sein, sich Zeit lassen, auch wenn Eile geboten ist; drückt vorwurfsvolles od. bewunderndes Erstaunen aus): du hast vielleicht die R. weg! In fünf Minuten geht dein Zug, und du sitzt immer noch hier; jmdn. aus der R. bringen (jmdn. unruhig, nervös machen): seine Anwesenheit brachte sie aus der R.; er ließ sich durch die Zwischenrufe nicht aus der R. bringen.
Ruhe  

Ru|he, die; -; jmdn. zur [letzten] Ruhe betten (geh. für beerdigen); sich zur Ruhe setzen
Ruhe  


1. a) Frieden, Geräuschlosigkeit, Lautlosigkeit, Stille.

b) Bewegungslosigkeit, Erstarrung, Lähmung, Reglosigkeit, Regungslosigkeit, Stillstand.

2. Atempause, Ausspannung, Dolcefarniente, Entspannung, Erholung, Erholungspause, Freizeit, Nichtstun, [Ruhe]pause, Verschnaufpause; (österr.): Schnaufpause; (geh.): Einkehr, Muße[stunde]; (veraltet): Otium.

3. Abgeklärtheit, Beherrschtheit, Besonnenheit, Gefasstheit, Gelassenheit, Gemütsruhe, Seelenfrieden, Seelenruhe, Unerschütterlichkeit, Zurückhaltung; (bildungsspr.): Tranquillität.

[Ruhe]

in Ruhe
allein, ohne Ablenkung/Unterbrechung, unbeschränkt, uneingeschränkt, ungestört.

in aller Ruhe
abgeklärt, bedacht, beherrscht, besonnen, gelassen, geruhsam, mit Umsicht, ohne Eile/Hast, [seelen]ruhig; (bildungsspr.): stoisch; (salopp): cool.
[• Ruhe]
Ruhe  

Ru|he, die; - [mhd. ruo(we), ahd. ruowa, verw. mit ↑ Rast]:

1.
a)durch kein [lärmendes] Geräusch u. lebhaftes Treiben gestörter Zustand; [fast völlige] Stille: eine wohltuende, friedliche R.; die sonntägliche, nächtliche R.; die R. des Waldes; die unheimliche R. vor einem Sturm; R., bitte! (Aufforderung, durch Reden nicht [länger] zu stören); endlich war R. eingetreten; im Saal herrschte [vollkommene, völlige] R.; um R. (Schweigen) bitten;

RR. auf den billigen Plätzen [dahinten], im Saal, im Unterhaus, im Karton! (ugs. scherzh.; Rufe, mit denen man Anwesende, die sich unterhalten o. Ä., zum Stillsein auffordert);


*die R. vor dem Sturm (gespannte Stille vor einem drohenden [unangenehmen] Ereignis); R. geben (still sein, sich ruhig verhalten): wollt ihr mal, wohl R. geben!; R. halten (still sein, sich ruhig verhalten): haltet endlich R.!;

b)Bewegungslosigkeit: das Pendel ist, befindet sich in R. (Stillstand).



2. Zustand erholsamer, beschaulicher Untätigkeit; Entspannung, Erholung: notwendige, kurze R.; nach der anstrengenden Arbeit R. brauchen; R. suchen; der R. bedürfen; der R. pflegen; nach der Hektik des Arbeitstages sehnte sie sich nach R.; sich keine R., ein wenig R. gönnen; die Truppen liegen in R. (Milit.; sind in Ruhestellung); angenehme R.! (Wunschformel; schlafen Sie gut!); sich zur R. legen, begeben (geh.; sich schlafen legen);

*die ewige R. finden (geh. verhüll.; sterben; nach der Übersetzung der ersten Worte des Eingangsverses des ↑ Requiems 1: Gott gebe ihnen/Herr, gib ihnen die ewige R.!); in die ewige R., zur ewigen R. eingehen (geh. verhüll.; sterben); jmdn. zur letzten R. betten (geh. verhüll.; jmdn. beerdigen); zur R. kommen ([innere] Ruhe finden, sich entspannen u. erholen): er kam nicht zur R.; sich zur R. setzen (aus Altersgründen seine berufliche Tätigkeit aufgeben; in den Ruhestand treten); in R. (im Ruhestand; bezogen auf in der Öffentlichkeit tätig gewesene Selbstständige od. Nichtselbstständige; Abk.: i. R.): Rektorin, Chefarzt in R./i. R.


3.durch keinerlei Unfrieden, keinen Kampf, Streit o. Ä. beeinträchtigter [normaler] Zustand: es herrschen R. und Ordnung im Land; die öffentliche R. wiederherstellen; R. stiften; ich möchte jetzt [endlich mal] meine R. haben (ungestört sein)!; sie braucht mal etwas R. vor den Kindern; etw. in [aller] R. tun (etw. tun, ohne sich zur Eile, Überstürzung drängen zu lassen); in R. und Frieden leben;

*R. geben (ugs.; nicht länger auf etw. drängen): wir werden erst R. geben, wenn der Fall geklärt ist); jmdm. seine R./jmdn. in R. lassen (ugs.; jmdn. nicht stören, belästigen, ihn unbehelligt lassen).


