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wind  

Wịnd, der; -[e]s, -e [mhd. wint, ahd. wind, verw. mit ↑ wehen u. eigtl. = der Wehende]:

1.spürbar stärker bewegte Luft im Freien: ein sanfter, lauer, warmer, frischer, stürmischer, heftiger, starker, böiger, kalter, eisiger W.; günstige, ungünstige, widrige -e; auffrischende -e aus Ost; W. und Wetter; ein leichter W. erhob sich, kam auf, wehte, kam von Osten; der W. bläst, pfeift, braust, weht ums Haus; der W. dreht sich, schlägt um, legt sich, flaut ab; der W. brachte Regen, blähte die Segel, zerrte an ihren Kleidern; beim Gehen den W. im Rücken haben; gegen den W. ankämpfen; den W., die Kräfte des -es für etw. nutzen; der Jäger hat schlechten, guten W. (Jägerspr.; steht so, dass das Wild Witterung, keine Witterung von ihm bekommt); auf günstigen W. warten; in der zweiten Halbzeit spielte die Mannschaft mit dem W., hatte die Mannschaft den W. im Rücken (wehte der Wind in Richtung des Gegners, des gegnerischen Tors); (Seemannsspr., bes. Segeln:) [hart] am W., gegen den W., mit halbem, vollem W., vor dem W. segeln; seine Erzählungen sind nicht ernst zu nehmen, das ist alles nur W.;

R daher weht [also] der W. (so verhält es sich also unerfreulicherweise);
wer W. sät, wird Sturm ernten (wer etw. Böses tut, wird durch ein weit größeres Übel bestraft; nach Hosea 8, 7);

*[schnell] wie der W. (↑ Blitz 1 ); irgendwo weht [jetzt] ein anderer, scharfer, schärferer o. ä. W.; der W. pfeift [jetzt] aus einem anderen Loch (ugs.; irgendwo werden [jetzt] andere, strengere o. ä. Methoden angewandt, Maßstäbe angelegt): seit der neue Chef da ist, weht in der Firma ein anderer W.; wissen/erkennen/spüren/merken o. Ä., woher der W. weht (ugs.; wissen, merken, wie sich etw. unerfreulicherweise wirklich verhält); [in den beiden folgenden Wendungen steht »Wind« als Bild für das Ungreifbare, Leere:] W. machen (ugs.; sehr übertreiben; angeben); viel W. um etw. machen (ugs.; viel Aufhebens von etw. machen; etw. sehr aufbauschen); W. von etw. bekommen/kriegen/haben (ugs.; von etw., was eigentlich unbemerkt bleiben, nicht bekannt werden sollte, auf irgendeine Weise doch Kenntnis erhalten; aus der Jägerspr., Wind = Witterung); jmdm. den W. aus den Segeln nehmen (ugs.; jmdm. den Grund für sein Vorgehen, die Voraussetzungen für seine Argumente nehmen); sich <Dativ> den W. um die Nase wehen, um die Ohren wehen/pfeifen lassen (ugs.; sich in der Welt umsehen; das Leben kennenlernen); bei/in W. und Wetter (bei jedem, auch bei schlechtestem Wetter): er ist bei W. und Wetter draußen bei seinen Tieren; durch den W. sein (ugs.; geistig verwirrt, konfus sein): durch das Chaos der vergangenen Wochen ist er [völlig] durch den W.; er ist frisch verliebt und etwas durch den W.; gegen den W., mit dem W. segeln (sich der herrschenden Meinung widersetzen, anschließen; sich [nicht] anpassen); in den W. reden/sprechen (mit seinen Worten kein Gehör finden): alle Appelle waren in den W. gesprochen; etw. in den W. schlagen (dem [gut gemeinten] Rat eines andern keine Beachtung schenken): er hat alle Warnungen, Ratschläge des Freundes in den Wind geschlagen; etw. in den W. schreiben (ugs.; ↑ Schornstein ): das Geld kannst du in den W. schreiben, er hat seine Schulden noch nie bezahlt; in alle -e (überallhin, in alle Himmelsrichtungen): die Geschwister sind in alle -e zerstreut.


2.a)(bei der Orgel) durch ein elektrisches Gebläse od. einen Blasebalg in Bewegung versetzte Luft, die den Pfeifen zugeführt wird;

b)(Hüttenw.) bei bestimmten Prozessen (z. B. der Eisengewinnung im Hochofen) zugeführte, meist vorgewärmte und mit Sauerstoff angereicherte Luft.



