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Seele  

See|le, die; -, -n [mhd. sēle, ahd. sē(u)la, wahrsch. zu ↑ See u. eigtl. = die zum See Gehörende; nach germ. Vorstellung wohnten die Seelen der Ungeborenen u. Toten im Wasser]:

1.Gesamtheit dessen, was das Fühlen, Empfinden, Denken eines Menschen ausmacht; Psyche: die menschliche S.; eine zarte, empfindsame S. haben;

R nun hat die liebe S. Ruh (meist scherzh.; nun kann jmd. nichts weiter verlangen, weil er bereits alles erhalten hat od. weil ein Vorrat aufgebraucht, eine Sache entzweigegangen, zerbrochen ist; nach Luk. 12, 19); zwei -n wohnen, ach, in meiner Brust (ich habe widerstreitende Gefühle; nach Goethe, Faust I, 1112);


*die S. baumeln lassen (ugs.; sich psychisch entspannen, von allem, was einen psychisch belastet, Abstand gewinnen); jmdm. etw. auf die S. binden (ugs.; jmdn. eindringlich bitten, sich um etw. zu kümmern); jmdm. auf der S. knien (ugs.; jmdn. eindringlich bitten, etw. Bestimmtes zu tun); auf jmds. S./jmdm. auf der S. liegen/lasten (geh.; jmdn. bedrücken): die Schuld lastete schwer auf seiner S.; jmdm. auf der S. brennen (ugs.; jmdm. ein dringendes Anliegen sein); jmdm. aus der S. sprechen/reden (ugs.; genau das aussprechen, was jmd. auch empfindet); aus ganzer/tiefster S. (zutiefst: ich hasse ihn aus ganzer/tiefster S. mit großer Begeisterung: sie sangen aus ganzer/tiefster S. [heraus]); mit ganzer S. (mit großem Engagement); sich <Dativ> etw. von der S. reden, schreiben (über etw., was einen bedrückt, reden, schreiben u. sich dadurch abreagieren).


2. substanz-, körperloser Teil des Menschen, der nach religiösem Glauben unsterblich ist, nach dem Tode weiterlebt: die unsterbliche S.; Schaden an seiner S. nehmen (bibl.; sündig werden);

*die S. aushauchen (geh. verhüll.; sterben); jmdm. die S. aus dem Leib fragen (ugs.; jmdn. mit Penetranz alles Mögliche fragen); jmdm. die S. aus dem Leib prügeln (ugs.; jmdn. heftig verprügeln); sich <Dativ> die S. aus dem Leib reden (ugs.; alles versuchen, um jmdn. zu überzeugen, zu etw. Bestimmtem zu bewegen); sich <Dativ> die S. aus dem Leib schreien (ugs.; sehr laut u. anhaltend schreien); meiner Seel (bes. südd., österr.; Ausruf der Bekräftigung, Beteuerung; Verkürzung von »ich schwöre es bei meiner Seele«, einer nach altem Rechtsbrauch üblichen Formel); hinter etw. her sein wie der Teufel hinter der armen S. (gierig, ganz versessen auf etw. sein).


3. (emotional) Mensch: eine brave, ehrliche, treue, schlichte S.; schöne S. (Menschentypus bes. des 18. Jh.s, bei dem Affekte u. sittliche Kräfte in harmonischem Verhältnis stehen); keine S. (niemand) war zu sehen; der Ort hatte, zählte knapp 5 000 -n (Einwohner);

R zwei -n und ein Gedanke (beide denken [wir] dasselbe);


*eine S. von Mensch/von einem Menschen sein (ein sehr gütiger, verständnisvoller Mensch sein).


4.

* die S. einer Sache sein (diejenige Person sein, die in einem bestimmten Bereich dafür sorgt, dass alles funktioniert): er ist die S. des Geschäfts.


5.(Waffent.) das Innere des Laufs od. Rohrs einer Feuerwaffe.


