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sein  

Sein, das; -s [subst. zu 1↑ sein (4) ] (Philos.): das Existieren des ideell u. materiell Vorhandenen; die Wirklichkeit, soweit sie dem Daseienden zukommt: das S. und das Seiende; die Lehre vom S.1sein <unr. Verb; bin, ist, sind, seid; war; ist gewesen> [mhd., ahd. sīn; das nhd. Verb enthält drei verschiedene Stämme: 1. mhd., ahd. bin, urspr. = werde, wachse; 2. mhd., ahd. ist, sint; 3. mhd. was, wāren, ahd. was, wārun, urspr. = war(en) da, verweilte(n), zu ahd. wesan, ↑ wesen ]:

1.a)sich in einem bestimmten Zustand, in einer bestimmten Lage befinden; sich bestimmten Umständen ausgesetzt sehen; eine bestimmte Eigenschaft, Art haben: gesund, müde, lustig s.; sie war sehr freundlich; das kann doch nicht wahr s.!; wie ist der Wein?; wie alt bist du?; er war bei ihnen zu Gast; sie wollte ihn Sieger s. lassen; <unpers.:> es ist dunkel, kalt hier; es war (herrschte) Krieg, herrliches Wetter; es ist besser so; wie war es denn?;

R dem ist [nicht] so (die Sache verhält sich [nicht] so); sei es, wie es wolle; sei dem/dem sei, wie ihm wolle; wie dem auch sei (wie immer es sich auch verhält; gleichgültig, ob es sich so oder so verhält);


*es sei denn, [dass] (ausgenommen, außer wenn): ich bin um 8 Uhr da, es sei denn, der Zug hat Verspätung; nicht so s. (ugs.; sich großzügig, nachsichtig zeigen): ach, sei doch nicht so und gib es mir;

b)jmds. Besitz, Eigentum darstellen; jmdm. gehören: das ist meins/ (landsch. ugs.:)mir; ich bin dein (geh. veraltend; bin dir in Liebe verbunden);

c)<unpers.> von jmdm. als bestimmtes eigenes Befinden festgestellt werden: mir ist [es] kalt, schlecht, übel; ist dir etwas? (ugs.; fehlt dir etwas, fühlst du dich nicht wohl?);

*jmdm. ist, als [ob] ... (jmd. hat das [unbestimmte] Gefühl, den Eindruck, als [ob] ...): mir ist, als hätte ich ihn gesehen/als ob ich ihn gesehen hätte; jmdm. ist [nicht] nach etw. (ugs.; jmd. hat im Augenblick [keine] Lust auf, zu etw.): mir ist heute nicht nach Feiern;

d)<in Verbindung mit einem Gleichsetzungsnominativ> drückt die Identität od. eine Klassifizierung, Zuordnung aus: du bist ein Schuft; ihr seid Lügner; das ist die Hauptsache;

R das wärs (das ist alles [was ich sagen, haben wollte, was getan werden musste]);


*es s. (es getan haben; der Schuldige, Gesuchte sein): am Ende will es keiner gewesen s.; wer s. (ugs.; es zu etwas gebracht haben, Ansehen genießen): im Fußball sind wir [wieder] wer;

e)(in Bezug auf das Ergebnis einer Rechenaufgabe) zum Resultat haben, ergeben: dreißig weniger neun ist/(ugs.:) sind einundzwanzig;

f)<unpers.> (aufgrund der Zeit) als Umstand, Zustand o. Ä. gegeben sein: gestern war der fünfte Mai; bis dahin wird [es] wieder Herbst s.; dafür ist es jetzt, nie zu spät.



2.a)sich irgendwo befinden, aufhalten: in Hamburg, in Urlaub s.; Bier ist im Kühlschrank; wo warst du denn die ganze Zeit?; sie sind einkaufen (sind zum Einkaufen weggegangen); seine Wohnung ist (liegt) im dritten Stock; sie ist in/zur Kur (ist zu einer Kur verreist);

b)stammen, kommen: das Paket ist von Mutter; die Milch ist von heute; das Kind ist von ihm (er ist der Vater des Kindes).