3.kurz für ↑ Darmwind .
wịnd <Adj.> [viell. zu landsch. veraltet Winde, mhd. winde = Schmerz]: in der Fügung w. und weh (südwestd., schweiz.; höchst unbehaglich, elend): bei dem Gedanken wird ihm w. und weh.
wind  

Wịnd, der; -[e]s, -e; von etwas Wind bekommen (ugs. für etwas heimlich, zufällig erfahren)wịnd (veraltet); nur noch in wind u. weh (südwestd. und schweiz. für höchst unbehaglich, elend)
Wind  


1. Bö, Brise, Lüftchen, Lufthauch, Luftstrom, Luftströmung, [Luft]zug, Zugluft; (geh.): Hauch.

2. Darmblähung; (fam.): Pup, Pups, Pupser; (derb): Aftersausen, Furz.

[Wind]
[Windes, Winds, Winde, Winden]
wind  

Wịnd, der; -[e]s, -e [mhd. wint, ahd. wind, verw. mit ↑ wehen u. eigtl. = der Wehende]:

1.spürbar stärker bewegte Luft im Freien: ein sanfter, lauer, warmer, frischer, stürmischer, heftiger, starker, böiger, kalter, eisiger W.; günstige, ungünstige, widrige -e; auffrischende -e aus Ost; W. und Wetter; ein leichter W. erhob sich, kam auf, wehte, kam von Osten; der W. bläst, pfeift, braust, weht ums Haus; der W. dreht sich, schlägt um, legt sich, flaut ab; der W. brachte Regen, blähte die Segel, zerrte an ihren Kleidern; beim Gehen den W. im Rücken haben; gegen den W. ankämpfen; den W., die Kräfte des -es für etw. nutzen; der Jäger hat schlechten, guten W. (Jägerspr.; steht so, dass das Wild Witterung, keine Witterung von ihm bekommt); auf günstigen W. warten; in der zweiten Halbzeit spielte die Mannschaft mit dem W., hatte die Mannschaft den W. im Rücken (wehte der Wind in Richtung des Gegners, des gegnerischen Tors); (Seemannsspr., bes. Segeln:) [hart] am W., gegen den W., mit halbem, vollem W., vor dem W. segeln; seine Erzählungen sind nicht ernst zu nehmen, das ist alles nur W.;

Rdaher weht [also] der W. (so verhält es sich also unerfreulicherweise);
wer W. sät, wird Sturm ernten (wer etw. Böses tut, wird durch ein weit größeres Übel bestraft; nach Hosea 8, 7);

*[schnell] wie der W. (↑ Blitz 1); irgendwo weht [jetzt] ein anderer, scharfer, schärferer o. ä. W.; der W. pfeift [jetzt] aus einem anderen Loch (ugs.; irgendwo werden [jetzt] andere, strengere o. ä. Methoden angewandt, Maßstäbe angelegt): seit der neue Chef da ist, weht in der Firma ein anderer W.; wissen/erkennen/spüren/merken o. Ä., woher der W. weht (ugs.; wissen, merken, wie sich etw. unerfreulicherweise wirklich verhält); [in den beiden folgenden Wendungen steht »Wind« als Bild für das Ungreifbare, Leere:] W. machen (ugs.; sehr übertreiben; angeben); viel W. um etw. machen (ugs.; viel Aufhebens von etw. machen; etw. sehr aufbauschen); W. von etw. bekommen/kriegen/haben (ugs.; von etw., was eigentlich unbemerkt bleiben, nicht bekannt werden sollte, auf irgendeine Weise doch Kenntnis erhalten; aus der Jägerspr., Wind = Witterung); jmdm. den W. aus den Segeln nehmen (ugs.; jmdm. den Grund für sein Vorgehen, die Voraussetzungen für seine Argumente nehmen); sich <Dativ> den W. um die Nase wehen, um die Ohren wehen/pfeifen lassen (ugs.; sich in der Welt umsehen; das Leben kennenlernen); bei/in W. und Wetter (bei jedem, auch bei schlechtestem Wetter): er ist bei W. und Wetter draußen bei seinen Tieren; durch den W. sein (ugs.; geistig verwirrt, konfus sein): durch das Chaos der vergangenen Wochen ist er [völlig] durch den W.; er ist frisch verliebt und etwas durch den W.; gegen den W., mit dem W. segeln (sich der herrschenden Meinung widersetzen, anschließen; sich [nicht] anpassen); in den W. reden/sprechen (mit seinen Worten kein Gehör finden): alle Appelle waren in den W. gesprochen; etw. in den W. schlagen (dem [gut gemeinten] Rat eines andern keine Beachtung schenken): er hat alle Warnungen, Ratschläge des Freundes in den Wind geschlagen; etw. in den W. schreiben (ugs.; ↑ Schornstein): das Geld kannst du in den W. schreiben, er hat seine Schulden noch nie bezahlt; in alle -e (überallhin, in alle Himmelsrichtungen): die Geschwister sind in alle -e zerstreut.