6.(Fachspr.) innerer Strang von Kabeln, Seilen o. Ä.


7.(Musik) Stimmstock von Saiteninstrumenten.
Seele  

Seele  

See|le, die; -, -n [mhd. sēle, ahd. sē(u)la, wahrsch. zu ↑ See u. eigtl. = die zum See Gehörende; nach germ. Vorstellung wohnten die Seelen der Ungeborenen u. Toten im Wasser]:

1.Gesamtheit dessen, was das Fühlen, Empfinden, Denken eines Menschen ausmacht; Psyche: die menschliche S.; eine zarte, empfindsame S. haben;

Rnun hat die liebe S. Ruh (meist scherzh.; nun kann jmd. nichts weiter verlangen, weil er bereits alles erhalten hat od. weil ein Vorrat aufgebraucht, eine Sache entzweigegangen, zerbrochen ist; nach Luk. 12, 19); zwei -n wohnen, ach, in meiner Brust (ich habe widerstreitende Gefühle; nach Goethe, Faust I, 1112);


*die S. baumeln lassen (ugs.; sich psychisch entspannen, von allem, was einen psychisch belastet, Abstand gewinnen); jmdm. etw. auf die S. binden (ugs.; jmdn. eindringlich bitten, sich um etw. zu kümmern); jmdm. auf der S. knien (ugs.; jmdn. eindringlich bitten, etw. Bestimmtes zu tun); auf jmds. S./jmdm. auf der S. liegen/lasten (geh.; jmdn. bedrücken): die Schuld lastete schwer auf seiner S.; jmdm. auf der S. brennen (ugs.; jmdm. ein dringendes Anliegen sein); jmdm. aus der S. sprechen/reden (ugs.; genau das aussprechen, was jmd. auch empfindet); aus ganzer/tiefster S. (zutiefst: ich hasse ihn aus ganzer/tiefster S. mit großer Begeisterung: sie sangen aus ganzer/tiefster S. [heraus]); mit ganzer S. (mit großem Engagement); sich <Dativ> etw. von der S. reden, schreiben (über etw., was einen bedrückt, reden, schreiben u. sich dadurch abreagieren).


2. substanz-, körperloser Teil des Menschen, der nach religiösem Glauben unsterblich ist, nach dem Tode weiterlebt: die unsterbliche S.; Schaden an seiner S. nehmen (bibl.; sündig werden);

*die S. aushauchen (geh. verhüll.; sterben); jmdm. die S. aus dem Leib fragen (ugs.; jmdn. mit Penetranz alles Mögliche fragen); jmdm. die S. aus dem Leib prügeln (ugs.; jmdn. heftig verprügeln); sich <Dativ> die S. aus dem Leib reden (ugs.; alles versuchen, um jmdn. zu überzeugen, zu etw. Bestimmtem zu bewegen); sich <Dativ> die S. aus dem Leib schreien (ugs.; sehr laut u. anhaltend schreien); meiner Seel (bes. südd., österr.; Ausruf der Bekräftigung, Beteuerung; Verkürzung von »ich schwöre es bei meiner Seele«, einer nach altem Rechtsbrauch üblichen Formel); hinter etw. her sein wie der Teufel hinter der armen S. (gierig, ganz versessen auf etw. sein).


3. (emotional) Mensch: eine brave, ehrliche, treue, schlichte S.; schöne S. (Menschentypus bes. des 18. Jh.s, bei dem Affekte u. sittliche Kräfte in harmonischem Verhältnis stehen); keine S. (niemand) war zu sehen; der Ort hatte, zählte knapp 5 000 -n (Einwohner);

Rzwei -n und ein Gedanke (beide denken [wir] dasselbe);


*eine S. von Mensch/von einem Menschen sein (ein sehr gütiger, verständnisvoller Mensch sein).


4.

* die S. einer Sache sein (diejenige Person sein, die in einem bestimmten Bereich dafür sorgt, dass alles funktioniert): er ist die S. des Geschäfts.