3.a) an einem bestimmten Ort, zu einer bestimmten Zeit stattfinden, vonstattengehen: die erste Vorlesung ist morgen; der Vortrag ist in der Stadthalle;

*nicht s. (ugs.; nicht erlaubt, möglich o. Ä. sein, nicht geduldet werden): Rauchen ist [bei mir] nicht;

b)an einem bestimmten Ort, zu einer bestimmten Zeit, unter bestimmten Umständen geschehen, sich ereignen: die meisten Unfälle sind nachts; das letzte Erdbeben war dort 1906; <auch unpers.:> es war im Sommer letzten Jahres;

*mit etw. ist es nichts (ugs.; etw. läuft nicht so ab, findet nicht so statt, wie es geplant, beabsichtigt o. Ä. war): als sie von seiner Vergangenheit hörte, war es nichts mehr mit [der] Heirat;

c)<meist im Inf. in Verbindung mit Modalverben> geschehen, vor sich gehen, passieren: muss das s.?; das kann doch nicht s.! (das ist doch nicht möglich!); war während meiner Abwesenheit irgendwas? (ugs.; ist während meiner Abwesenheit etwas Erwähnenswertes vorgefallen?); <auch unpers.:> es sei!, so sei es denn! (es möge, soll, kann so geschehen!);

R was s. muss, muss s. (es ist unvermeidbar); seis drum (es ist schon gut, es macht nichts);


*sei es ... sei es; sei es ... oder (entweder ... oder; kann, mag sein [dass] ... oder [dass]; ob ... oder [ob]): das Prinzip ist das gleiche, sei es in der Luft, sei es im Wasser; eine muss einlenken, sei es die Mutter oder die Tochter.



4.da sein; bestehen; existieren: alles, was einmal war, heute ist oder einmal s. wird; in diesem Bach sind (gibt es) viele Fische; die Königin ist nicht mehr (geh.; ist gestorben); das war einmal (gehört der Vergangenheit an, besteht nicht mehr); ist [irgend]etwas? (ugs.; gibt es etw. Besonderes, einen Grund zur Beunruhigung?); sind (gibt es) noch Fragen?;

R was nicht ist, kann noch werden (das kann immer noch in der Zukunft Wirklichkeit werden); <subst.:> das menschliche Sein (Leben, Dasein); Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage (hier geht es um eine ganz wichtige Entscheidung; hierbei handelt es sich um eine existenzielle Frage; nach der Übersetzung der Stelle im Drama »Hamlet« [III, 1] von W. Shakespeare [1564-1616]: To be or not to be, that is the question).



5.mit Inf. mit »zu« als Hilfsverba) entspricht einem mit »können« verbundenen Passiv: ... werden können: sie ist durch niemanden zu ersetzen (kann durch niemanden ersetzt werden); die Schmerzen waren nicht zu ertragen (waren unerträglich);

b)entspricht einem mit »müssen« verbundenen Passiv: ... werden müssen: der Ausweis ist unaufgefordert vorzuzeigen.



2sein <mit einem 2. Part. als Hilfsverb> [identisch mit 1↑ sein ]:

1.dient der Perfektumschreibung: er ist gestorben; wir sind [über den See] gerudert; <mit Ellipse eines Verbs der Bewegung im Übergang zum Vollverb:> sie sind mit dem Wagen in die Stadt (ugs.; sind in die Stadt gefahren).


2.dient der Bildung des Zustandspassivs: das Fenster ist geöffnet; damit waren wir gerettet; sie sagt, die Rechnung sei längst bezahlt.


3sein <Possessivpron.; bezeichnet die Zugehörigkeit od. Herkunft eines Wesens od. Dinges, einer Handlung od. Eigenschaft in Bezug auf eine in der 3. Pers. Sg. genannte Person od. Sache männlichen od. sächlichen Geschlechts> [mhd., ahd. sīn]:

1.a)s. Hut; -e Jacke; (geh.:) Seine Majestät, der Kaiser; -e Kinder; einer seiner Freunde/von seinen Freunden; er hat -en Zug (den Zug, mit dem er fahren wollte, mit dem er zu fahren pflegt) verpasst; sie geht in -e Klasse (in die Klasse, in die auch er geht); er mit -em (ugs.; mit dem von ihm gewohnten) ewigen Genörgel;

b)<o. Subst.> das Buch ist s. (landsch.; gehört ihm); das ist nicht mein Messer, sondern -s/(geh.:) -es.