2.
a)(bei der Orgel) durch ein elektrisches Gebläse od. einen Blasebalg in Bewegung versetzte Luft, die den Pfeifen zugeführt wird;

b)(Hüttenw.) bei bestimmten Prozessen (z. B. der Eisengewinnung im Hochofen) zugeführte, meist vorgewärmte und mit Sauerstoff angereicherte Luft.



3.kurz für ↑ Darmwind.
wịnd <Adj.> [viell. zu landsch. veraltet Winde, mhd. winde = Schmerz]: in der Fügung w. und weh (südwestd., schweiz.; höchst unbehaglich, elend): bei dem Gedanken wird ihm w. und weh.
wind  

Adj. [viell. zu landsch. veraltet Winde, mhd. winde= Schmerz]: in der Fügung w. und weh (südwestd., schweiz.; höchst unbehaglich, elend).
Wind  

n.
<m. 1>
1 (stärkere) Luftbewegung, Luftzug; Darmwind, Blähung, Darmgas; <bei der Orgel> die durch den Blasebalg den Pfeifen zugeführte Luft
2 ;das Spiel von Wasser und ~, Wolken und ~; ~ und Wetter ausgesetzt den Unbilden des Wetters ausgesetzt;
3 ~e abgehen lassen Blähungen; ein leichter ~ ist aufgekommen, hat sich aufgemacht; das Wild hat ~ bekommen hat den Jäger gewittert; er hat ~ davon bekommen <fig.; umg.> er hat etwas darüber gehört, davon erfahren; der ~ bläst, braust, heult, pfeift, weht; der ~ dreht sich, nimmt zu, lässt nach, nimmt ab, springt um; mach nicht so viel ~! <fig.; umg.> mach dich nicht so wichtig, gib nicht so an; wer ~ sät, wird Sturm ernten <Sprichw.> wer eine kleine Schlechtigkeit begeht, wird durch ein größeres Übel bestraft; einen ~ streichen lassen <derb> eine Blähung entweichen lassen; jmdm. ~ vormachen <fig.; umg.> jmdm. etwas vorreden, was nicht stimmt;
4 ;eisiger, frischer, kalter, kühler, lauer, scharfer, warmer ~; frischen ~ in eine Abteilung, Gesellschaft bringen <fig.> neuen Schwung; auf günstigen ~ warten (beim Segeln); der Jäger hat guten, schlechten ~ der J. steht so, dass das Wild ihn nicht wittern bzw. ihn wittern kann; leichter, sanfter, starker ~; hier weht ein scharfer ~ <fig.> der Umgangston ist scharf, streng, hier herrscht strenge Disziplin;
5 jmdm. den ~ aus den Segeln nehmen <fig.> jmds. Absicht vereiteln; jmdm. den Vorteil nehmen; jmdm. so entgegnen, dass er nichts mehr sagen kann; bei ~ und Wetter bei jedem Wetter; <bes.> bei schlechtem Wetter; daher weht der ~! <fig.; umg.> so war es also gemeint!; gegen den ~ fahren, gehen, laufen, fliegen; in den ~ reden <fig.> reden, ohne beachtet zu werden, ohne dass Rede od. Rat befolgt werden; eine Warnung in den ~ schlagen <fig.> unbeachtet lassen; die Familie ist in alle ~e zerstreut <fig.> jedes Familienmitglied wohnt in einem anderen Ort od. in einem anderen Land; den Mantel nach dem ~ hängen <fig.; umg.> seine Meinung ändern, so wie es für die augenblickl. Lage am günstigsten ist; sich den ~ um die Nase, Ohren wehen lassen <fig.; umg.> Lebenserfahrung gewinnen, etwas erleben; er kann laufen wie der ~ <fig.> sehr schnell; und wie der ~ war er fort <fig.> sehr schnell; merken, woher der ~ weht <fig.; umg.> merken, was zu geschehen droht; wissen, woher der ~ weht wissen, was los ist, was geschieht; [<mhd. wint <ahd. wind <got. winds <lat. ventus „Wind“ <idg. *ue- „blasen“; wehen]
[Wind]
[Windes, Winds, Winde, Winden]