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Sitte  

Sịt|te, die; -, -n [mhd. site, ahd. situ, urspr. = Gewohnheit, Brauch, Art u. Weise des Lebens, wahrsch. verw. mit ↑ Seil u. eigtl. = Bindung]:

1.für bestimmte Lebensbereiche einer Gemeinschaft geltende, dort übliche, als verbindlich betrachtete Gewohnheit, Gepflogenheit, die im Laufe der Zeit entwickelt, überliefert wurde: uralte, überlieferte -n; dort herrschen ziemlich raue, wilde -n (dort ist man nicht zimperlich); das ist dort [so] S. (ist dort üblich); das sind ja ganz neue -n! (ugs.; Ausdruck der Verärgerung, wenn etw. nicht so ist, wie man es gewohnt ist u. erwartet hat).


2.ethische, moralische Normen, Grundsätze, Werte, die für das zwischenmenschliche Verhalten einer Gesellschaft grundlegend sind: Verfall und Verrohung der -n; das verstößt gegen die [guten] -n, gegen die [gute] S.


3.<Pl.> Benehmen, Manieren, Umgangsformen: feine, vornehme, schlechte -n haben.


4.<o. Pl.> (Jargon) kurz für ↑ Sittenpolizei : bei der S. arbeiten.
Sitte  

Sịt|te, die; -, -n
Sitte  


1. Brauch, Brauchtum, Einrichtung, [feste] Gewohnheit, Gebräuche, Ritual, Ritus, Tradition, Überlieferung, Usus; (geh.): Gepflogenheit; (bildungsspr., Kaufmannsspr.): Usance; (landsch., bes. südd., österr., schweiz.): Übung; (Verbindungsw.): Komment.

2. Anstand, Moral, Sittlichkeit, Werte; (geh.): Schicklichkeit; (veraltend): Dehors; (bildungsspr. veraltend): Dekorum.

3. Sittendezernat; (volkst.): Sittenpolizei.

[Sitte]
[Sitten]
Sitte  

Sịt|te, die; -, -n [mhd. site, ahd. situ, urspr. = Gewohnheit, Brauch, Art u. Weise des Lebens, wahrsch. verw. mit ↑ Seil u. eigtl. = Bindung]:

1.für bestimmte Lebensbereiche einer Gemeinschaft geltende, dort übliche, als verbindlich betrachtete Gewohnheit, Gepflogenheit, die im Laufe der Zeit entwickelt, überliefert wurde: uralte, überlieferte -n; dort herrschen ziemlich raue, wilde -n (dort ist man nicht zimperlich); das ist dort [so] S. (ist dort üblich); das sind ja ganz neue -n! (ugs.; Ausdruck der Verärgerung, wenn etw. nicht so ist, wie man es gewohnt ist u. erwartet hat).


2.ethische, moralische Normen, Grundsätze, Werte, die für das zwischenmenschliche Verhalten einer Gesellschaft grundlegend sind: Verfall und Verrohung der -n; das verstößt gegen die [guten] -n, gegen die [gute] S.


3.<Pl.> Benehmen, Manieren, Umgangsformen: feine, vornehme, schlechte -n haben.


4.<o. Pl.> (Jargon) kurz für ↑ Sittenpolizei: bei der S. arbeiten.
Sitte  

n.
<f. 19> auf den allg. Moralgesetzen beruhende Verhaltensweise; allg. verbreitete Gewohnheit, Brauch, Sittlichkeit; <umg.> Sittenpolizei; Anstand und ~ (nicht) beachten; ~n und Gebräuche; das ist bei uns (nicht) ~; alte, althergebrachte ~; feine, schlechte ~n; gute ~n gutes Benehmen, Anstand; Verstoß gegen die guten ~n [<mhd. site <ahd. situ, aengl. sidu <got. sidus <germ. *sesu <idg. *suedh- „Eigenart, Gewohnheit, Sitte“]
['Sit·te]
[Sitten]