2.<subst.> (geh.) ich hatte meine Werkzeuge vergessen und benutzte die seinen: er fuhr zu den Seinen/(auch:) seinen (zu seiner Familie, seinen Angehörigen); er hat das Seine/(auch:) seine (sein Teil; das, was er tun konnte) getan;

R jedem das Seine/(auch:) seine (jeder soll haben, was ihm zusteht, was er gerne möchte; vgl. suum cuique ); den Seinen/(auch:) seinen gibts der Herr im Schlaf (manche Leute haben so viel Glück, dass sie ohne Anstrengung viel erreichen; Ps. 127, 2).



4sein [mhd., ahd. sīn] (dichter. veraltet): ↑ seiner .
sein  

Sein, das; -s; das Sein und das Nichtsein; das wahre Seinsein, seine, sein; aberAbk. S[e].), Seiner (Abk. Sr.) Exzellenz; vgl. dein und seine

sein
- ich bin, du bist, er/sie/es ist, wir sind, ihr seid, sie sind
- ich sei, du seist, er/sie/es sei, wir seien, ihr seiet, sie seien
- ich war, du warst, er/sie/es war, wir waren, ihr wart, sie waren
- ich wäre, du wärst, er/sie/es wäre, wir wären, ihr wärt, sie wären
- seiend; gewesen
- sei!; seid!
- Seien Sie bitte so freundlich ...Verbindungen mit dem Verb »sein« werden getrennt geschrieben:
- da sein; heraus sein; hier sein; zusammen sein; sie wollte ihn Sieger sein lassen Aber:
- ich möchte das lieber sein lassen od. seinlassen (ugs. für nicht tun)
- das Dasein, das Sosein, das Zusammensein; das So-oder-anders-Sein
sein  

Bestehen, Existenz, Leben, Realität, Vorhandensein, Wirklichkeit; (geh.): Dasein.
[Sein]
[Seins, bin, bist, ist, sind, seid, war, warst, waren, wart, sei, seist, seien, seiet, wäre, wärst, wären, wärt, gewesen, seiend]
1. a) ausgesetzt sein, sich befinden; (ugs.): stecken.

b) besitzen, der Eigentümer sein, gehören, haben, jmds. Besitz/Eigentum darstellen, verfügen; (geh.): gebieten, innehaben, sein Eigen nennen.

c) sich fühlen, gehen, zumute sein; (geh.): sich befinden.

d) auftreten, den Platz einnehmen, die Aufgabe haben, die Rolle spielen, fungieren, in Erscheinung treten, tätig sein, verkörpern, wirken; (bildungsspr.): agieren, figurieren; (ugs.): abgeben.

e) ausmachen, sich belaufen, ergeben; (bildungsspr.): zum Resultat haben; (ugs.): machen.

2. a) ansässig sein, sich aufhalten, sich befinden, leben, liegen, sitzen, stehen, verbringen, wohnen, zubringen; (geh.): [ver]weilen; (Amtsspr.): wohnhaft sein.

b) entstammen, herkommen, sich herleiten, herstammen, kommen, seine Ursache/seinen Ursprung/seine Wurzel haben, stammen, sich zurückführen lassen, zurückgehen, zurückzuführen sein; (geh.): entspringen.

3. a) ablaufen, abrollen, sich abspielen, stattfinden, sich vollziehen, vonstattengehen, vor sich gehen; (ugs.): abgehen, über die Bühne gehen.

b) auftreten, eintreten, sich ereignen, erfolgen, geschehen, passieren, vorfallen; (geh.): sich begeben, sich zutragen.

4. auf der Welt sein, bestehen, da sein, existieren, geben, herrschen, vorhanden sein, vorkommen, wirklich sein, Wirklichkeit sein; (geh.): walten; (bildungsspr.): real sein; (landsch., bes. südd., österr.): haben; (veraltend): obwalten, vorwalten.

[sein]
[Seins, bin, bist, ist, sind, seid, war, warst, waren, wart, sei, seist, seien, seiet, wäre, wärst, wären, wärt, gewesen, seiend]
sein  

Sein, das; -s [subst. zu 1↑ sein (4)] (Philos.): das Existieren des ideell u. materiell Vorhandenen; die Wirklichkeit, soweit sie dem Daseienden zukommt: das S. und das Seiende; die Lehre vom S.1sein <unr. Verb; bin, ist, sind, seid; war; ist gewesen> [mhd., ahd. sīn; das nhd. Verb enthält drei verschiedene Stämme: 1. mhd., ahd. bin, urspr. = werde, wachse; 2. mhd., ahd. ist, sint; 3. mhd. was, wāren, ahd. was, wārun, urspr. = war(en) da, verweilte(n), zu ahd. wesan, ↑ wesen]:

1.
a)sich in einem bestimmten Zustand, in einer bestimmten Lage befinden; sich bestimmten Umständen ausgesetzt sehen; eine bestimmte Eigenschaft, Art haben: gesund, müde, lustig s.; sie war sehr freundlich; das kann doch nicht wahr s.!; wie ist der Wein?; wie alt bist du?; er war bei ihnen zu Gast; sie wollte ihn Sieger s. lassen; <unpers.:> es ist dunkel, kalt hier; es war (herrschte) Krieg, herrliches Wetter; es ist besser so; wie war es denn?;

Rdem ist [nicht] so (die Sache verhält sich [nicht] so); sei es, wie es wolle; sei dem/dem sei, wie ihm wolle; wie dem auch sei (wie immer es sich auch verhält; gleichgültig, ob es sich so oder so verhält);


*es sei denn, [dass] (ausgenommen, außer wenn): ich bin um 8 Uhr da, es sei denn, der Zug hat Verspätung; nicht so s. (ugs.; sich großzügig, nachsichtig zeigen): ach, sei doch nicht so und gib es mir;

b)jmds. Besitz, Eigentum darstellen; jmdm. gehören: das ist meins/ (landsch. ugs.:)mir; ich bin dein (geh. veraltend; bin dir in Liebe verbunden);

c)<unpers.> von jmdm. als bestimmtes eigenes Befinden festgestellt werden: mir ist [es] kalt, schlecht, übel; ist dir etwas? (ugs.; fehlt dir etwas, fühlst du dich nicht wohl?);

*jmdm. ist, als [ob] ... (jmd. hat das [unbestimmte] Gefühl, den Eindruck, als [ob] ...): mir ist, als hätte ich ihn gesehen/als ob ich ihn gesehen hätte; jmdm. ist [nicht] nach etw. (ugs.; jmd. hat im Augenblick [keine] Lust auf, zu etw.): mir ist heute nicht nach Feiern;

d)<in Verbindung mit einem Gleichsetzungsnominativ> drückt die Identität od. eine Klassifizierung, Zuordnung aus: du bist ein Schuft; ihr seid Lügner; das ist die Hauptsache;

Rdas wärs (das ist alles [was ich sagen, haben wollte, was getan werden musste]);


*es s. (es getan haben; der Schuldige, Gesuchte sein): am Ende will es keiner gewesen s.; wer s. (ugs.; es zu etwas gebracht haben, Ansehen genießen): im Fußball sind wir [wieder] wer;

e)(in Bezug auf das Ergebnis einer Rechenaufgabe) zum Resultat haben, ergeben: dreißig weniger neun ist/(ugs.:) sind einundzwanzig;

f)<unpers.> (aufgrund der Zeit) als Umstand, Zustand o. Ä. gegeben sein: gestern war der fünfte Mai; bis dahin wird [es] wieder Herbst s.; dafür ist es jetzt, nie zu spät.



2.
a)sich irgendwo befinden, aufhalten: in Hamburg, in Urlaub s.; Bier ist im Kühlschrank; wo warst du denn die ganze Zeit?; sie sind einkaufen (sind zum Einkaufen weggegangen); seine Wohnung ist (liegt) im dritten Stock; sie ist in/zur Kur (ist zu einer Kur verreist);

b)stammen, kommen: das Paket ist von Mutter; die Milch ist von heute; das Kind ist von ihm (er ist der Vater des Kindes).



3.
a) an einem bestimmten Ort, zu einer bestimmten Zeit stattfinden, vonstattengehen: die erste Vorlesung ist morgen; der Vortrag ist in der Stadthalle;

*nicht s. (ugs.; nicht erlaubt, möglich o. Ä. sein, nicht geduldet werden): Rauchen ist [bei mir] nicht;

b)an einem bestimmten Ort, zu einer bestimmten Zeit, unter bestimmten Umständen geschehen, sich ereignen: die meisten Unfälle sind nachts; das letzte Erdbeben war dort 1906; <auch unpers.:> es war im Sommer letzten Jahres;