5.(Waffent.) das Innere des Laufs od. Rohrs einer Feuerwaffe.


6.(Fachspr.) innerer Strang von Kabeln, Seilen o. Ä.


7.(Musik) Stimmstock von Saiteninstrumenten.
Seele  

n.
<f. 19>
1 Innenleben eines Lebewesens, das sich im Denken, Fühlen, Handeln od. Bewegen äußert; die Gemütskräfte des Menschen; der unsterbl. Teil des Menschen; Triebkraft, lebengebender Mittelpunkt; Mensch, Einwohner; Hohlraum des Gewehrlaufs od. Geschützes; <bei Streichinstrumenten> Stimmstock
2 meiner Seel! <veraltet; bair.> (Ausruf des Erstaunens, Erschreckens); er ist die ~ der Firma <fig.; umg.> an ihm hängt alles, er kümmert sich um alles; die beiden sind ein Herz und eine ~ <fig.> sie verstehen sich ausgezeichnet; die Frau ist die ~ des Hauses; an Leib und ~ gesund; ich habe mir die ~ aus dem Leib geredet, um ihn zu überzeugen <fig.; umg.> ich habe alles versucht; nun hat die liebe ~ Ruh! <fig.; umg.> nun hat er, sie endlich, was er, sie wollte;
3 seine ~ aushauchen <fig.> sterben;
4 zwei ~n und ein Gedanke <sprichwörtl.> da haben wir beide jetzt dasselbe gedacht; zwei ~n wohnen in seiner Brust <fig.> er ist von zwiespältigem Charakter, unentschlossen; die Bevölkerung des Dorfes beträgt etwa 1000 ~n; eine arme ~ <kath. Kirche> die im Fegefeuer büßende Seele eines Verstorbenen; die arme ~! so ein bedauernswertes Geschöpf <fig.> er ist eine durstige ~ <umg.> er trinkt gern; eine edle, große, reine, schöne, stolze ~; sie hat eine kindliche, zarte ~; eine gute ~ haben <umg.> gutmütig, selbstlos sein; eine gute ~ sein <fig.> ein guter Mensch sein; es ist keine ~ hier <fig.; umg.> niemand; eine schwarze ~ haben <fig.; umg.> ein Bösewicht sein <meist scherzh.> er ist eine treue ~
5 ;Schaden an seiner ~ nehmen; jmdm. auf der ~ knien <fig.; umg.> jmdn. bedrängen, um etwas zu erreichen; es liegt mir schwer auf der ~, dass … es bedrückt mich; ich habe es ihm noch einmal auf die ~ gebunden <fig.; umg.> bes. eingeschärft; sich die ~ aus dem Leib husten <umg.> sehr stark husten; sich die ~ aus dem Leib rennen <umg.> sehr schnell laufen; jmdm. aus tiefster ~ danken innig, von Herzen danken; aus voller ~ jubeln, zustimmen <fig.> von ganzem Herzen; du hast mir aus der ~ gesprochen gesagt, was auch meine Überzeugung ist; bei meiner ~! (zur Bekräftigung, Beteuerung); hinter etwas od. jmdm. her sein wie der Teufel hinter der armen ~ <sprichwörtl.> ganz bes. erpicht darauf sein; in tiefster ~ ergriffen sein; es tut mir in der ~ Leid, weh sehr, unendlich Leid; das ist mir in tiefster ~ verhasst zutiefst, sehr verhasst; von ganzer ~ zutiefst; er ist eine ~ von Mensch <umg.> ein gutmütiger, selbstloser Mensch; das musste ich mir einmal von der ~ reden <fig.> es bedrückte mich so sehr, dass ich einmal davon sprechen musste; [<mhd. sele <ahd. se(u)la <got. saiwala <urgerm. *saiwalo „die vom See Stammende, zum See Gehörige“, Ableitung von See als dem Aufenthaltsort der Seelen der Ungeborenen und Toten]
['See·le]
[Seelen]