4.durch keine Erregung gestörter Zustand des seelischen Gleichgewichts; Gelassenheit: eine bewundernswerte, heitere, stoische, gekünstelte R.; von ihr geht eine wohltuende R. aus; R. ausstrahlen; die R. bewahren; die, seine R. verlieren; keine R. haben, finden; in [aller] R. (nicht im Affekt; ohne sich zu erregen) etw. sagen, mit jmdm. noch einmal über etw. sprechen; etw. lässt jmdm. keine R. (jmd. beschäftigt sich in Gedanken fortwährend mit etw.); sich zur R. zwingen; nicht zur R. kommen (durch [immer neue] quälende Sorgen voll innerer Unruhe sein);

RR. ist die erste Bürgerpflicht! (oft scherzh.; Ausruf der Beschwichtigung in Situationen allgemeiner Aufregung; nach der Aufforderung, die Minister F. W. Graf von der Schulenburg-Kehnert nach der Schlacht von Jena 1806 an die Einwohner Berlins richtete); immer mit der R.! (immer schön ruhig!; nichts überstürzen!); in der R. liegt die Kraft (mit Ruhe und Gelassenheit lässt sich viel erreichen);


*die R. selbst sein ([auch in einer schwierigen Lage] völlig ruhig u. beherrscht sein); die R. weghaben (ugs.; nicht zu erschüttern sein, sich Zeit lassen, auch wenn Eile geboten ist; drückt vorwurfsvolles od. bewunderndes Erstaunen aus): du hast vielleicht die R. weg! In fünf Minuten geht dein Zug, und du sitzt immer noch hier; jmdn. aus der R. bringen (jmdn. unruhig, nervös machen): seine Anwesenheit brachte sie aus der R.; er ließ sich durch die Zwischenrufe nicht aus der R. bringen.
Ruhe  

n.
<f.; -; unz.>
1 Schweigen, Stille; Frieden (Waffen~); Kaltblütigkeit, Gleichmut; Stillstehen, Stillliegen, Unbeweglichsein, Stillstand; Ausruhen, Schlaf, Erholung
2 ;bitte einen Augenblick ~!; in ~ und Frieden leben; die ~ des Friedhofes, des Grabes
3 ;~ ausstrahlen; der Kranke bedarf dringend der ~; die ~ bewahren; nur die ~ kann es bringen <umg.> mit Hast kann nichts gelingen; eintreten: plötzlich trat ~ ein; (keine) ~ finden, haben; ~ gebieten; ich möchte meine ~ haben! ungestört bleiben; nun hat die liebe Seele endlich Ruh'! <fig.; umg.> nun hat man endlich deinen Wunsch erfüllt, <a. iron.> durch Schaden ist er, sie endlich klug geworden; er hat die ~ weg <umg.> er ist durch nichts zu erschüttern, nichts regt ihn auf; gebt ~, Kinder! lärmt nicht mehr; gib doch endlich ~! sei ruhig!, <auch> behellige mich nicht mehr damit; du solltest dir mehr ~ gönnen; jmdm. keine ~ lassen ihn dauernd stören, bedrängen; diese Sorgen nehmen, rauben, stehlen mir die ~; der ~ pflegen sich ausruhen; sein: er ist die ~ selbst; ~ ist die erste Bürgerpflicht <sprichwörtl.> [nach der öffentl. Kundgebung des preuß. Ministers Graf von Schulenburg über die Niederlage bei Jena u. Auerstedt am 17. 10. 1806]; im Urlaub ~ suchen; der Redner musste sich erst ~ verschaffen; die ~ wiederherstellen
4 angenehme ~! (als Gute-Nacht- Gruß); die ewige ~ <poet.> der Tod; zur ewigen ~ eingehen <poet.> sterben; jmdn. zur letzten ~ betten, bringen ihn beerdigen, zu Grabe tragen; die nächtliche, öffentliche ~ stören; eine unerschütterliche ~ besitzen
5 ;er lässt sich nicht aus der ~ bringen; ohne aus der ~ zu kommen; ein Körper, eine Maschine, ein Pendel in ~; in aller ~ die Vorbereitungen treffen; lass ihn jetzt in ~! störe ihn nicht; das muss ich mir in ~ überlegen; immer mit der ~! <umg.> nicht so hastig; wir sehnen uns nach ~; ~ vor dem Sturm <fig.> Spannung vor einer Auseinandersetzung; sich zur ~ begeben, legen, zur ~ gehen schlafen gehen; die Schüler zur ~ ermahnen; nach dem Umzug bin ich noch nicht zur ~ gekommen; sich zur ~ setzen in den Ruhestand treten, aufhören mit Arbeiten; [<ahd. ruowo, germ. *rowo; zu idg. *ere-, *re- „ruhen“; verwandt mit Rast, Rüste]
['Ru·he]