*mit etw. ist es nichts (ugs.; etw. läuft nicht so ab, findet nicht so statt, wie es geplant, beabsichtigt o. Ä. war): als sie von seiner Vergangenheit hörte, war es nichts mehr mit [der] Heirat;

c)<meist im Inf. in Verbindung mit Modalverben> geschehen, vor sich gehen, passieren: muss das s.?; das kann doch nicht s.! (das ist doch nicht möglich!); war während meiner Abwesenheit irgendwas? (ugs.; ist während meiner Abwesenheit etwas Erwähnenswertes vorgefallen?); <auch unpers.:> es sei!, so sei es denn! (es möge, soll, kann so geschehen!);

Rwas s. muss, muss s. (es ist unvermeidbar); seis drum (es ist schon gut, es macht nichts);


*sei es ... sei es; sei es ... oder (entweder ... oder; kann, mag sein [dass] ... oder [dass]; ob ... oder [ob]): das Prinzip ist das gleiche, sei es in der Luft, sei es im Wasser; eine muss einlenken, sei es die Mutter oder die Tochter.



4.da sein; bestehen; existieren: alles, was einmal war, heute ist oder einmal s. wird; in diesem Bach sind (gibt es) viele Fische; die Königin ist nicht mehr (geh.; ist gestorben); das war einmal (gehört der Vergangenheit an, besteht nicht mehr); ist [irgend]etwas? (ugs.; gibt es etw. Besonderes, einen Grund zur Beunruhigung?); sind (gibt es) noch Fragen?;

Rwas nicht ist, kann noch werden (das kann immer noch in der Zukunft Wirklichkeit werden); <subst.:> das menschliche Sein (Leben, Dasein); Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage (hier geht es um eine ganz wichtige Entscheidung; hierbei handelt es sich um eine existenzielle Frage; nach der Übersetzung der Stelle im Drama »Hamlet« [III, 1] von W. Shakespeare [1564-1616]: To be or not to be, that is the question).



5.mit Inf. mit »zu« als Hilfsverb
a) entspricht einem mit »können« verbundenen Passiv: ... werden können: sie ist durch niemanden zu ersetzen (kann durch niemanden ersetzt werden); die Schmerzen waren nicht zu ertragen (waren unerträglich);

b)entspricht einem mit »müssen« verbundenen Passiv: ... werden müssen: der Ausweis ist unaufgefordert vorzuzeigen.



2sein <mit einem 2. Part. als Hilfsverb> [identisch mit 1↑ sein]:

1.dient der Perfektumschreibung: er ist gestorben; wir sind [über den See] gerudert; <mit Ellipse eines Verbs der Bewegung im Übergang zum Vollverb:> sie sind mit dem Wagen in die Stadt (ugs.; sind in die Stadt gefahren).


2.dient der Bildung des Zustandspassivs: das Fenster ist geöffnet; damit waren wir gerettet; sie sagt, die Rechnung sei längst bezahlt.


3sein <Possessivpron.; bezeichnet die Zugehörigkeit od. Herkunft eines Wesens od. Dinges, einer Handlung od. Eigenschaft in Bezug auf eine in der 3. Pers. Sg. genannte Person od. Sache männlichen od. sächlichen Geschlechts> [mhd., ahd. sīn]:

1.
a)s. Hut; -e Jacke; (geh.:) Seine Majestät, der Kaiser; -e Kinder; einer seiner Freunde/von seinen Freunden; er hat -en Zug (den Zug, mit dem er fahren wollte, mit dem er zu fahren pflegt) verpasst; sie geht in -e Klasse (in die Klasse, in die auch er geht); er mit -em (ugs.; mit dem von ihm gewohnten) ewigen Genörgel;

b)<o. Subst.> das Buch ist s. (landsch.; gehört ihm); das ist nicht mein Messer, sondern -s/(geh.:) -es.



2.<subst.> (geh.) ich hatte meine Werkzeuge vergessen und benutzte die seinen: er fuhr zu den Seinen/(auch:) seinen (zu seiner Familie, seinen Angehörigen); er hat das Seine/(auch:) seine (sein Teil; das, was er tun konnte) getan;

Rjedem das Seine/(auch:) seine (jeder soll haben, was ihm zusteht, was er gerne möchte; vgl. suum cuique); den Seinen/(auch:) seinen gibts der Herr im Schlaf (manche Leute haben so viel Glück, dass sie ohne Anstrengung viel erreichen; Ps. 127, 2).



4sein [mhd., ahd. sīn] (dichter. veraltet): ↑ seiner.
sein  

[unr. Verb; bin, ist, sind, seid; war; ist gewesen] [mhd., ahd. sin; das nhd. Verb enthält drei verschiedene Stämme: 1. mhd., ahd. bin, urspr.= werde, wachse; 2. mhd., ahd. ist, sint; 3. mhd. was, waren, ahd. was, warun, urspr.= war(en) da, verweilte(n), zu ahd. wesan, wesen]: I. 1. a) sich in einem bestimmten Zustand, in einer bestimmten Lage befinden; sich bestimmten Umständen ausgesetzt sehen; eine bestimmte Eigenschaft, Art haben: gesund, müde, lustig s.; sie war sehr freundlich; wie ist der Wein?; das kann doch nicht wahr s.!; wie alt bist du?; er war bei ihnen zu Gast; [unpers.:] es ist dunkel, kalt hier; es war (herrschte) Krieg, herrliches Wetter; es ist besser so; wie war es denn?; R dem ist [nicht] so (die Sache verhält sich [nicht] so); sei es, wie es wolle; sei dem/dem sei, wie ihm wolle; wie dem auch sei (wie immer es sich auch verhält; gleichgültig, ob es sich so oder so verhält); *es sei denn, [dass] (ausgenommen, außer wenn): ich bin um 8Uhr da, es sei denn, der Zug hat Verspätung; nicht so s. (ugs.; sich großzügig, nachsichtig zeigen): ach, sei doch nicht so und gib es mir; b) jmds. Besitz, Eigentum darstellen; jmdm. gehören: das ist meins/(landsch. ugs.:) mir; Ü ich bin dein (geh. veraltend; bin dir in Liebe verbunden); c) [unpers.] von jmdm. als bestimmtes eigenes Befinden festgestellt werden: mir ist [es] kalt, schlecht, übel; ist dir etwas? (ugs.; fehlt dir etwas, fühlst du dich nicht wohl?); *jmdm. ist, als [ob] ... (jmd. hat das [unbestimmte] Gefühl, den Eindruck, als [ob] ...): mir ist, als hätte ich ihn gesehen/als ob ich ihn gesehen hätte; jmdm. ist [nicht] nach etw. (ugs.; jmd. hat im Augenblick [keine] Lust auf, zu etw.): mir ist heute nicht nach Feiern; d) [in Verbindung mit einem Gleichsetzungsnominativ] drückt die Identität od. eine Klassifizierung, Zuordnung aus: du bist ein Schuft; ihr seid Lügner; das ist die Hauptsache; R das wärs (das ist alles [was ich sagen, haben wollte, was getan werden musste]); *es s. (es getan haben; der Schuldige, Gesuchte sein): am Ende will es keiner gewesen s.; wer s. (ugs.; es zu etwas gebracht haben; Ansehen genießen): im Fußball sind wir [wieder] wer; e) (in Bezug auf das Ergebnis einer Rechenaufgabe) zum Resultat haben, ergeben: dreißig weniger neun ist/(ugs.:) sind einundzwanzig; f) [unpers.] (aufgrund der Zeit) als Umstand, Zustand o.Ä. gegeben sein: bis dahin wird [es] wieder Herbst s.; dafür ist es jetzt, nie zu spät; gestern war der fünfte Mai. 2. a) sich irgendwo befinden, aufhalten: in Hamburg, in Urlaub s.; wo warst du denn die ganze Zeit?; Bier ist im Kühlschrank; seine Wohnung ist (liegt) im dritten Stock; sie ist in/zur Kur (ist zu einer Kur verreist); sie sind einkaufen (sind zum Einkaufen weggegangen); b) stammen, kommen: das Paket ist von Mutter; die Milch ist von heute; das Kind ist von ihm (er ist der Vater des Kindes). 3. a) an einem bestimmten Ort, zu einer bestimmten Zeit stattfinden, vonstatten gehen: die erste Vorlesung ist morgen; der Vortrag ist in der Stadthalle; *nicht s. (ugs.; nicht erlaubt, möglich o.Ä. sein, nicht geduldet werden): Rauchen ist [bei mir] nicht; b) an einem bestimmten Ort, zu einer bestimmten Zeit, unter bestimmten Umständen geschehen, sich ereignen: die meisten Unfälle sind nachts; das letzte Erdbeben war dort 1906; [auch unpers.:] es war im Sommer letzten Jahres; *mit etw. ist es nichts (ugs.; etw. läuft nicht so ab, findet nicht so statt, wie es geplant, beabsichtigt o.Ä. war): als sie von seiner Vergangenheit hörte, war es nichts mehr mit [der] Heirat; c) [meist im Inf. in Verbindung mit Modalverben] geschehen, vor sich gehen, passieren: muss das s.?; das kann doch nicht s.! (das ist doch nicht möglich!); das solltest du lieber s. lassen (ugs.; nicht tun); war während meiner Abwesenheit irgendwas? (ugs.; ist während meiner Abwesenheit etwas Erwähnenswertes vorgefallen?); [auch unpers.:] es sei!, so sei es denn! (es möge, soll, kann so geschehen!); R was s. muss, muss s. (es ist unvermeidbar); seis drum (es ist schon gut, es macht nichts); *sei es ... sei es; sei es ... oder (entweder ... oder; ka
sein  

n.
<n.; -s; unz.> das ~ das Dasein, Vorhandensein, Existieren, die Existenz; mit allen Fasern seines ~s hängt er daran; ~ oder Nichtsein, das ist hier die Frage (Shakespeare, Hamlet III, 1); die tiefsten Probleme des ~s; ~ und Schein unterscheiden können; das Urbild, der Ursprung des ~s; das vollkommene, wahre ~
[Sein]
[Seins]fähig sein, etwas zu tun; etwas vermögen, können
[imstande/ <auch im Stande> sein, etwas zu tun]
[/sein]

n.
1 <Possessivpron.> zu ihm gehörig, ihm gehörend; <fig.> ihm zur Gewohnheit geworden; ~ Vater, ~e Mutter, ~ Kind, ~e Angehörigen; ~ Buch, <od.> das Buch ist ~, <od.> es ist ~s; das ist ~e Angelegenheit ich habe damit nichts zu tun; er hat ~en Bus verpasst <umg.> den, mit dem er gewöhnlich fährt; Seine <Abk.: Se.> Durchlaucht, Exzellenz, Heiligkeit, Hoheit, Magnifizenz, Majestät; einer ~er Freunde war hier; ist das dein Hut? Nein, das ist ~er, <od.> der ~e; ~er Meinung nach; der Fluss hat gut ~e 20 Meter Breite <umg.> er hat heute ~en schlechten Tag; er hat vergessen, ~e Tropfen zu nehmen; alles zu ~er Zeit zur passenden Z.; ich bin ~ <poet.> ich gehöre fest zu ihm; alles, was ~ ist, hat er mitgenommen was ihm gehört;
2 <Gen. des Personalpron. „er“; veraltet> gedenke ~, <od.> ~er; er ist ~er nicht mehr mächtig er hat die Fassung verloren; [<mhd., ahd. sin <got. seins, germ. *sina- <idg. *s(u)eino-s; dein, mein, sich]
[sein1]
[seins, bin, bist, ist, sind, seid, war, warst, waren, wart, sei, seist, seien, seiet, wäre, wärst, wären, wärt, gewesen, seiend]

n.
<V.i. 236; ist gewesen>
1 <zur Bildung zusammengesetzter Formen u. des Passivs> ich bin gewesen; bist du angekommen?; er war schon eingetroffen, als ich kam; wenn du das tust, dann sind wir Freunde gewesen!; ihr wart gegangen; die Briefe sind mit der Maschine geschrieben; der Tisch war schon gedeckt, als …
2 <als selbständiges Prädikat; persönlich; mit Pron. u. Subst.> existieren, vorhanden sein, bestehen; stattfinden, geschehen; sich (an einem Ort) befinden, aufhalten; sich in einem bestimmten Zustand befinden; stammen (aus); ausmachen, bilden; vorstellen, darstellen; gehören, zugehörig sein; ich denke, also bin ich (Descartes); ich bin es; ich bin auf ewig dein; so ist es! <bestätigend> das ist richtig; das ist es ja gerade!; wenn dem so ist; die Sache ist die: …; alles, was war, was ist und noch ~ wird; keiner will es gewesen ~; es sei!; sei es nun, dass … oder dass …; sei dem, wie ihm wolle; es ist Abend, Morgen, Nacht, Vormittag; er ist Arzt, Geschäftsmann; ich bin Berliner, Deutscher; voller Erwartung, Hoffnung, Spannung ~; wir sind Freunde, Kollegen, Nachbarn; Zeit ist Geld; reinen Herzens ~; gestern war es ein Jahr; heute ist der 1. Januar; es war einmal eine Königin, die hatte … (Beginn eines Märchens); ich bin ein ganz anderer Mensch, seit …; heute ist Mittwoch; er ist des Todes todgeweiht; es ist 12 Uhr mittags
3 <mit Verben> es braucht nicht gleich, sofort zu ~ es eilt nicht; etwas darf, kann, mag, muss, soll ~; kann ~! <umg.> vielleicht, es ist schon möglich; das kann doch nicht ~! das ist unmöglich!; lass das ~!; lass es lieber ~! <umg.> tu das nicht!, unterlass es lieber; lassen Sie mich ~! <umg.> in Ruhe; Ordnung muss ~; muss das ~? ist das unbedingt nötig?; was ~ muss, muss ~; das soll nicht ~ ist unerwünscht;
4 <mit Num. u. Adj.> zwei und zwei ist vier (2 + 2 = 4); alt, jung, krank, schlank, sportlich ~; sie ist acht Jahre alt; angesehen, bekannt, berühmt, geachtet, geehrt, umworben ~; sei doch nicht so ängstlich!; er war ärgerlich, wütend, zornig; sei er auch noch so arm, reich; es ist besser so; es wäre besser, wenn wir …; er ist blind; ich bin ihm böse, <od.> böse mit ihm; er war durstig, hungrig; er ist zu allem fähig; sie ist geschieden, ledig, verheiratet; das kann dir doch ganz gleich ~!; seien Sie so freundlich, gut, nett und helfen Sie mir bitte helfen Sie mir; wie ist dieser Salat?, er ist gut; jmdm. gut ~ ihn gern haben; hier ist gut ~ hier kann man sich wohl fühlen; mehr ~ als scheinen; es ist möglich, dass …; wäre es dir recht, wenn …?; sei ruhig!; das wäre ja noch schöner!; das ist schade; es ist schon spät; das ist (nicht) wahr
5 <mit Partikeln> jetzt ist es an dir, zu handeln jetzt bist du an der Reihe; das Kino ist aus; er ist aus guter Familie, aus gutem Haus, aus Italien; der Tisch ist aus Holz; um 8 Uhr bin ich bei Ihnen; da ist er!; ich bin dafür, dagegen, dass wir schon gehen; mir ist nicht danach (zumute); es sei denn, dass …; das ist doch …! (die Höhe!, nicht zu glauben! usw.); das ist für mich; hier ist es; es war im Frühjahr, im Sommer; sie sind in München; was ist mit ihm? wie geht es ihm, was ist mit ihm vorgefallen?; ist nicht! <umg.> (das) gibt's nicht, das geht nicht; er ist nichts er hat es zu nichts gebracht; es ist nichts es hat nichts zu bedeuten, ist unerheblich; Hunde sind an der Leine zu führen; es ist nicht zu glauben; es ist zu hoffen, dass …; es ist nichts zu machen
6 <mit Fragepron.> wann ist es? (das Fest); was ist (geschehen, los)?; was ist das?; was ist dir?; wer ist es?; wie ist Ihnen (zumute)?; wie wäre es, wenn …?
7 <unpersönl.> sich fühlen; mir ist schon wieder besser; mir ist (nicht) gut, schlecht, übel; mir ist kalt, warm; es ist mir (so), als ob ich einen Hilferuf gehört hätte ich glaube, ich habe einen H. gehört; mir ist (so), als ob er das damals gesagt hätte ich erinnere mich dunkel daran; mir ist heute nicht nach Arbeiten <umg.> ich habe heute keine Lust dazu; ihr ist es nur um sein Geld zu tun sie will nur sein Geld;
8 <als Part. Präs. u. Perf.> das Seiende das Sein, das, was ist, existiert; das Gewesene das Vergangene, das, was vorbei ist; Gewesenem soll man nicht nachtrauern; was gewesen ist, soll man ruhen lassen; der gewesene Präsident der frühere; [<mhd., ahd. sin; zu idg. *es- „sein“; Wesen]
[sein2]
[seins, bin, bist, ist, sind, seid, war, warst, waren, wart, sei, seist, seien, seiet, wäre, wärst, wären, wärt, gewesen, seiend]

n.
daheim sein, sich in seiner Wohnung befinden
[zu Hause/<österr., schweiz. a. zuhause> sein]
[seins, bin, bist, ist, sind, seid, war, warst, waren, wart, sei, seist, seien, seiet, wäre, wärst, wären, wärt, gewesen, seiend]